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Mit so einer Drohne könnten Menschen befördert werden.

Neue Erfindung

Fliegen wir bald mit der Taxi-Drohne zur Arbeit?

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Es ist der Traum jedes Pendlers: Lautlos gleitet man am Himmel entlang – kein Stau, keine Baustellen, keine Ampeln. Klingt nach Science-Fiction? Denkste!

München - Die Gilchinger Firma Lilium hat vor mehreren Wochen erstmals ein elektrisches Lufttaxi abheben lassen – der Jungfernflug war ein voller Erfolg. Und so sind sich die Ingenieure des Unternehmens sicher: „Bald werden sich alle so fortbewegen.“

Per computergesteuerter Drohne (ohne Pilot) zur Arbeit oder zum Einkaufen! Gemeinsam mit drei Studienfreunden von der Technischen Universität München forscht und baut Daniel Wiegand an dieser Vision. Dafür haben sie das Start-Up-Unternehmen Lilium Aviation gegründet und arbeiteten gut ein Jahr in Gilching an einem ersten Prototypen. Und genau der schwebte Ende April nun durch die Lüfte. Über 2,5 Millionen Mal wurde das Video vom Jungfernflug des Jets auf youtube schon angeklickt. Und das ist nicht alles: Große ausländische Unternehmen sind schon Feuer und Flamme für die bayerische Erfindung.

Das Lilium-Team will die Luft erobern: Daniel Wiegand (v. li.), Sebastian Born, Matthias Meiner und Patrick Nathen

Denn die hat es in sich: Der kleine Flieger hat einen Elektroantrieb, schafft Tempo 300 und soll schon Anfang nächsten Jahres auf den Markt kommen. „Fliegen ist die effizienteste Methode, um Menschen von A nach B zu bringen“, so Daniel Wiegand.

Das Besondere der Taxidrohne ist, dass sie keine Landebahn braucht. Wie eine Spielzeugdrohne (die jeder kennt) kann das Flugobjekt fast lautlos direkt nach oben abheben–wie ein Hubschrauber also. Nur mit weitaus weniger Lärm und Dreck. Die Drohne kann somit theoretisch im privaten Garten landen, den Geschäftsmann oder die Geschäftsfrau abholen – und dann direkt zum Firmensitz fliegen und den Passagier dort auf dem Dach abliefern. Ein Szenario, das man bisher nur aus Zukunfts-Filmen kennt.

Wie das heute nun alles möglich ist? Die Baustoffe sind in den vergangenen Jahren deutlich leichter geworden. Zudem ermöglichen es die neuesten Batterien auch, den bayerischen Senkrechtstarter mit genügend Energie zu versorgen. Rechner übernehmen die Steuerung.

„Wir haben einige der kniffligsten Herausforderungen der Luftfahrt-Ingenieurwissenschaft gelöst, um an diesen Punkt zu gelangen“, erklärt Daniel Wiegand in einem Interview. Wegen seiner Wendigkeit soll der Lilium-Jet bis zu 90 Prozent weniger Energie verbrauchen als ähnliche Drohnenflieger. Und der Verbrauch? Der sei ungefähr vergleichbar mit einem elektrischen Auto, so die Erfinder.

Das Ziel der Start-Up-Gründer ist ein riesiger Taxidienst für die Luft. Die Drohne soll sich dann per App auf dem Handy buchen lassen und – auf die Distanz gerechnet – ähnlich viel kosten wie eine Taxifahrt im Auto. Klingt fast zu schön, um wahr zu sein.

Übrigens: Das Team macht sich schon an die nächste Herausforderung heran. Einen Jet, in den fünf Passagiere passen. Der soll in zwei Jahren abheben.

Die Daten der Drohne

Geschwindigkeit: bis zu 300 km/h

Kosten: Eine Fahrt soll nicht mehr als mit einem Auto-Taxi kosten

Reichweite: die Drohne kann rund 300 Kilometer weit fliegen

Platz: zwei Personen passen in den Jet

Spannweite: 10 Meter (ein bisserl Platz muss im Garten also schon sein)

Anzahl der Motoren: 36

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