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Der Neubau von Rathaus und Bürgerzentrum erregt den Unmut eines Nachbarn.

Aus dem Gerichtssaal

Generalabrechnung mit der Gemeinde Gilching

Gilching - Ein Anwohner  klagt gegen das neue Rathaus und Bürgerzentrum in Gilching - mit wenig Aussicht auf Erfolg.

 Er fürchtet, dass es nun endgültig mit der Ruhe vorbei ist. Darum klagt ein Gilchinger Anwohner (79) aus der Pollinger Straße gegen die Baugenehmigung für das neue Bürgerzentrum in Gilching. Er rechnet damit, dass es gerade durch die vielen Autos, die abends nach Veranstaltungen das Bürgerzentrum verlassen werden, zu viel Lärm kommt. Die Verhandlung vor dem Verwaltungsgericht München nutzte er gestern auch zur Generalabrechnung mit der Gemeinde. Das Gericht machte ihm allerdings wenig Hoffnung, dass seine Klage erfolgreich sein würde.

Bei der Klage dreht sich alles um den Lärm. Zum einen geht es um so genannte „seltene Ereignisse“, etwa wenn abends bei der Abfahrt Türen und Kofferraum zugeschlagen werden. Zu diesem Thema gibt es auch bereits ein Gutachten für den Parkplatz, wo es dann tatsächlich zu laut wäre. Der Kläger wohnt allerdings mehr als 28 Meter davon entfernt, so dass er nicht mehr als betroffen gilt. „Es sieht eher so aus, als würde diese Problematik für ihr Anwesen keine Rolle spielen“, sagte der Vorsitzende Richter. Außerdem habe das Landratsamt beschlossen, dass man diesen Parkplatz nachts nicht benutzen darf. Auch beim Verkehrslärm sind die Grenzwerte laut Gutachten eingehalten. „Wir sehen es eher nicht, dass der Verkehrslärm so zunimmt und die Rechte des Klägers verletzt sind“, sagte der Vorsitzende. Das liege daran, dass die Anforderungen der Lärm-Leitlinie so hoch liegen.

Anwalt Helmut Menche stellte einen Antrag für ein Verkehrsgutachten. Doch das lehnte das Gericht ab: Auf solch ein Gutachten komme es nicht an.

Der Gilchinger kritisierte das Verhalten der Kommune schwer: „Die Gemeinde hat das Wohngebiet mit Salamitaktik kaputt gemacht.“ Es werde überhaupt nicht berücksichtigt, dass es sich um eine verkehrsberuhigte Zone handle. Seit acht Jahren würden Busse und Schienenersatzverkehr durch die Straße fahren, Autofahrer würden sie als Schleichweg nutzen. „Eine Gartenbenutzung ist so gut wie nicht mehr möglich. Von Wohnqualität kann man nicht mehr sprechen.“ Man würde gar nicht vor Gericht sitzen, wenn die Gemeinde den Plan umgesetzt hätte, den die Väter vorgesehen hätten – die Entlastungsstraße fehle. Er scheute auch nicht davor zurück, von Betrug zu sprechen.

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