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Das Parkettbohlen, mit dem die beiden Halbkugeln von außen belegt sind, blättert ab. An anderer Stelle fault das Holz, weil Nässe eingedrungen ist.

Städtepartnerschaft

Wahrzeichen der Freundschaft verfault

Ein länderübergreifendes Symbol sollte die Partnerschaft zwischen Gilching und der italienischen Gemeinde Cecina bekräftigen. Doch schon kurz nachdem das neue Wahrzeichen im Ortszentrum aufgestellt war, fing das Holz der zwei Halbkugeln an, sich zu verziehen und abzublättern. Nun muss es saniert werden.

Gilching – Den Vorschlag, durch ein gemeinsames Projekt die Partnerschaft zwischen Gilching und Cecina zu festigen, hatte die verstorbene CSU-Gemeinderätin Adelheid Dörmer gemacht. Das ist gut zehn Jahre her. Auf Anregung von Dörmer war außerdem der italienische Künstler Professor Antonio Fiengo beauftragt worden, ein entsprechendes Symbol zu entwerfen. Im Jahr 2004 stellte er ein Modell vor, das allgemein Zustimmung im Gemeinderat fand.

Die Idee waren zwei Halbkugeln aus Parkettbohlen, die durch Bronze-Hände zusammengehalten werden. Dazu sollten die Hände von Honoratioren aus Gilching und Cecina Modell stehen. Unter anderem mit dabei war Adelheid Dörmer, die seinerzeit auch Referentin für die Partnerschaft war, der damalige Bürgermeister Thomas Reich und Hans Hartmann, damals Vorsitzender des Cecina-Vereins.

Einwände gab es schon damals wegen des Holzes, da das Material ein Eigenleben führt und überdies aufwändig gepflegt werden muss. „Auch unsere Partnerschaft muss gepflegt werden“, hatte der Professor Bedenken zerstreut.

Kostenexplosion und jede Menge Unmut

Schon bald jedoch wich die Begeisterung zunehmenden Unmuts. Fiengo beklagte, dass durch die mittlerweile aufgestellten Eisen-Stelen der freie Blick auf sein Kunstwerk verwehrt werde. Die Kommune kam dem Professor entgegen und versprach, bei Bedarf störende Stelen zu entfernen. Bekanntlich fielen zwei dieser rund acht Meter hohen Eisenteile dem Wahrzeichen zum Opfer. Andererseits explodierten die Kosten in astronomische Höhen. Aus ursprünglich genehmigten 45 000 Euro inklusive Honorar, Transport und Aufstellen der zwei Halbkugeln waren mittlerweile über 100 000 Euro geworden. Bei der Einweihung anlässlich 20 Jahren Partnerschaft im Jahr 2009 jedoch war der Ärger vergessen.

Reich sicherte zu, dass die Gemeinde sich so ein Kunstwerk leisten könne und dass deshalb auch kein anderes Projekt zu kurz gekommen sei. Doch schon bald drohte neues Ungemach. Diverse Parkettteile lösten sich, das Holz faulte . Dieser Tage nun soll das Wahrzeichen laut Gemeinde abgebaut und von Grund auf saniert werden. Die Kosten dafür sind nicht bekannt. Von Uli Singer

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