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Der Stuhl des Anstoßes - 2500 Euro pro Stück.

Neues Rathaus

Gilching und die Luxus-Stühle 

Gilching - 2500 Euro für einen Stuhl? Im Gilchinger Gemeinderat sorgt ein Ausstattungsdetail des neuen Rathauses für Aufruhr. Es gibt eine Sondersitzung.

„Das haut dem Fass den Boden aus“ ärgert sich Matthias Vilsmayer, Gemeinderat der Freien Wählern in Gilching. Ginge es nämlich nach dem Architekten, würde das Ratsgremium im neuen Rathaus künftig auf Stühlen im Wert von je 2500 Euro tagen. „Ich habe mich in der Region umgehört. Selbst bei internationalen Unternehmen sitzt kein einziger Geschäftsführer auf derart teuren Stühlen“, sagt Matthias Vilsmayer.

Fraktionskollege Thomas Reich hatte bereits in der Ratssitzung am Dienstag den Antrag gestellt, für die Bestuhlung des Sitzungssaals im neuen Rathaus eine neue Ausschreibung zu veranlassen. Die reguläre Sitzung wurde für eine Stunde unterbrochen. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit gab es eine heftige Diskussion mit dem zuständigen Architekten. Er war offenbar der Meinung, dass ein Anbieter genommen werden muss, dessen Stühle pro Stück 2500 Euro kosten würden.

Gegen die Stimmen von Bürgermeister Manfred Walter und  SPD-Gemeinderätin Karin Keil wurde dennoch beschlossen, den Posten neu auszuschreiben. Damit wiederum ist der Architekt nicht einverstanden. In einem offenen Brief mahnt er faktisch die Gemeinde ab, spricht von einer schuldhaften Aufhebung, und empfiehlt dem Ratsgremium, „die Entscheidung bezüglich Aufhebung der Ausschreibung zu überprüfen und neu zu beraten“. Andernfalls können auf die Gemeinde, so der Architekt, „Schadensersatzzahlungen an die nicht beauftragte Firma“ entstehen.

Rat will neue Ausschreibung

Dass in dieser Sache so einiges schief gelaufen ist, befürchtet Matthias Vilsmayer. „Es hat den Anschein, dass die Ausschreibung so abgefasst wurde, dass exakt nur ein Anbieter in Frage kommt. Es gab unserer Auffassung nach durchaus günstigere Angebote, sicher auch mit ähnlicher Qualität, diese sind aber aufgrund der engen Ausschreibungskriterien nicht berücksichtigt worden.“

Für die Freien Wähler ist das nicht nachvollziehbar, da gleichzeitig Sparmaßnahmen für das Haushaltsjahr 2016 angemahnt wurden. „Wir wissen nicht, wie wir den neuen Haushalt aufstellen. Und dann leisten wir uns 30 völlig überteuerte Stühle“, unterstreicht Vilsmayer.

Da außerdem laut Geschäftsstellenleiter Stefan Ammon „in Punkto Vergabe der Büromöbel eine Rüge eingegangen“ ist, hat die Gemeinde für Dienstag, 22. Dezember, 19 Uhr, eine weitere öffentliche Ratssitzung anberaumt. ph

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