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Bewies sein Potenzial: Der Gilchinger Männerchor bei seinem Auftritt im Rathaus.

Konzert

Gute Laune in jedem Akkord

Der Gilchinger Männerchor hat bei seinem Frühjahrskonzert das Publikum im Rathaus begeistert.

Gilching – Seit zwei Jahren leitet der junge Bariton-Solist Manuel Kundinger den Gilchinger Männerchor, ein Verein, der immerhin auf 115 Jahre Tradition zurückblicken kann. Die 26 aktiven Mitglieder treffen sich einmal in der Woche, immer montags um 19.30 Uhr im Gasthaus Widmann in Gilching, weil sie wissen, dass Singen das Atmen der Seele ist. Das gesellige Beisammensein kommt dabei auch nicht zu kurz und immer geht es ausgesprochen harmonisch zu bei diesen Treffen.

Seit vergangenem Jahr soll nun das „Frühjahrssingen“ fester Bestandteil des Gilchinger Kulturlebens werden, denn die Männer wollen der Öffentlichkeit „das ganze Potenzial zeigen“ und nebenbei auch noch um Nachwuchs werben. Chorleiter Kundinger weiß, dass einfach jeder singen kann. Nach dem jüngsten Konzert am Sonntag war das Publikum, das zu Hauf ins Gilchinger Rathaus hereingeströmt war, vollends überzeugt, dass es nichts Schöneres gibt, als ein Lied über die Liebe im Chor anzustimmen. Auch lohnt es sich, genauer auf die Texte zu hören, die sehr witzig und frech sein können. Die Gilchinger Mannen haben es, salopp formuliert, einfach drauf, so klar und prononciert zu singen, dass das Publikum beim Kanon mit seinen verschiedenen übereinandergelegten Stimmlagen und Tempi den Text selbst in der letzten Reihe verstand. Beim Räuberlied von Franz Schubert ist das schon eine beachtliche Leistung, die zudem höchste Konzentration von den Sängern erfordert.

Überhaupt war viel romantisches Liedgut zu hören und das ist gut so in Zeiten, in denen selbst das „Heideröslein“ oder „Der Lindenbaum“ zum pflegebedürftigen Kulturgut gehören. Darüber hinaus gab es Tanzmusik von der Geigerei Schreiner, ein „Familienbetrieb“ mit Streichern und Ziehharmonika, der mit jedem Akkord für gute Laune sorgt. Besonders schön war auch der erstmalig eingeplante Auftritt des Wolfratshauser Kinderchors, den der Japaner Yoshihisa Matthias Kinoshita seit 1989 leitet. Der Chorleiter hat schon zahlreiche Preise (Orlandi di Lasso Medaille, Chorwettbewerb in Riva del Garda) eingeheimst und begeistert die Kinder nicht nur mit seiner coolen roten Brille und der lebendigen Körpersprache, sondern mit den Liedern, die er einstudiert. Da gibt es Prickelndes wie „Coca Cola“, Afrikanisches in Originalsprache oder aber Musicalsongs. Bei dem Japanischen „Hotaru Koi“ ging dann die Herzschlagfrequenz beim Publikum nach oben und die Kinder übertrafen sich selbst. Dann noch ein wehmütiges „Lebewohl“ des Männerchors, ein freudiges „Viva la compagneia!“ und dem redegewandten Moderator Gottfried Jais, der mit Esprit und bayerischem Charme durchs Programm geführt hatte, fehlten endgültig die Worte. Zum Abschied gab es dann noch vom Kinder- und Männerchor zusammen ein freudiges Gaudeamus und natürlich begeisterten Applaus des Publikums.

Astrid Amelungse-Kurth

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