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Festgäste und Grundschulkinder (v.r.): Schulleiter Johannes Bauer, Manfred Burkhard, Professor Ursula Männle (Vorsitzende Hanns-Seidel-Stiftung), Gilchings Bürgermeister Manfred Walter, Susanne Brückner (stellvertretende Schulleitung) und einige der jungen Gastgeber. 

Montessorischule Gilching

Ein Haus zum Schnuppern und zum Lernen

Großes Fest in der Gilchinger Montessorischule: Am Freitag wurde das neue Gebäude eingeweiht.

Gilching – „Erst bauen Menschen ein Haus, dann baut das Haus die Menschen“ zitierte Schulleiter Johannes Bauer den Philosophen Albert Schweitzer und bestätigte, dass dies auch Leitspruch für die Montessorischule sei. Nach drei Monaten Betrieb wurde sie gestern im Beisein von Gästen aus der Politik, der Wirtschaft und vieler Nachbarn eingeweiht.

Zwar sah es lange so aus, als würden alle Versuche scheitern, dem ständig wachsenden Bedarf an Schülern gerecht zu werden; unter anderem durch einen geplanten Anbau an der alten Volksschule in Argelsried. „Aus heutiger Sicht aber war es unser Glück, dass nichts geklappt hat“, sagte Schulleiter Bauer. Denn dies habe dazu geführt, über einen Schulhausneubau in Eigenregie nachzudenken.

Von der Idee begeistert stellte die Kommune das weitläufige Areal zwischen James-Krüss-Grundschule und Kletterhalle auf Erbpacht zur Verfügung. Die Planung und Finanzierung des barrierefreien und komplett aus Holz hergestellten Gebäudes (4,3 Millionen Euro) oblag fortan dem Montessori-Förderverein. „Wir fühlen uns hier richtig wohl und jedes der Kinder hat inzwischen auch schon seinen Lieblingsplatz gefunden“, betonte Bauer.

Während sich Emilia zum Lernen lieber auf das rote Sofa zurückzieht, hat sich Franzl entschieden, im Stehen zu lernen. „Dazu legt er sein Lesebuch auf das Geländer der Galerie im ersten Stock, von wo aus er alles überblicken kann und wo immer wieder mal einer auf einen kleinen Ratsch stehen bleibt“, erzählte Bauer. Hervorragend gelöst sei außerdem die oft störende Akustik in traditionellen Schulhäusern. „Hier ist alles optimal ausbalanciert. Wir werden gehört, ohne dass es unangenehm hallt.“

Eine Kostprobe des „guten Tons“ demonstrierten die etwa 80 Buben und Mädchen, indem sie den rund 60 Festgästen ein Ständchen brachten. Lob gab es von Bauer für die Architekten Ellen Dettinger und Felix Schürmann, die selbst Eltern einer Schülerin der Gilchinger Montessori-Schule waren und „viel Herzblut“ in die Planungen investiert hätten. Dabei war für die Fertigstellung nur eineinhalb Jahr Zeit.

Sichtlich stolz auf die Komplettierung des neuen „Kinder-Campus“ an der Frühlingsstraße war Bürgermeister Manfred Walter. In direkter Nachbarschaft der Montessori-Schule, die er wegen seines angenehmen Holzgeruches als „Haus zum Schnuppern“ bezeichnete, befinden sich das Kinderhaus, der Abenteuerspielplatz, die James-Krüss-Grundschule und die Kletterhalle.

Den kirchlichen Segen spendete gestern Pfarrerin Dorothea Bezzel. Im Anschluss an den offiziellen Teil gab es einen Mittagstisch – aus der eigenen Schulküche, versteht sich.  ph

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