Ausgerastet wegen Liebeskummer

Prozess: Maler rief Polizei - und ging dann auf sie los

Von Drogen hatte er sich losgesagt, seine Ausraster hat er noch nicht unter Kontrolle: Ein Gilchinger (29) stand vor Gericht, nachdem er aufgrund von Liebeskummer ausgerastet war. 

Gilching Weil sich seine große Liebe von ihm trennen wollte und es einen heftigen Streit gegeben hatte, rief ein 29-jähriger Maler und Lackierer im März dieses Jahres die Polizei, verbunden mit der Ankündigung, er werde sonst „etwas Dummes anstellen“.

Als zwei Beamte der Polizeiinspektion Germering bald darauf in Gilching eintrafen, fanden sie den Anrufer in hoch aggressivem Zustand vor. Auf Versuche, seine Personalien festzustellen, reagierte der alkoholisierte Mann mit Drohungen gegen die Polizisten und ging schließlich mit erhobener Faust auf einen der Beamten los. „Wir haben ihn dann zu Boden gebracht, fixiert und auf die Wache mitgenommen“, berichtete eine damalige Polizeianwärterin (21), als der Gilchinger sich dieser Tage am Starnberger Amtsgericht wegen versuchter Körperverletzung, Beleidigung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte verantworten musste.

Der Angeklagte habe „die Faust in Kopfhöhe“ ihres Kollegen gehoben und zum Schlag ausgeholt, so die Zeugin. „Der konnte gerade noch ausweichen.“ Für die Staatsanwaltschaft war damit klar, dass sich die Anklagevorwürfe bestätigt hatten. In Anbetracht von 19 Eintragungen im Bundeszentralregister des 29-Jährigen galt es nun die richtige Ahndung zu finden, denn nach zwei abgesessenen Vollzugsstrafen drohte dem Mann erneut Gefängnis.

„Der Vorfall war mir eine Lektion“, beteuerte der Gilchinger, der verständlicherweise große Angst hatte, durch eine Haftstrafe wieder aus der Bahn geworfen zu werden. Er habe „den Drogen komplett abgeschworen“, einen Job mit Verantwortung und befinde sich auf dem Weg der Stabilisierung, so der Maler. Amtsrichterin Brigitte Braun wusste diese Aspekte (im Gegensatz zur Staatsanwaltschaft, die acht Monate Vollzugsstrafe forderte) durchaus zu würdigen, wenngleich eine Bewährungsstrafe von sechs Monaten, für drei Jahre ausgesetzt, unvermeidbar war.

Als Auflagen muss der Gilchinger binnen eines halben Jahres 40 Sozialstunden ableisten und jeden Wohnsitzwechsel melden; ihm wird erstmals ein Bewährungshelfer an die Seite gestellt. Braun zum sichtlich erleichterten Delinquenten: „Ich hoffe, dass Sie irgendwann doch noch mal in die Puschen kommen.“

Rubriklistenbild: © dpa

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