+
Beim Infotreffen im Asto-Park waren (v.l.) Christoph Winkelkötter (gwt), CSU-Gemeinderat Harald Schwab, Peter Roth, Peter Kramer und Stefan Schwartling (vom TSV), Bernd Zeilmair, Dr. Florian Eyben sowie Dr. Dagmar Schuller von Audeering, Matthias Vilsmayer (FW/Sportreferent), Oliver Kübrich (VHS), Rosemarie Brosig (BfG), Martin Pilgram (Grüne), Pia Vilsmayer (FW) und Christian Rodenwald (TSV) dabei.

Sponsoring von Audeering

Stadion-Umbenennung wird zu einer Wissenschaft

Nach einem Treffen im Asto-Park beraten der Gilchinger Gemeinderat und der TSV am heutigen Donnerstag in einem Workshop über das Sponsoring von Audeering.

Gilching – Es bleibt spannend. Am heutigen Donnerstag treffen sich der Gilchinger Gemeinderat und Funktionäre des TSV Gilching-Argelsried zu einem Workshop. Thema ist das geplante Sponsoring durch das Gilchinger Unternehmen Audeering und die mögliche Umbenennung des Sportstadions.

Ganz geheuer war es einigen Räten beim Punkt Sponsoring für die Gilchinger Kicker nicht. Rund 20 000 Euro will das ausgezeichnete Forschungs- und Entwicklungszentrum Audeering locker machen, um die erfolgreiche Elf finanziell zu unterstützen. Laut TSV-Präsident Peter Kramer sind Sponsoren notwendig, um die durch den Aufstieg in die Landesliga anfallenden Mehrkosten zu stemmen. „Wir waren froh, nach langer Suche endlich eine Firma gefunden zu haben, die bereit dazu war. Unser Vorschlag war außerdem, für die Zeit der Unterstützung, das Fußballstadion an der Talhofstraße in Audeering-Arena umzubenennen.“

Gemeinderäte befürchteten unlauteren Wettbewerb

Wie berichtet, befürchteten Gemeinderäte wegen dieser „Gegenleistung“ einen unlauteren Wettbewerb. „Das Stadion ist Eigentum der Gemeinde. Deshalb kann der Sportverein nicht einfach den Namen vergeben. Dazu müssen noch rechtliche Fragen geklärt werden“, hatte Bürgermeister Manfred Walter in der Ratssitzung gesagt. Mehr noch hatten sich einige Räte an der Idee gestört, die Fußballer für „Forschungszwecke“ einzusetzen.

„Leider gab es dazu in der Ratssitzung viele Missverständnisse“, bedauerte Sportreferent Matthias Vilsmayer (FW). Da war von Atemgeräuschen der Spieler die Rede, die aufgezeichnet und gespeichert werden sollten; und von einer nicht zulässigen Überwachung. „Nichts von alledem war geplant“, erklärte Dr. Dagmar Schuller, Chefin des Unternehmens. Auf Initiative von Vilsmayer waren Gemeinderäte sowie Funktionäre des TSV Gilching am Montag Gäste von Audeering im Asto-Park an der Friedrichshafener Straße. „Das war unsererseits schlecht vorbereitet. Die Punkte, die wir jetzt abarbeiten, hätten frühzeitig proaktiv mit der Gemeinde geklärt werden müssen. Meines Erachtens wurden unter anderem unser Bürgermeister, die Gemeinderäte und auch deren Fraktionssprecher zu spät eingebunden“, räumte Vilsmayer ein.

Das Datenmaterial wird für Forschung in den Bereichen Parkinson und Demenz genutzt

In ihrem Vortrag erklärte Schuller, dass zwar stimmliche Daten von gesunden Menschen zum Zwecke der Forschung gesammelt würden. „Doch dies findet unter strengsten Kontrollen des Datenschutzes und der Ethikkommission statt und nur mit ausdrücklicher Erlaubnis der Probanden.“ Das Datenmaterial sei notwendig, um in den Bereichen Parkinson, Demenz, Depression und Herzinfarkt – um nur einige zu nennen – rechtzeitig Vorsorge zu leisten. Gleiches gelte auf dem Forschungssektor Autismus. Derzeit werde unter anderem an dem Projekt „Hilfe für autistische Kinder“ gearbeitet. Beteiligt sind daran die Realschule Fürstenfeldbruck, die James-Krüss-Grundschule in Gilching und das Christoph-Probst-Gymnasium. Schuller: „Die Bereitschaft ist sehr groß.“ Um mit den Daten überhaupt arbeiten zu können, müssten viele Instanzen durchlaufen werden. „Das ist sehr aufwändig und zeitintensiv“, erklärte Schuller.

Beim TSV sei aber lediglich geplant gewesen, im Stadion ein so genanntes Unterhaltungsprogramm zu installieren. Das heißt, die Trainer der gegnerischen Mannschaften – ihr Einverständnis vorausgesetzt – zu verkabeln, um den Zuschauern deren Emotionen während eines Spiels als lachenden, verärgerten, wütenden oder auch zufriedenen Smiley auf einer Leinwand anzeigen zu können. 

von Uli Singer

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Nach „Snowden“-Dreh:Free-TV-Premiere
Manchem Tutzinger werden Szenen aus dem „Snowden“-Film von Oliver Stone bekannt vorkommen - sie wurden in Tutzing gedreht. Am Sonntag läuft der Film erstmals im frei …
Nach „Snowden“-Dreh:Free-TV-Premiere
Bahnhof See bald wieder im Stadtrat
Seit Jahren liegt der historische Bahnhof See in einer Art Dornröschenschlaf. Ein Grund dafür war die Seeanbindung, deren ungewisser Ausgang eine Sanierung bremste. …
Bahnhof See bald wieder im Stadtrat
Privatmann will alte Villa retten
Die alte Villa an der Rieder Straße in Herrsching: Wie lange war das Schicksal des geschützten Gebäudes ungewiss. Nun gibt es gleich mehrere Vorschläge.
Privatmann will alte Villa retten
Golfloch und Fahne in Brand gesetzt
Im Golfpark von Gauting ist es zu einer Sachbeschädigung gekommen. Die Polizei sucht Zeugen.
Golfloch und Fahne in Brand gesetzt

Kommentare