Brandschutz am Unterbrunner Holz

„Wir werden vertröstet – so geht’s nicht“

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Gilchings Bürgermeister Manfred Walter ärgert sich über die Nachbargemeinde. Seine Kritik: Gauting schiebt den Brandschutz  für sein geplantes Gewerbegebiet am Unterbrunner Holz ab.

Gilching – Manfred Walter hatte bei der Jahresversammlung der Gilchinger Feuerwehr einige Kritik einstecken müssen – der Neubau des Gerätehauses dauert den Ehrenamtlichen deutlich zu lange. Mit einem Thema konnte der Gilchinger Bürgermeister zum Ende seiner Rede aber punkten: mit dem neuen Gautinger Gewerbegebiet. Das plant die Gemeinde Gauting am Unterbrunner Holz auf einer Fläche von 60 Hektar. Um den Brandschutz wird sich wohl aber die Gilchinger Feuerwehr kümmern müssen, hieß es bei der Jahresversammlung. 

„Größte Last wird auf Gilchinger Feuerwehr liegen“

Also sammelte Walter dort Punkte: „Es kann nicht sein, dass die Gemeinde Gauting ein Gewerbegebiet baut und erwartet, dass die Nachbargemeinde den Brandschutz übernimmt.“ Erst im April, wenn die Pläne öffentlich ausgelegt werden sollen, könne man sich äußern. „Wir werden vertröstet. So geht’s nicht“, sagte Walter.

Doch warum sehen sich die Gilchinger in der Pflicht? Von den infrage kommenden Feuerwehren hat die Gautinger mit etwa zehn Minuten die längste Anfahrt. Die Stationen in Unterbrunn und Geisenbrunn haben kürzere Wege, sind aber deutlich kleiner. „Die größte Last wird auf der Gilchinger Feuerwehr liegen“, sagte deren Vorstand Johann Müller deshalb.

Gautinger Feuerwehr: Wird keinen Unmut geben

Bei der Jahresversammlung betonte Kommandant Robert Strobl bereits, dass Anforderungen und Anzahl der Einsätze steigen würden. Können sich die Gilchinger dann auch noch um ein zusätzliches Gewerbegebiet kümmern? „Für Freude sorgt das bei uns nicht. Wir haben ausreichend Einsätze“, sagt Strobl im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. „Das bleibt an uns Ehrenamtlichen hängen.“ Gauting könne aber den Brandschutz der Gilchinger Feuerwehr überlassen und das finanziell fördern. „Da sind die Kommunen gefragt. Für uns ist es zu stemmen – das muss es ja auch.“

Bei der Gautinger Feuerwehr ist der Brandschutz beim möglichen Gewerbegebiet am Unterbrunner Holz noch kein Thema, wie Kommandant Stefan Klaußner sagt. „Das interessiert mich momentan nicht. Wenn gebaut wird, gibt es einen Planer, der sich darum kümmert.“ Dass die erste Zuständigkeit wohl in Gilching liegen würde, werde nicht für Unmut sorgen. „Es fährt nicht der, dem es gehört, sondern der, für den es am Nächsten ist.“ Die Gautinger Feuerwehr könne bei großen Einsätzen, etwa dem Brand in einer Lagerhalle, nachkommen. „Wir sind wesentlich weiter weg, klar. Zehn Minuten sind da bei der Anfahrt gleich vorbei.“ Je nach Größe des Einsatzes würden daher die Kollegen aus Gilching, Geisenbrunn oder Unterbrunn ausrücken.

Gautings Bürgermeisterin: Zahlung an Gilching eine Option

Mit sechs Minuten Anfahrt rechnet Wilhelm Painhofer, Vorstand der Geisenbrunner Feuerwehr. Er kann sich vorstellen, dass seine Ehrenamtlichen für kleine Einsätze zuständig wären, etwa ausgelaufenes Öl oder kleine Brände. Für größere Einsätze brauche es die Kollegen aus Gauting und Gilching.

„Der Brandschutz war bisher kein Thema“, sagt Gautings Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger. „Wir werden diese Themen aber nicht auf den Schultern der Nachbargemeinden abladen.“ Es gebe bereits Lösungsideen. „Wir werden viele Möglichkeiten erörtern.“ Gilching für den Brandschutz zu bezahlen, sei eine Option. „Eine finanzielle Unterstützung ist nicht ausgeschlossen.“

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