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Suchen dringend Verstärkung: Gudrun Müller (v.r.), Gabi Gradischnid, Hannelore Mayerhofer, Luise Selmeier, Gerhard Heinzmann, Brigitte Weissmann, Tina Auer, Irmgard Seligmüller und Ursel Rapp .

Personalnot

Gilchinger Tafel schlägt Alarm

„Hilfe, wir sind komplett unterbesetzt“, sagt Gudrun Müller, Leiterin der Gilchinger Tafel. Es fehlt an ehrenamtlichen Helfern. Insbesondere sind ein paar rüstige Männer gefragt, die beim Einsammeln auch mal Kisten schleppen können.

Gilching – An Engagement mangelt es Gudrun Müller nicht. 2003 übernahm die 74-Jährige die Leitung der Gilchinger Tafel und ist bis heute dabei. „Ich bin im Laufe der 14 Jahre natürlich auch älter geworden“, sagt sie. „Es geht mir aber sehr gut und ich hoffe, das Ehrenamt noch recht lange ausüben zu können.“

Mehr Sorgen macht Müller da schon, dass der Tafel weitere Helfer fehlen – vor allem an den beiden wichtigsten Tagen, montags und mittwochs. „Wir hatten eigentlich immer sehr viele Helfer. Da es sich bei unseren Mitarbeitern aber meist um ältere Personen handelt, scheiden auch immer wieder welche aus“, erklärt sie. „Sie wollen sich dann verstärkt um die Enkel kümmern oder schaffen es einfach aus Altersgründen nicht mehr.“

Wohl ein Problem: Es gibt keine Aufwandsentschädigung

Nachwuchs zu finden, sei heutzutage eine der schwierigsten Aufgaben. Erschwerend komme hinzu, dass es sich um ein reines Ehrenamt handelt und es deshalb auch keine Aufwandsentschädigung gibt.

Dennoch hofft die passionierte Volksmusikantin, dass sich Menschen finden, die ein paar Stunden die Woche „für diese sinnvolle Tätigkeit“ erübrigen können. „Wir bräuchten dringend an die sechs Männer, die die Supermärkte anfahren, die zur Verfügung gestellten Waren einladen und zur Villa bringen. Aber auch weibliche Ehrenamtliche fehlen, die in den Räumen der Tafel die Lebensmittel auspacken, sortieren und am Mittwochnachmittag an rund 60 Abholer ausgeben.“

An Lebensmittelspenden mangelt es nicht

Wobei die Bedürftigen nicht nur für sich den Wochenbedarf abholen, sondern damit auch Partner, Kinder oder Großfamilien versorgen. „Normalerweise werden für die Ausgabe mindestens acht Helfer benötigt“, betont Müller. „Derzeit sind wir leider nur zu viert. Da kommt es dann schon zu Engpässen“, sagt die Gilchinger Tafel-Mitarbeiterin.

Insgesamt ist das Team im Laufe der Jahre von einst 40 Helfern auf 20 zusammengeschrumpft. Auch wenn Ehrenamtliche Mangelware sind: An Lebensmittelspenden mangelt es nicht. Schon 1999, als die Gilchinger Tafel als eine der ersten im Landkreis gegründet wurde, gab es viele Spenden. Das war auch nötig – der Bedarf war damals schon groß. Nur war der Platz in einer Wohnung an der Sonnenstraße zu klein. 

„Wir werden sehr großzügig von Märkten versorgt“

Mittlerweile ist die Situation am Standort in der Villa an der Pollinger Straße komfortabler. Auch über die Spenden kann Müller nicht klagen: „Wir werden sehr großzügig von den hiesigen Märkten, aber auch kleineren Geschäften versorgt. Dazu kommen vereinzelt auch private Spender, die vorbeischauen, fragen, was wir noch brauchen könnten, losziehen, es kaufen und es uns bringen.“

Wer Interesse hat, im Team der Gilchinger Tafel mitzuarbeiten, kann sich bei Müller unter Telefon (0 81 05) 2 22 66 melden. Die Ausgabe der Lebensmittel findet in der Sägewerksvilla gegenüber vom S-Bahnhof Gilching-Argelsried jeweils mittwochs von 13.30 bis 17.30 Uhr statt.

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