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Neu im Gilchinger Altdorf: Alexander Siebenhütter in seiner Metzgerei „Zur Oberen Mühle“, der einstigen Metzgerei Jakob. 

Einzelhandel

Junger Metzger übernimmt Traditionsgeschäft

Er ist neu im Gilchinger Altdorf: Alexander Siebenhütter hat die Metzgerei Jakob übernommen. Jetzt heißt sie „Zur Oberen Mühle“.

Gilching – „Es wissen die wenigsten, wie schön der Beruf des Metzgers ist“, schwärmt Alexander Siebenhütter. Im Frühjahr hatte der 29-Jährige die Traditions-Metzgerei Jakob im Gilchinger Altdorf übernommen. In die Theke kommt bis auf wenige Ausnahmen nur, was er mit eigener Hand produziert hat.

Die Metzgerei Jakob mit Schlachterei gibt es bereits seit 1879. Zuletzt geführt von Franz und Brigitte Jakob, die das Geschäft 1983 übernommen und im Frühjahr 2018, mittlerweile ohne Schlachthaus, an Alexander Siebenhütter übergeben hatten. Damit war auch eine Namensänderung verbunden. Hofmetzgerei „Zur Oberen Mühle“ steht nun in großen Lettern über dem Laden. In den Privaträumen hinter dem Verkaufsraum scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. „Es ist noch alles so, wie es zu Zeiten von den Jakobs war“, räumt Siebenhütter ein: eine alte Eckbank mit Tisch, das alte Buffet und eine Sammlung alter Maßkrüge oberhalb des Schranks. „So richtig angeschaut hab’ ich mir die noch nicht“, sagt Siebenhütter. „Mich interessiert das Geschäft und wie ich durch gute Ware meine Kunden zufriedenstellen kann. Dass hier noch alte Möbel von meinen Vorgängern stehen, stört mich überhaupt nicht. Das bleibt auch so.“

Gleichwohl er noch nicht einmal die 30 überschritten hat, blickt der gebürtige Eglinger (Egling an der Paar) bereits auf ein erfolgreiches Berufsleben zurück. Aufgewachsen auf einem landwirtschaftlichen Anwesen, versuchte er sich als 18-Jähriger als selbstständiger Barkeeper. Es folgten mehrere Ausflüge in diverse Berufssparten. Dazwischen aber machte er seine Ausbildung zum Landwirtschafts- und Metzgermeister. 2016 eröffnete er auf dem elterlichen Hof einen Hofladen, neun Monate später übernahm er in Steinbach bei Moorenweis den Gasthof Drexl und im März dieses Jahres die Metzgerei in Gilching.

Insgesamt beschäftigt Siebenhütter derzeit 33 Mitarbeiter. Mit im Team sind auch Lebensgefährtin Anna Gleißner sowie Eltern und Geschwister. Der umtriebige Landwirtssohn schlachtet zwar nicht selbst, es sind aber vorwiegend die eigenen Rinder, die anschließend auf dem Hof in Egling verwurstet werden. Außerdem kauft Siebenhütter Wild und Lamm aus der Region dazu.

Prinzip des jungen Geschäftsmannes ist es, sozusagen „von der Nase bis zum Schwanz“ alles vom Tier zu verwerten. Deshalb findet man bei ihm auch Ochsenfetzen und Ochsenbäckchen im Angebot. „Ich will alles selbst kreieren und selbst machen. Lediglich bei der Salami, beim Schinken und bei der Streichwurst kaufe ich etwas zu.“

Siebenhütter freut sich, dass immer mehr junge Kundschaft kommt und Gefallen am Sortiment findet. Optimal ist auch, dass er die Ware, die es zum einen im Laden gibt, zusätzlich in der eigenen Wirtschaft auf die Speisekarte setzen kann. Außerdem bietet er im Gilchinger Geschäft ein wechselndes Mittagsgericht an. Dass er auch Catering anbietet, ergibt sich von selbst. „Wenn ich mein Leben so betrachte, kann ich nur sagen, ich hab’ richtig Glück gehabt. Egal, ob mit meinen Mitarbeitern oder mit dem Geschäft, es läuft“, resümiert Siebenhütter. 

Uli Singer

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