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Das geplante Gautinger Gewerbegebiet hat am Sonntag Befürworter wie Gegner ins Unterbrunner Holz in Nachbarschaft des Gewerbegebiets Gilching-Süd gelockt.

Gewerbegebiet

Gilchinger EcoPark-Gegner machen Druck

Das geplante Gilchinger Gewerbegebiet hat am Sonntag Gegner wie Befürworter ins Unterbrunner Holz gelockt.

Unterbrunn/ Gilching– „Viele Behauptungen, aber wenige Fakten“ seien zum geplanten Gautinger Asto Eco-Park im Umlauf. Deshalb hatte Dr. Andreas Albath von der Initiative „ZukunftGauting“ für Sonntag zum Spaziergang ins Unterbrunner Holz eingeladen. Etwa 100 Interessierte spazierten mit. Darunter auch etliche Nachbarn aus Gilching. Sie setzten die anwesenden Experten – Gautings Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger, Dr. Bernd Schulte-Middelich (Asto EcoPark) und Forstdirektor Dr. Stephan Gampe – mit Fragen zum Bannwald, Trinkwasserschutz und zur Verkehrsplanung unter Druck.

„Anfang der 2000er Jahre waren Gauting, Weßling und Gilching noch gemeinsam beim Thema Gewerbeansiedlung unterwegs“, erinnerte Kössinger. Nur das benachbarte Gewerbegebiet Gilching Süd habe sich bisher entwickelt. Mit dem Asto EcoPark im Unterbrunner Holz knüpfe Gauting an diese Planungen an. Der Trinkwasserschutz werde eingehalten, wandte die Bürgermeisterin sich gegen Vorwürfe aus Gilching: „Wir sind nur in einem Bereich, wo kein schutzfähiges Wasser fließt.“ Drei kreisförmige Gewerbeflächen hatte Gauting dort zunächst geplant gehabt. Doch die Hälfte des dritten Kreises sei gestrichen worden zugunsten von Geothermie-Entwicklung, Natur- und Wasserschutz. Bannwald werde im Verhältnis 1:1,1 wieder „hochwertig“ aufgeforstet, versprach Kössinger: „Am Ende wird das Bannwaldgebiet größer.“

Ein weiteres Reizthema war die Verkehrssituation. Der Kreisverkehr im Zuge der Staatsstraße Starnberg-Gilching sei schon am Ende seiner Leistungsfähigkeit. Dafür sei Gauting nicht verantwortlich, so Kössinger. „Sollen wir unseren Verkehrskreisel so ausbauen, dass es für Sie passt?“, fragte der Gilchinger CSU-Fraktionssprecher Paul Vogl provokant. „Wenn es Änderungen in Abstimmung mit Gauting gibt, werden wir uns an den Kosten beteiligen“, antwortete Kössinger.

„Wir können uns vieles nicht mehr leisten“, verwies die Bürgermeisterin auf die mangels Gewerbesteuer angespannte Finanzlage und bat: „Bitte haben Sie auch Verständnis für unsere Entwicklung.“

„Nehmen Sie Gauting nicht in Geiselhaft“, sagte Projektentwickler Schulte-Middelich. Die Gemeinde plane kein altes Gewerbe. Die 15 bis 20 Millionen teure Geothermie aus der Erde sei auch noch in 100 Jahren umweltfreundlich.

Da die Fichten im Unterbrunner Holz durch Käferbefall, Dürre und Stürme geschädigt seien, müssten sie durch hochwertigeren und standortgerechteren Mischwald ersetzt werden, sagte Forstdirektor Gampe. Er räumte aber auch ein, dass das Gautinger Vorhaben in der Region München der größte Eingriff sei. Deshalb kämen die zu rodenden 20 Hektar Bannwald zunächst noch in die Umweltprüfung. Erst danach wisse man, ob der EcoPark funktioniere. Geplant sei, dass etwa zehn Prozent mehr Waldfläche entstehen sollen.

Abschließend überreichte Werner Deiglmayr von der Gilchinger Initiative „Pro Bannwald“ ein großes Stück Baumrinde mit einem Zettel und der Aufschrift:„Der gute Geist des Unterbrunner Holzes.“

Von Christine Cless-Wesle

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