Verabschiedeten Schulleiter Peter Meyer (2. v.l.): Ministerialbeauftragte Brigitte Grams-Loibl, Andechs Bürgermeister Georg Scheitz (für den Schulzweckverband im westlichen Landkreis), sowie die Schülersprecherinnen Elena Vilsmayer und Paulina Schmid und Schülersprecher Jan Porsch.
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Verabschiedeten Schulleiter Peter Meyer (2. v.l.): Ministerialbeauftragte Brigitte Grams-Loibl, Andechs Bürgermeister Georg Scheitz (für den Schulzweckverband im westlichen Landkreis) sowie die Schülersprecherinnen Elena Vilsmayer und Paulina Schmid und Schülersprecher Jan Porsch.

Peter Meyer geht in Ruhestand

Abschied vom Schulleiter am Gilchinger Gymnasium: Großes Kino für „Biene Meyer“

  • Tobias Gmach
    VonTobias Gmach
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Nach 40 Jahren im Schuldienst und elf als Leiter des Gilchinger Gymnasiums geht Peter Meyer in Ruhestand. In Erinnerung bleiben der Schulfamilie gerade seine Innovationskraft – und seine lateinischen Weisheiten.

Gilching – Wer bekommt zum Abschied schon eine Ballett-Darbietung, eine Bewegungskünste-Aufführung, einen Tango eines klassischen Quartetts, ein Wagner-Opernstück und Chopins Regentropfen-Prélude am Klavier? Die volle künstlerische Bandbreite hatte die Schulfamilie des Christoph-Probst-Gymnasiums Gilching (CPG) am Dienstagnachmittag aufgeboten – zu Ehren des scheidenden Schulleiters Peter Meyer.

Ehemalige, die Lehrkräfte, Rektoren von Nachbarschulen, Lokalpolitiker: Etwa 120 Gäste waren in die Aula gekommen, um Meyer nach elf Jahren in Gilching und rund 40 Jahren im Schuldienst Servus zu sagen. Am Ende sangen sie alle (oder zumindest die meisten) ein dem Schulleiter auf den Leib gedichtetes „Biene Meyer“ („Emsig, unruhig, eifrig, Peter Meyer, Meeeeeeyer...“). Schon gute eineinhalb Stunden vorher, um genau 16.36 Uhr, hatte die Ministerialbeauftragte Brigitte Grams-Loibl den CPG-Chef offiziell in den Ruhestand versetzt. Einer von mehreren emotionalen Momenten an diesem Tag.

Unter Meyers Leitung, der 2010 vom Tölzer Gabriel-von-Seidl-Gymnasium gekommen war, hat sich eine Menge getan am CPG. Gleich zum Start hatte er die Generalsanierung und den G8-bedingten doppelten Abiturjahrgang zu managen. Seither führte Meyer eine erweiterte, achtköpfige Schulleitung und ein sehr geschätztes Mentorenprogramm ein. Als Seminarlehrer begleitete er Generationen von Referendaren in den Lehrerjob. Die nachhaltige Projektarbeit zur Erinnerung an den Namensgeber der Schule, Christoph Probst, Labels wie „Schule ohne Rassismus“, die Aufnahme ins naturwissenschaftliche Excellence-Netzwerk MINT-EC, die vielen außerschulischen Aktivitäten: Alles Verdienste, die die Redner auf Meyers Konto schrieben.

Birgit Söldenwagner von der Schulleitung resümierte: „Die Schüler standen immer im Mittelpunkt deiner Arbeit. Du hinterlässt ein bestens bestelltes Haus.“ Sie hielt ihm auch zugute, dass er das Gymnasium „entschlossen und voller Energie bis zum letzten Tag“ durch stürmische Corona-Zeiten geführt habe. Die Ministerialbeauftragte Grams-Loibl lobte Meyer für seine „Innovationskraft, Entschlussfreudigkeit, Führungsstärke und Kommunikationsbereitschaft“. Dass er immer offen für neue pädagogische Konzepte und Ideen war, hatten schon ihre Vorgänger betont, wie sie erzählte. Schülersprecherin Paulina Schmid präsentierte ein launiges Akrostichon aus dem Namen des Schulleiters und überreichte ihm – passend zu Christoph Probst – weiße Rosen zum Abschied.

So manche Spitze bekam Meyer von René Prock, Lehrer und Personalratsvorsitzender, ab. Er warf mit lateinischen Zitaten um sich – so wie es Meyer laut Prock im Schulflur immer wieder getan hatte. Es habe eine regelrechte Angst im Kollegium vor den Weisheiten des Chefs geherrscht, übertrieb Prock ganz bewusst. Und er merkte an: „Sie hatten ein Talent dafür, genau die Stunden zu besuchen, die wir nicht besucht haben wollten.“ Allerdings habe sich Meyer immer vor seine Mitarbeiter gestellt – etwa bei „ungerechten Elternbeschwerden“. Prock lobte auch den Einsatz für Lehrer-Gruppenimpfungen. „Sie haben den Leiter des Impfzentrums in den Wahnsinn getrieben.“

Nachdem Meyer reichlich von den Lehrkräften beschenkt worden war (etwa mit einem CPG-Puzzle), trat er selbst ein letztes Mal ans Rednerpult. „Die größte Stärke der Schule ist das Gegenteil von Distanz – nicht die Präsenz, sondern die Nähe. Schule ist ein Begegnungsort“, betonte er in Anspielung auf die schwierigen Distanzunterricht-Zeiten zuletzt. Seine eigene Verabschiedung habe „den Wert schulischen Lebens in seiner ganzen Breite und Vielfalt“ gezeigt.

Seinem Nachfolger Bernd Kaube, bisher Mitglied der erweiterten Schulleitung, wünschte Meyer „eine glückliche Hand“, um die Schule beständig weiterzuentwickeln. Denn Stillstand kann er nicht ausstehen, das vermittelte er deutlich. Meyer, der in Weilheim wohnt, hat nun mehr Zeit für Konzertbesuche und Bergwanderungen. Natürlich beendete er seine Rede mit einem lateinischen Zitat, das sich an sein Gymnasium richtete: „Vivat, floreat, crescat“ – „lebe, blühe und gedeihe“.

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