Trotz Hochwasser: Vater fährt mit zwei jungen Töchtern mit Schlauchboot auf Isar - es geht böse aus

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Wollen den Ratsbeschluss so nicht stehen lassen: Traudl und Johann Lang. 

Es geht um die Existenz

Spielhallen-Besitzer wehren sich

Gilchings Gemeinderäte überlegen, den Spielhallen  in der Kommune die Konzession zu entziehen. Die Betreiber wehren sich. 

Gilching – Hohe Wellen schlug der Gilchinger Ratsbeschluss, mit Unterstützung des Landratsamtes die drei Spielotheken im Gewerbegebiet Nord loszuwerden. Laut SPD-Antrag sollen die Immobilien sowie die Grundstücke „besser genutzt“ werden. Für Johann Lang von der Spielothek „Golden 7“ werde damit ein Familienunternehmen in seiner Existenz bedroht. Unverständlich für Johann Lang, dass selbst Bürgermeister Manfred Walter diesem Antrag zugestimmt hat, ohne dass er oder gar Christian Winklmeier als Antragssteller seine Spielothek besucht und sich erkundigt haben, was Sache ist.

„Wir sind seit 40 Jahren ein Familienbetrieb, in Gilching sind wir mit unserer Spielothek seit 2002 ansässig“, erklärt der 65-jährige Weßlinger. Früher sei in dem ehemaligen Flachbau an der Carl-Benz-Straße 3 eine Lampenfabrikation, später ein Motorradladen gewesen. „Bevor wir anfangen durften, mussten wir einen Bauantrag stellen und eine Nutzungsänderung beantragen. Beides wurde uns genehmigt.“ Zudem sei viel Geld investiert worden, um aus dem Laden eine Spielothek mit 15 Spielautomaten, einem Billardtisch und einer Dart-Anlage zu machen. „Damit war es aber nicht getan“, erklärt Lang. Anhand von Unterlagen führt er an, unter welch’ hohen Auflagen, ständigen Kontrollen durch das Landratsamt und immenser Kosten für Lizenzen und Schulungen der rund 15 Mitarbeiter eine Spielothek überhaupt betrieben werden darf. „Wir dürfen keinen Alkohol ausschenken, halten uns streng an das Jugendschutzgesetz, und es wird großer Wert auf ein Sozialkonzept gelegt. Wir sind unter anderem dazu verpflichtet, präventiv tätig zu werden, sobald ein Gast die Tendenz zeigt, spielsüchtig zu werden. Es liegen auch entsprechende Flyer aus.“ Moderne Spielautomaten, die monatlichen Lizenzkosten liegen bei 300 Euro pro Gerät, seien so programmiert, dass ein unkontrolliertes Spiel um Geld nur schwer möglich sei. „Bisher ist uns nicht ein einziger Fall bekannt. Es gab außerdem auch keinerlei Beschwerden seitens der Anwohner oder gar der Polizei. Es wurde auch in der Ratssitzung nichts Konkretes vorgebracht. Weshalb dann die SPD mit Unterstützung der Grünen eine Mehrheit für ihren Antrag bekam, erschließt sich uns nicht.“

Lang will den Ratsbeschluss so nicht stehen lassen und das Gespräch mit Bürgermeister Manfred Walter suchen. „Ich werde ihn fragen, ob er sich eigentlich bewusst war, dass mit Umsetzung des Beschlusses die Existenz von drei Weßlinger Familien und die ihrer Kinder vernichtet wird. Jetzt haben wir uns schon über die Corona-Zeit einigermaßen gerettet, und dann das?“ Auf Facebook sorgte der Gemeinderatsbeschluss mittlerweile für eine rege Diskussion. Tendenz pro Erhalt der Spielotheken, insoweit nichts Illegales geschieht. 

Uli Singer

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