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Stolze Unternehmer: die Teilnehmer des Pro-Seminars mit ihren Produkten.

Christoph-Probst-Gymnasium

Mit einer Holzkiste zum Erfolg

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Früh übt sich, wer Unternehmer werden will: 15 Schülerinnen und Schüler des Christoph-Probst-Gymnasiums in Gilching haben es ausprobiert. Sie machen aus Holzkisten Möbel – und zwar auf Bestellung. Die Sache läuft.

Gilching – Die Zeiten des achtjährigen Gymnasiums sind gezählt, und viel Gutes wurde ihm nicht zugestanden. Eine positive Errungenschaft allerdings sind die Pro-Seminare in der Oberstufe: Sie sind eine Art kreative Spielwiese in allen Bereichen. Das Engagement der angehenden Abiturienten wird auch hier bewertet und fließt in die Schulnote ein. Mit trockenen Unterrichtseinheiten allerdings haben die Pro-Seminare im Allgemeinen nichts zu tun. In diesem Fall gründeten 15 Schülerinnen und Schüler mit Beginn des Seminars im Sommer 2016 ein Unternehmen. „Legeno“ haben sie es genannt, in Anlehnung an das italienische Wort „Legno“ für Holz. Die Idee dahinter: die Gymnasiasten machen aus Holzkisten Möbel.

Jeden Freitag treffen sich die jungen Unternehmer, um für ihr eigenes Unternehmen zu arbeiten. Die einen sind für die Produktion zuständig: Sie bearbeiten die Wein- und Obstkisten. „Produziert wird dabei hauptsächlich auf Bestellung, um die Kosten für den Lagerplatz zu minimieren“, erklärt Pia Pfeiffer. Im Angebot befinden sich dekorative kleine Regale und auch eine Art Couchtisch. Der Preis beträgt zwischen 30 und 95 Euro.

Die andere Hälfte der Abiturienten ist für die Vermarktung des Produkts zuständig. „Zu dem Zweck wurde sogar ein eigenes Logo entworfen, das auf die italienischen Wurzeln des Unternehmensnamens verweist“, so Pia Pfeiffer. Der Verkauf der sosozusagen hübsch gemachten Holzkisten findet auf regionalen Märkten und im Internet statt.

Klingt jetzt alles ganz prima, aber natürlich hatten die jungen Unternehmer auch ein paar Schwierigkeiten zu meistern. Allen voran die Frage nach der Finanzierung. „Mit einem Startkapital von nur 900 Euro müssen wir Rohstoffe und Werkzeug beschaffen, Produktions- und Lagerungsorte bezahlen und Stundenlöhne finanzieren“, erklärt der gewählte Unternehmensleiter Fabian Sörensen. Da die meisten Schüler noch nicht volljährig sind, werden die rechtlichen Rahmenbedingungen über die gemeinnützige GmbH „ IW JUNIOR“ geklärt, deren Ziel es ist, bereits Jugendliche mit den Funktionsweisen eines Unternehmens vertraut zu machen. Dort werden auch Lehrgänge für die jungen Unternehmer angeboten.

Auch die 90 Anteilsscheine à zehn Euro für ihr Unternehmen, mit deren Verkauf sie ihr Startkapital finanzierten, erhielten die Schüler über dieses Institut. Als Projektleiter und Ansprechpartner fungiert Studienrat Simon Schwab – er muss schließlich am Ende auch die Noten vergeben.

Rege Unterstützung findet das P-Seminar auch in der Schulfamilie. „Direktor Peter Meyer selbst war einer unserer ersten Kunden“, freut sich Pia Pfeiffer.

Zu erreichen ist das Unternehmen über die Webseite „www.legeno.de“. Dort können sich potenzielle Kunden über die insgesamt drei Möbelkategorien informieren und ihre Bestellung abgeben. Klar ist auch: Es gibt eine Facebook-Seite. Was die Zahl der Fans angeht, ist dort aber noch Luft nach oben.

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