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Rote Karte: Optisch erinnerte die Traglufthalle in Gilching – hier ein Archivbild vom Aufbau – immer an die Allianz-Arena. Nur nutzbar war sie nie. Deswegen wird sie jetzt auch demontiert.

Asyl

Gilching: Traglufthalle wird abgebaut

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Ohne jemals genutzt worden zu sein, wird die Traglufthalle in Gilching jetzt wieder abgebaut. Dafür ist jetzt sicher, dass auf dem Gelände der ehemaligen Straßenmeisterei ein neues Containerdorf für Flüchtlinge entstehen wird.

Schick sieht sie aus, die Traglufthalle in Gilching, erinnert ein bisschen an die Allianz Arena in München. Wer sie selbst noch in Augenschein nehmen möchte, sollte sich besser sputen: Landrat Karl Roth (CSU) kündigte am Donnerstag im Kreisausschuss an, dass die Halle „zeitnah“ wieder abgebaut werden soll.

Dem vorausgegangen waren zähe Verhandlungen mit der Firma, die die Halle aufgebaut hatte. Denn der Landkreis hatte sich geweigert, die Halle abzunehmen. Zu viele Mängel und Probleme bestanden, als dass man die Halle jemals hätte nutzen können. Das fing bei den Sanitärcontainern an, die im Inneren der Traglufthalle aufgebaut waren und nie zufriedenstellend funktionierten – unter anderem bekam man nach Informationen des Starnberger Merkur die Entlüftung der Container nie ordentlich zum Laufen.

 Dazu seien unter anderem Probleme beim Brandschutz gekommen, sagte der Landrat im Kreisausschuss. Und wenn man ganz ehrlich ist: Gebraucht wurde die riesige Halle jetzt auch nicht unbedingt dringend, nachdem seit Monaten kaum noch neue Flüchtlinge in den Landkreis kommen. Bis zum 1. Mai habe man mit der Firma verhandelt, so Roth. Dann fiel die Entscheidung: Die Traglufthalle wird abgebaut. Angeblich gebe es bereits andernorts in Deutschland Interessenten an der Halle. 

Auch wenn bisher keine Miete für die Halle gezahlt wurde, liefen doch nicht unerhebliche Kosten auf – etwa für Heizung und Bewachung der Halle. Diese würden allerdings komplett von der Regierung Oberbayerns übernommen, sagte Roth weiter. 


Containerdorf kommt an die alte Straßenmeisterei


Er hatte noch mehr überraschende Nachrichten für die Gilchinger parat. Nachdem der Gemeinderat dem geplanten Standort für eine Containersiedlung in der Weßlinger Straße eine krachende Abfuhr erteilt hatte (wir berichteten), setzte beim Landkreis ein Umdenkprozess ein.

Der hatte darauf gedrängt, das Containerdorf in der Weßlinger Straße zu errichten, weil die Einzelteile der Siedlung bereits beim Produzenten in Slowenien auf Halde liegen würden und dringend abgeholt und sofort montiert werden müssen. Auch die Handwerker seien bereits bestellt, sagte er damals weiter. Die Gilchinger Räte hatten indes befürchtet, dass in der Weßlinger Straße am Ortsrand ein sozialer Brennpunkt entstehen würde. Zudem gebe es mit der ehemaligen Straßenmeisterei eine geeignete Liegenschaft im Besitz des Freistaats, die ohnehin als Standort einer Asylbewerberunterkunft genutzt werden sollte.

Genau so soll es jetzt auch kommen, berichtete Landrat Karl Roth. Es gebe eine Einigung mit der Regierung von Oberbayern: Der Freistaat errichtet ein Containerdorf an der ehemaligen Straßenmeisterei. Auf eigene Kosten. Dabei wird er die vom Kreis für Gilching bestellten Container nutzen, so Roth. Insgesamt sollen hier 192 Flüchtlinge untergebracht werden. Da momentan keine neuen Flüchtlinge in den Landkreis kommen, ist damit zu rechnen, dass auch hier vor allem Asylbewerber einziehen werden, die aus anderen Teilen des Landkreises kommen. Denn die Zeltsiedlungen in Tutzing, Pöcking und Berg sollen in diesem Jahr aufgelöst werden. Auch um die im Vergleich zu anderen Standorten deutlich höheren Ausgaben für die Sicherung der Anlagen einzusparen, sagte Roth im Ausschuss.

Nachdem bereits vor einigen Monaten die Übergangsunterkunft in der Turnhalle des Gilchinger Gymnasiums aufgelöst wurde, kehrt nun auch in Gilching in Sachen Asyl endgültig wieder Normalität ein.

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