So soll der Maibaumplatz einmal ausschauen – und so ist derzeit die Situation vor St. Vitus im Gilchinger Altdorf. Das Fundament für den Maibaum ist fertig, die stählerne Schiene soll in den nächsten Jahren bis zu 30 Meter hohe Bäume sicher halten.
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So soll der Maibaumplatz im Gilchinger Altdorf einmal ausschauen.

Knochenfunde bei Aushubarbeiten im Gilchinger Altdorf

Neuer Maibaum-Platz vor Vollendung

  • Peter Schiebel
    vonPeter Schiebel
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In Gilching gehen die Arbeiten für den neuen Maibaum-Platz im Altdorf voran. Noch im Laufe diesen Monats sollen sie abgeschlossen sein, sagte Bürgermeister Manfred Walter gestern im Gespräch mit dem Starnberger Merkur.

Gilching – Bekanntlich steht der bisherige Standort auf einem Privatgrundstück gegenüber dem Montessori-Kindergarten über kurz oder lang nicht mehr zur Verfügung. Nach Gesprächen mit dem Guichinger Brauchtum entschied sich der Gemeinderat für eine Fläche etwas mehr als 130 Meter zwischen der St.-Vitus-Kirche und dem „Oberen Wirt“. Dort entstehe im Zuge der Arbeiten „eine neue Platzsituation“, erklärte Walter.

Das Betonfundament ist bereits gelegt, die stählerne Maibaumschiene angebracht. Als Bodenbelag sind Pflastersteine aus Granit vorgesehen, Dadurch, dass drei unterschiedliche Granitsteine verwendet würden, entstehe „eine dezente Farbvariation“, sagte Walter. Als Übergang zur Schulstraße werde „ein Zweizeiler aus Granit-Großstein als Homburger Kante, also mit einem geringen Höhenversatz, verlegt.“

Das ist derzeit die Situation vor St. Vitus im Gilchinger Altdorf. Das Fundament für den Maibaum ist fertig, die stählerne Schiene soll in den nächsten Jahren bis zu 30 Meter hohe Bäume sicher halten.

Aufgrund der Hanglage und der Boden- und Hangwassersituation war das ganze Unterfangen nicht einfach. Für das „gewaltige Fundament“, wie Walter es nennt, hätten 55 Kubikmeter verarbeitet werden müssen. Dafür kann künftig ein Maibaum von bis zu 30 Metern Länge und mit einem Umfang von mindestens 45 Zentimetern standsicher aufgestellt werden.

Darüber hinaus begleiteten Archäologen die Aushubarbeiten – in dem Fall weniger wegen möglicher Funde aus der Zeit der Kelten und Römer, sondern weil früher rund um St. Vitus Gilchinger Einwohner beerdigt wurden. In der Tat seien einige Knochen gefunden worden, sagte Walter. Diese würden nun zum Teil in einem gemeinsamen Grab bei St. Vitus beigesetzt werden, einzelne Überreste seien auch zur weiteren Untersuchung in die Staatssammlung gekommen.

Die Kosten für die Baumaßnahme betragen rund 115 000 Euro. Frühestens im nächsten Jahr kann erstmals ein neuer Maibaum am neuen Standort aufgestellt werden. Bis dahin ist Gilching aber nicht oben ohne. Wie berichtet, hatte ein Sachverständiger vor kurzem den aktuellen Maibaum begutachtet und für standfest befunden. Walter sprach gestern von einem „außerordentlich guten Zustand“ des Baumes.

Ganz unabhängig vom neuen Platz ist die Maibaum-für-zu-Hause-Aktion des Guichinger Brauchtum am Wochenende zu Ende gegangen. Insgesamt rund 260 Bausätze für den 33 Zentimeter hohen Maibaum hat der Brauchtumsverein verkauft. Die letzten rund 90 Exemplare veräußerten die Mitglieder am Samstag vor dem Feuerwehrgerätehaus. „Das war der Wahnsinn“, sagte Vorsitzender René Weber. Binnen weniger Minuten waren die letzten Schachteln mit den 20 handgefertigten Einzelteilen verkauft. Sogar bis aus Landshut seien Käufer gekommen, berichtete Schriftführerin Sandra Lallinger. Die ersten Interessierten seien eine Dreiviertelstunde vor Verkaufsstart da gewesen. Den Erlös – 15 Euro kostete ein Bausatz – verwendet das Brauchtum für seine vielfältigen Aktionen. Das Geld stopft damit die Lücke, die durch den coronabedingten Ausfall der Maifeier entstanden ist.

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