Die sogenannte Gilchinger Glatze: Auf der rund 15 Hektar großen Fläche soll Wohnraum für rund 2000 Menschen entstehen.
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Die sogenannte Gilchinger Glatze: Auf der rund 15 Hektar großen Fläche soll Wohnraum für rund 2000 Menschen entstehen.

Wohnungsbau

Neue Planer für die Gilchinger Glatze

Seit vielen Jahren steht mitten in Gilching die geplante Bebauung der sogenannten Gilchinger Glatze auf der Agenda. Wie Bürgermeister Manfred Walter bestätigt, haben sich Gemeinde und Architekt nun jedoch getrennt. Der Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München soll die Planung fortsetzen.

Gilching – 15 Hektar groß und Platz für 2000 Menschen: Die Gilchinger Glatze im Herzen der Gemeinde wäre ein komplett neuer Ortsteil. Aber die Bebauung der Fläche zieht sich seit Jahren hin. 2005 war ein federführender Architekt als Gewinner aus einem städtebaulichen Wettbewerb hervorgegangen. Der ist nun „nicht mehr für die Gemeinde Gilching tätig“, wie Bürgermeister Manfred Walter auf Anfrage des Starnberger Merkur bestätigt. Stattdessen erarbeite der Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München für die Gemeinde Gilching das Bebauungsplanverfahren Gilchinger Glatze.

Zum Urheberrecht erklärt Walter: „Zu Vertragsangelegenheiten darf ich mich aufgrund der Geheimhaltungspflicht nicht äußern. Der Gemeinderat und der Bauausschuss haben aber keine Änderungen der Planungen beschlossen. Der Planungsverband ist auch nicht damit beauftragt worden, Planungsänderungen vorzunehmen.“

Schon in einer Bauausschusssitzung 2017 hatte Vizebürgermeister Martin Fink mitgeteilt: „Leider ist der Architekt erkrankt, deshalb verzögert sich alles.“ Fink, der Walter damals während dessen Urlaubs vertrat, erinnert sich noch gut daran. „Wegen der Verzögerung konnte mit der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit sowie der Behörden erst im Frühjahr 2018 gestartet werden.“

Nun liegen zahlreiche Fachgutachten in puncto Verkehr, Erschütterung und Lärmschutz, Altlasten und Baugrund, Kampfmittel und Energieversorgung sowie Stellungnahmen und Anregungen von Behörden und Privatpersonen vor. Doch der Architekt sei praktisch komplett von der Bildfläche verschwunden, bedauert Fink. „Seitens der Verwaltung wurde mit Nachdruck alles versucht, Kontakt mit ihm aufzunehmen. Leider erfolglos. Es gibt keine Rückmeldungen.“ Im Februar wurde deshalb die Fortsetzung des Bebauungsplanes an den Planungsverband übertragen.

Auch Rechtsanwalt Walter Labbé, der 42 von den insgesamt 50 Grundstückseignern der Glatze vertritt, kennt keine Interna. „Generell sind Gemeinden und Bauherrn gut beraten, einen Passus im Vertrag einzufügen, wonach der Architekt auf sein Urheberrecht verzichtet, wenn er keine Leistung erbringt. Inwieweit das in Gilching gemacht wurde, weiß ich nicht.“ Wie berichtet, sind auf der Fläche Wohnraum für rund 2000 Menschen, Wohnhöfe an einem Wasserbad sowie eine Promenade und ein Hotel vorgesehen, dazu eine Kindertagesstätte, eine Liegewiese und ein Biergarten. Der Architekt war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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