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Ein Teil des help!-Teams auf einem Foto aus dem vergangenen Jahr.

Medizinische Versorgung

help!-Praxis in Gilching auf der Kippe

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Der Ärger über die Neuorganisation des ärztlichen Bereitschaftsdienstes hält an. Nun nimmt der Geschäftsführer der help!-Bereitschaftspraxis in Gilching die Kassenärztliche Vereinigung in die Pflicht.

Gilching – Der Ärger zahlreicher Ärzte über die Neuorganisation des ärztlichen Bereitschaftsdienstes hat womöglich Auswirkungen auf den Fortbestand der help!-Bereitschaftspraxis in Gilching. „Die Praxis steht auf der Kippe“, sagte Geschäftsführer Manfred Spann im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. Innerhalb der nächsten zwei Wochen erwartet er eine Stellungnahme der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB), wie es mit der Praxis weitergehen soll. Dabei geht es, wie so oft im Gesundheitswesen, ums Geld.

Die help!-Praxis an der Römerstraße besteht seit zwölf Jahren und erfreut sich bei Patienten im westlichen Landkreis großer Beliebtheit. Etwa 20 Allgemeinärzte aus Gilching und den umliegenden Gemeinden wechselten sich dort bislang im Bereitschaftsdienst an den Wochenenden und Feiertagen ab – bislang. Denn seit vergangener Woche ist die Praxis in den neuen ärztlichen Bereitschaftsdienst der KVB integriert und einer von drei Standorten in der Region Landsberg/Starnberg.

Ärzte, die in Gilching Bereitschaftsdienst leisten, müssen pro behandelten Patient zwölf Euro an die Praxis-Gesellschaft abführen. „Wir brauchen diese Einnahmen für Miete, Personalkosten und Sachkosten“, sagt Spann. Bislang sei das unter den beteiligten Ärzten auch Konsens gewesen, weil die am Fortbestand der Praxis Interesse haben. Nun aber regt sich Widerstand, weil die KVB alle der 259 Ärzte aus der gesamten Dienstregion nach Gilching abkommandieren kann, also zum Beispiel auch aus dem 50 Autobahnkilometer entfernten Denklingen. Und die wiederum haben kein Verständnis für die Zwölf-Euro-Gebühr zum Erhalt einer Praxis im westlichen Landkreis Starnberg. Gilchinger Ärzte müssen dafür im Gegenzug auch in Landsberg Bereitschaftsdienst leisten.

„Ich verstehe die Ärzte und deren Aufschrei“, sagt Spann dazu. „Sie werden zum Sitzdienst in Gilching gezwungen und sollen dafür auch noch bezahlen.“ Dabei müsse es doch Aufgabe der KVB sein, den Fortbestand der Praxis zu gewährleisten. Allerdings habe sie bislang keine Lösung zur Finanzierung vorgelegt. Nun ist Spann kurz davor, die Situation eskalieren zu lassen. „Wenn die KVB nicht bereit ist, das Defizit zu übernehmen, muss die Praxis geschlossen werden“, sagt Spann. „Wir würden ansonsten sehenden Auges in die Insolvenz schlittern.“ Was ihn generell ärgert: „Mit der Neuorganisation des Bereitschaftsdienstes wurden regional funktionierende Strukturen zerstört und Patienten wie Ärzte in die Anonymität geschickt.“ Ein Vorwurf, den zahlreiche niedergelassene Ärzte teilen (wir berichteten).

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