Bürgerdialog

Es fehlen nur noch die Bürger

Gilching - Der Bürgerdialog zum Thema Bebauung Gilchinger Glatze war zäh. Ob sich der Aufwand gelohnt hat, stellt sich frühestens in zehn Jahren heraus. Was nun dringend gebraucht wird, ist ein Gestaltungsbeirat, der die Ideen der Bürger im Auge behält.

Es waren fünf Arbeitskreise, Freiraum, Wohnen, Mobilität, Energie und Qualitätssicherung, zu denen das Schäuble-Institut für Sozialforschung in die Mensa der Mittelschule eingeladen hatte. Lag es an der Moderation, oder besteht in Gilching tatsächlich kein Interesse an der künftigen Entwicklung des Ortskerns? Am Montag waren es sechs Personen, die zum Thema Energie gekommen waren (wir berichteten), am Dienstag interessierten sich von rund 18 000 Einwohnern immerhin ein Dutzend Bürger für die Abschlussveranstaltung mit dem Thema „Qualitätssicherung“. Einer, der bei allen fünf Themenabenden mit dabei war, ist Klaus-Peter Mendler. Der Geisenbrunner Architekt führt das mangelnde Interesse auf die Größe der Gemeinde zurück. „Je kleiner eine Dorfgemeinschaft ist, desto mehr fühlt sich jeder persönlich betroffen. Entsprechend größer ist auch das Interesse, an der Entwicklung teilzuhaben.“

Für ihn habe sich der Zeitaufwand dennoch gelohnt, da an den fünf Abenden klar herausgekommen sei, was genau in Gilchings Zentrum geplant ist und wo noch Diskussionsbedarf besteht. „Ich denke aber schon, dass man sich seitens der Verwaltung Gedanken machen sollte, wie das Interesse der Bürger noch mehr geweckt werden kann, damit aus dem tollen Projekt ein Gemeinschaftsprojekt wird.“

Bauamtsleiter Max Huber setzt da in erster Linie auf die Gründung eines Gestaltungsbeirats. „Der Vorschlag kam aus der Bürgerschaft, und ich finde die Idee sehr gut. Wir müssen an der Sache dran bleiben, damit alle Anregungen im Fokus bleiben und weiter entwickelt werden.“ In puncto Moderation regt Huber an, neutrale und externe Fachberater je nach Bedarf dazuzunehmen. „Es müssen Leute von außen sein, die objektiv einen Blick auf das Ganze werfen.“

Laut Bürgermeister Manfred Walter ist nun der Planer am Zug. „Der Architekt wird jetzt unter Berücksichtigung der Anregungen, die aus der Bürgerschaft gekommen sind, der Fachplaner und der Behörden einen Bebauungsplan aufstellen.“ Gleichzeitig werde auch die Idee mit dem Gestaltungsbeirat umgesetzt, ist Walter überzeugt. „In diesem Gremium werden vorwiegend Fachleute mitwirken, die eine Ahnung von der Materie haben.“

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