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1991 fand Martin Dürrwächter diese kleinen Teile auf dem Ölberg in Gilching. Mittlerweile steht fest: Sie stammen aus dem Bomber, der 1944 auf dem Ölberg abstürzte. Der Finder hat die Teile für die im Wersonhaus in Gilching laufende Ausstellung als Leihgabe zur Verfügung gestellt.

Zeitreise Gilching

Vom Kästchen in die Sonderausstellung

Das lässt die Herzen von Historikern und Archäologen höherschlagen: Die Sonderausstellung „Luftkrieg im Sommer 1944: Schauplatz Gilching“ im Gilchinger Wersonhaus ist um zwei kleine Fundstücke reicher.

Gilching – Martin Dürrwächter aus Warngau hat sie Annette Reindel, Vorsitzende des Vereins Zeitreise Gilching, als Leihgabe überlassen.

Die Geschichte der Fundstücke führt ins Jahr 1991 zurück. „Herr Dürrwächter erinnerte sich, dass er damals als Student beim Arbeitskreis Archäologie in Germering an Ausgrabungen an der Krippfeldstraße als Grabungshelfer teilgenommen hatte“, erzählt Reindel. Sein geschichtliches Interesse sei immer sehr groß gewesen, vor allem für das Frühmittelalter und auch die Römerzeit. Daher machte Dürrwächter auch bei einer Feldbegehung in Gilching auf dem Ölberg mit. „Was er allerdings dort aufsammelte, waren nicht die erwarteten alten römischen Keramikscherben, sondern kleine moderne Teile“, berichtet Reindel. Dass die Teile zu einem Flugzeug gehörten, habe Dürrwächter gleich geahnt. „Er wusste aber nichts über den Flugzeugtyp und die näheren Umstände.“

Dürrwächter packte seinen Fund sorgfältig in kleine Tütchen, beschriftetet diese und verstaute sie in einer kleinen Kiste. Als er dann neulich durch Zufall die Sonderausstellung im Wersonhaus besuchte, fiel ihm sein Fund wieder ein. Weitere Untersuchungen belegten, dass es sich tatsächlich um Objekte aus dem Bombenschaft der amerikanischen B-24 Liberator handelt, die am 19. Juli 1944 auf dem Ölberg abstürzte. Eines davon, ein Lämpchen mit grün geschliffenem Glas, zeigte möglicherweise die Bereitschaft oder den Abwurf der Bomben an. Dürrwächter hat seine Funde dem Verein Zeitreise Gilching für seine Ausstellung als Leihgabe überlassen. „Was für ein Glück, dass er sie aufgesammelt und aufbewahrt hat“, freut sich Reindel.

Die Sonderausstellung ist immer dienstags von 10 bis 12 Uhr und sonntags von 14 bis 17 Uhr im Wersonhaus (Brucker Straße 11) zu sehen.

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