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Die Besatzung der Liberator-Maschine, die 1944 auf dem Ölberg in Gilching abstürzte. 

Verein Zeitreise Gilching

Verein Zeitreise sucht Augenzeugen 

75 Jahre ist es her, dass in Gilching ein amerikanischer Bomber abstürzte. Der Verein Zeitreise plant nun eine Ausstellung zu dem Thema. 

Gilching – Seit 15 Jahren ist der Verein Zeitreise Gilching auf Spurensuche. In einem regelmäßig erscheinenden Journal berichten die Mitglieder von den Schwerpunkten ihrer Arbeit und den jüngsten Funden. Vor allem aber suchen sie Zeugen eines Flugzeugabsturzes.

Wo viel gebaut wird, sind auch Archäologen unterwegs. Entsprechend häufig waren die Wissenschaftler 2018 in der Gemeinde Gilching anzutreffen – und sie fanden jede Menge an Puzzlesteinen, die Rückschluss auf die Geschichte in Gilching zulassen. Bei Erschließungsmaßnahmen für das neue Gewerbegebiet Ost im Ortsteil Argelsried beispielsweise entdeckten sie von römischen Schuhen stammende Nägel und Keramikreste, wie der Vize-Vereinsvorsitzende Manfred Gehrke berichtet. Ende 2018 seien zudem auf einem gerodeten Waldgrundstück nahe der Kiesgrube Jais „viele Ochsenschuhe“ gefunden worden. Diese so genannten Hufeisen für Rinder legen eine landwirtschaftliche Nutzung nahe, erklärt Gehrke.

Fündig wurden die Experten außerdem bei Grabungen im Zuge der Baumaßnahmen Westumgehung. Bei der Untersuchung des abgeschobenen Humus durch Mitglieder des Vereins fanden sich Schuhnägel, Münzen sowie Metallobjekte. „Der Höhepunkt aber war eine gut erhaltene Bartaxt“, freut sich Gehrke. „Eine Axtform, die ab der mittleren römischen Kaiserzeit bis in das Frühmittelalter in Mitteleuropa verbreitet war.“

Ohne die Mithilfe der Bevölkerung aber sind auch Archäologen aufgeschmissen. Entsprechend suchen Gehrke und sein Team Bürger oder am besten Augenzeugen für den Absturz eines amerikanischen Bombers. Das Unglück jährt sich am 19. Juli 1944 zum 75. Mal. Die Liberator-Maschine des Typs B-24 wurde um 11.53 Uhr von Einheiten der Münchner Flugabwehr beschossen und stürzte brennend auf den Ölberg. Pilot, Co-Pilot, Navigator und Bordmechaniker kamen ums Leben, sieben weitere Besatzungsmitglieder konnten sich mit ihren Fallschirmen retten. Der Verein Zeitreise plant eine Sonderausstellung im Museum im Wersonhaus zu diesem Thema. Dafür sucht er Zeitzeugen, Fotos, Zeitungsberichte und bestenfalls aufbewahrte Teile des Bombers. Wer in Besitz entsprechender Dokumente oder Überbleibsel ist, beziehungsweise den Absturz selbst gesehen hat, soll sich mit Gemeindearchivarin Ursula Lochner oder mit Museumsleiterin Annette Reindel in Verbindung setzen.

Zum nächsten Stammtisch des Vereins lädt Reindel für Mittwoch, 8. Mai, ins Untergeschoss des Museums an der Brucker Straße 11 ein. Beginn ist um 19.30 Uhr.

Uli Singer

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