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Für das Alter gibt es - abhängig vom zustand der Senioren - viele Wohnformen. 

Aktion des Seniorenbeirats

Wohnformen auf dem Prüfstand

Gilchings Seniorenbeiräte haben recherchiert. Die Ergebnisse stellten sie im Rahmen einer Fachtagung vor. 

Gilching – Der Seniorenbeirat in Gilching hat sich auf Recherche begeben. Im Rahmen einer Fachtagung der Aktion des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales durchleuchteten die Senioren das Thema „Zuhause daheim – oder auch anderswo“. Die Ergebnisse stellte Hanka Schmitt-Luginger, Vorsitzende des Seniorenbeirats in Gilching, vor. Geprüft wurden das Betreute Wohnen des Sozialdienstes Gilching, das BRK-Pflegezentrum sowie das Pichlmayr Seniorenzentrum.

„Im Großen und Ganzen fühlen sich die Bewohner in allen drei Häusern gut aufgehoben“, berichtete Schmitt-Luginger. „Dort gibt es auch viele Angebote wie Tanznachmittage, Messen und Vorträge, die gerne wahrgenommen werden. Außerdem wird in den zwei Pflegeeinrichtungen die Verpflegung sehr gelobt.“

Als Gründe für den Umzug in eine der Einrichtungen wurden unter anderem der Tod des Partners, zu viel Arbeit im Haus und im Garten, zu große Wohnungen, finanzielle Probleme und beginnende Krankheiten genannt. Kritik gab es bezüglich des nicht barrierefreien Zugangs zum Bahnsteig an der S-Bahn beziehungsweise des versprochenen, aber fehlenden Aufzugs. „Angeblich soll der Lift noch kommen, doch bis wann das sein wird, steht noch nicht fest.“

Als derzeit nicht zu lösendes Problem nannte Schmitt-Luginger den Mangel an Fachkräften. Das gelte gleichermaßen für die Einrichtungen sowie für Betreutes Wohnen zu Hause. „Es bleibt nichts anderes übrig, als auf Pflegekräfte aus Polen, der Ukraine und aus Usbekistan zurückzugreifen, auch wenn diese laut Auskunft einer Pflegekraft-Agentur über keine fachliche Ausbildung verfügen. Ohne diese Leute aber sähe es düster aus.“

Als Fazit der Befragungen nannte Schmitt-Luginger, dass es zwar drei moderne Wohnformen für Senioren in Gilching gebe, in der sich die Menschen wohlfühlten – dass aber dennoch auch in der Gemeinde zu wenig für Senioren getan werde. „Wir haben 4000 Mitbürger, die über 65 Jahre alt sind. Drei moderne Häuser sind für eine ständig wachsende Gemeinde zu wenig als Alternative für das Wohnen zu Hause“, sagte Schmitt-Luginger. „Es müsste noch viel mehr getan werden. Doch scheinbar ist der Mangel noch nicht so groß, als dass es seitens der Senioren einen Aufschrei gibt.“

 Uli Singer

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