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Hilferuf der Gilchinger Namaste-Stiftung

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Von: Hanna von Prittwitz

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Offene und freundliche Gesichter, trotz aller Armut: Kinder in Nepal. Die Gilchinger Stiftung plant für November wieder einen Nepaltag.
Offene und freundliche Gesichter, trotz aller Armut: Kinder in Nepal. Die Gilchinger Stiftung plant für November wieder einen Nepaltag. © Namaste-Stiftung

Nach zwei Jahren Pause soll es am 26. November im Gilchinger Gymnasium wieder einen Nepaltag geben. Der Verein, die Namaste-Stiftung der Bolde-Freunde, ist auch in der Pandemie aktiv geblieben. Und bittet um Spenden.

Gilching – Armut, Hunger und Erwerbslosigkeit: Nach den schweren Erdbeben vor wenigen Jahren war die Pandemie ein Dolchstoß für viele Familien in Nepal. Nach dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“ unterstützt die Namaste-Stiftung der Bolde-Freunde in Gilching unter anderem 100 Familien im Rahmen des sogenannten Family-Lifehood-Support-Programms. Der Hannelore-Kinder-Hilfsfonds setzte zuvor schon bei den Kleinsten an. „Darüber hinaus müssen wir unseren Charity-Fonds vermehrt unterstützen“, schreibt der Gilchinger Apotheker und Stiftungsgründer Horst Schmel in einem Rundbrief dieser Tage. Dieser Fonds stelle sicher, dass die Ärmsten der Armen medizinische Hilfe im Dhulikhel Hospital und in den Außenstationen auch ohne Bezahlung erhielten.

In den Zeiten der Pandemie waren auch der Stiftung in Teilbereichen die Hände gebunden. Umso mehr freut sich Schmel, „dass wir für Vorstand und Beirat vier Ärzte gewinnen konnten“. Vorsitzender ist nach wie vor Horst Schmel. Stellvertretender Vorsitzender ist Dr. Dirk Hagena aus Weßling. Weitere Vorstandsmitglieder sind Prof. Manfred Kallerhof aus Tutzing sowie Ursula Schmel, Dr. Moritz Schwoerer, Fürstenfeldbruck, und Dr. Volker Stagge aus Pfaffenhofen.

Hilfe im medizinischen Bereich

Ein besonderes Augenmerk liegt auf den Frauen, berichtet Schmel. „Nepal ist das einzige Land der Welt, in der die durchschnittliche Lebenserwartung der Frauen niedriger ist als die der Männer.“ Schwerste Arbeiten in der Landwirtschaft, aber auch im Straßen- und Häuserbau, dazu häufige Geburten und die Nichtexistenz von Vorsorgeuntersuchungen seien dafür verantwortlich. Nachdem die Pandemie Reisen erschwert habe, habe der Gynäkologe Schwoerer gemeinsam mit seiner nepalesischen Kollegin Sunola Shaghya im Anschluss endlich wieder erste Schritt für Vorsorgemaßnahmen einleiten können, berichtet Schmel. Die Internisten Hagena und Stagge begleiteten Endoskopie-Workshops in Dhos. Dort wurde schon vor zwölf Jahren damit begonnen, ein für Nepal einzigartiges „Endoscopy-Training-Center“ aufzubauen. Das Ärzteteam sei dort in der Lage, mittels Endoskopie frühzeitig Krankheitsbilder zu erkennen. An die 7500 Patienten habe damit durch die Entfernung von Gallensteinen geholfen werden können. „Damit wurde Tausenden Patienten aller Altersstufen und auch vielen Kindern das Leben gerettet. Der gute Ruf der Abteilung ist landesweit bekannt, Patienten werden aus allen Distrikten überwiesen“, berichtet Schmel. Ersatzbeschaffungen, Reparaturen und Weiterbildung jedoch seien unerlässlich.

Kallerhoff, seit 2010 in der Stiftung tätig, unterstützte über die Jahre den Aufbau einer Fachabteilung Urologie im Krankenhaus in Dhulikhel. Kallerhoff hatte sich zwischenzeitlich zurückgezogen und als Beirat agiert, berichtet Schmel. „Er widmete sich in dieser Zeit vor allem der bestmöglichen Entsorgung von Krankenhausmüll, vor allem der Problematik des hoch infektiösen Materials, durch spezielle Verbrennungsöfen.“ Nun jedoch sei er in den Vorstand zurückgekehrt.

Unterstützung für Hebammenprojekt

Die Stiftung unterstützte in den vergangenen Jahren ein Hebammenprojekt. So konnte Hebammen Basiskenntnisse der Ultraschalldiagnostik vermittelt werden. „Sie sollen nach Abschluss des dreijährigen Projektes bei den Voruntersuchungen schwangerer Frauen helfen, Problemschwangerschaften frühzeitig zu erkennen und damit die Mutter-Kind-Sterblichkeit in den entlegenen Gebieten im Himalaja zu verringern“, erklärt Schmel.

Er wisse, wie notwendig es sei, in diesen Zeiten bestmögliche Hilfe für die Menschen in der Ukraine zu leisten. Sein Appell: „Im Vertrauen auf Ihre Treue, die Sie in den letzten zwei Jahrzehnten bewiesen haben, sind wir sicher, dass Sie dabei die Menschen in Nepal nicht vergessen werden.“ Zum Nepal-Tag am 26. November im Gilchinger Christoph-Probst-Gymnasium werden wie seit jeher Freunde, Förderer und Ärzte auch aus Nepal erwartet.

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