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So soll das Wohn- und Geschäftshaus an der Ecke Rathaus-/Römerstraße einmal aussehen. Den Winter über klaffte dort eine Baulücke. 

Ortsteilversammlung

Klage gegen Umfahrung bald vom Tisch

Gilchings Bürgermeister Manfred Walter hat mit dem Kläger gegen die Westumfahrung eine außergerichtliche Einigung erzielt. Bereits am Montag soll der Bauausschuss erste Aufträge vergeben.

Gilching – Etwa 60 Bürger waren zur dritten Ortsteilversammlung am Donnerstagabend in den Oberen Wirt im Altdorf gekommen. Während im St.-Vitus-Stüberl des Wirtshauses der Kabarettist Holger Paetz dieses und jenes aufs Korn nahm, machte Bürgermeister Manfred Walter im darüber liegenden Saal eine Ankündigung, auf die viele Gilchinger seit Jahren warten, die das Auditorium dennoch deutlich verhalten aufnahm. „Ich weiß, dieser Satz sorgt normalerweise für Lacher“, sagte Walter mit Blick auf die seit 30 Jahren geplante Westumfahrung. „Jetzt ist es aber wirklich soweit.“

Im Bauausschuss am Montag werden erste Planungsaufträge vergeben

Erfreulicherweise habe man mit dem Kläger eine außergerichtliche Einigung erreicht, sagte Walter. Ein Anlieger aus St. Gilgen hatte den Baubeginn zunächst verhindern wollen, weil er mit der aktuellen Trassenführung nicht einverstanden war. „Noch ein paar Formalitäten, dann können wir beginnen“, betonte der Bürgermeister am Donnerstagabend. „Ich denke, in drei bis vier Wochen ist die Klage vom Tisch.“ Danach müssten der Förderantrag an die Regierung von Oberbayern gestellt, noch weitere Grundstücke erworben und archäologische Bodenuntersuchungen eingeleitet werden. Bereits im Bauausschuss am Montag werden erste Planungsaufträge vergeben.

Begonnen wird mit der Planung von sieben Unterführungen und einer Sichtschutzwand. Im Rahmen des Umfahrungsbaus werde außerdem die direkte Verbindung zwischen dem Weiler Steinlach und dem Starnberger Weg gesperrt und der Verkehr umgeleitet. „Dies bleibt auch nach dem Bau der Trasse so.“ Die Fertigstellung der Umfahrung ist für 2020/21 geplant, hatte Walter stets betont.

Großes Thema am Donnerstag war auch die Umgestaltung der Römerstraße. Kritik gab es seitens einiger Bürger wegen des geplanten Vollsortimenters, der angrenzend an das heutige Posthochhaus vorgesehen ist. „Ich denke, innerhalb des Bürgerdialogs wurde mehrheitlich der Vollsortimenter abgelehnt?“, monierte ein Besucher. Walter räumte zwar ein, dass es etliche Gegenstimmen gegeben habe, jedoch auch viele Befürworter.

Bürgermeister Walter: „Verkehr wird spürbar weniger werden“

„Wir mussten abwägen. Der Gemeinderat hat sich dann mehrheitlich für den Vollsortimenter entschieden, wenn wir das Zentrum stärken wollen. Im Hinblick auf die Bebauung der Glatze brauchen wir ihn auch.“ Im Übrigen werde gerade versucht, dort auch eine Poststelle zu integrieren.

Bürger beklagten, dass es eine Zumutung sei, beim Edeka am Bahnhof zwischen Käse- und Wursttheke wichtige Postangelegenheiten zu erledigen. „Wenn wir es schaffen, im neuen Vollsortimenter eine Poststelle zu bekommen, dann muss diese von außen und nicht über den Laden zugänglich sein“, versprach Walter.

Der Abriss des ehemaligen Posthochhauses an der Römerstraße ist für 2. Mai vorgesehen. Gegenüber, wo derzeit an der Ecke Rathaus-/Römerstraße noch eine Baugrube klafft, ist unter anderem die Erweiterung des Drogeriemarkt Rossmann geplant. Zusätzlich entsteht ein mehrstöckiges Geschäfts- und Wohnhaus, das auch ein Café beheimaten soll. In punkto Verkehr versprach Walter: „Sobald die Umgehungsstraße in Betrieb geht, wird die Römerstraße verkehrsberuhigt umgestaltet. Auch wenn wir den Verkehr nicht ganz aus dem Zentrum raus bringen, er wird aber in jedem Fall spürbar weniger werden.“

Von Uli Singer

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