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Die Anlieger der Karolingerstraße freuen sich über einen Teilerfolg, was ihre Vorschläge zur Verkehrsberuhigung angeht.

Verkehr in Gilching

Tempo 30 für die Karolingerstraße

In der Karolingerstraße in Gilching soll bald Tempo 30 gelten. Auch schwere Lkw sollen auf lange Sicht ausgesperrt werden. 

Gilching – Per Bürgereingabe haben Anlieger der Karolingerstraße in Gilching die Gemeinde aufgefordert, diverse Sofortmaßnahmen auf den Weg zu bringen. Trotz auch rechtlicher Bedenken stimmte der Verkehrsausschuss am Montag den Forderungen weitgehend zu. Insbesondere ein Durchfahrtsverbot für Laster über 3,5 Tonnen sowie eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 30 sorgte für Diskussionen. Rund 30 Zuhörer verfolgten die Wortbeiträge der Ausschussmitglieder sowohl im Sitzungssaal wie auch per Streaming im Veranstaltungssaal.

Bürgermeister Manfred Walter zeigte sich zwar im Sinne der Anwohner besorgt über das Verkehrsaufkommen auf der Karolingerstraße. Er wies aber darauf hin, dass Maßnahmen in Richtung Durchfahrtsverbot sowie auf Tempo 30 „rechtlich nicht zulässig sind“.

Was die Ausweisung von Tempo 30 beziehungsweise 40 angeht, so bricht die Gemeinde das Gesetz schon mehrfach. Darauf wies Harald Schwab (CSU) hin. Was jedoch den Schwerlastverkehr angehe, sei es zielführend, die über 3,5 Tonnen schweren Lkw auszusperren. „Allerdings nicht als Sofortmaßnahme. So lange die Baumaßnahmen an der Autobahn nicht fertig sind, bringt es nichts. Wir sollten abwarten und nach Fertigstellung der Bauarbeiten, was in etwa drei bis vier Monaten sein wird, konzentrierte Maßnahmen in Angriff nehmen“, sagte er.

Christian Winklmeier (SPD) warnte vor vorschnellen Einzelentscheidungen. Stattdessen sollten sämtliche Maßnahmen ins Mobilitätskonzept integriert werden. „Viele Anwohner sind erst in letzter Zeit zugezogen und wollen jetzt eine schnelle Entscheidung. Viele Anwohner an der Römerstraße aber warten geduldig seit einigen Jahren auf eine Verkehrsberuhigung. Eine Sofortmaßnahme muss jetzt nicht sein.“

Gegen die Stimme Walters entschieden sich die Gemeinderäte für einen Antrag Schwabs, die Debatte auf Herbst zu vertagen. Walter hatte zuvor erklärt, dass er den Bürgerwunsch durchaus verstehe, jedoch als Chef des Ordnungsamtes nicht rechtswidrig entscheiden könne.

Mit ähnlicher Intention verlief die Diskussion um die 30-km/h-Beschränkung. „Auch diese Maßnahme wäre rechtswidrig. Ich kann auch nicht einschätzen, inwieweit das Landratsamt unseren Beschluss tolerieren wird“, sagte Walter. Auf einen Versuch sollte man es ankommen lassen, schlug Karin Keil (SPD) vor. „Wir können zustimmen, auch wenn es rechtlich nicht in Ordnung ist.“ Generell aber mahnte sie, es nicht zu übertreiben und nicht zu versuchen, ganz Gilching verkehrszuberuhigen. „Wir sind einfach zu groß, um das durchsetzen zu können.“ Tempo 30 für die Karolingerstraße verabschiedeten die Räte – wieder gegen die Stimme Walters.

Einstimmig lehnten die Gemeinderäte jedoch die geforderte Verbreiterung des Geh- und Radweges ab. Laut Walter hat die Gemeinde zudem einen Auftrag für Schilder vergeben, die an zentralen Stellen auf die Westumgehung hinweisen.  

ph

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