Spontaner Aufruf, große Wirkung: Stjepan und Magdalena Madunic, Wirte der Gaststätte Geisenbrunn, baten um Spenden für ihre Heimat Kroatien, die von einem Erdbeben heimgesucht wurde. Hunderte kamen der Aufforderung nach und brachten Hygieneartikel, Decken und Kleidung.
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Spontaner Aufruf, große Wirkung: Stjepan und Magdalena Madunic, Wirte der Gaststätte Geisenbrunn, baten um Spenden für ihre Heimat Kroatien, die von einem Erdbeben heimgesucht wurde. Hunderte kamen der Aufforderung nach und brachten Hygieneartikel, Decken und Kleidung.

Wirt startet Spendenaktion

Hunderte spenden für Kroatien

Stjepan Madunic ist überwältigt. Der Wirt der Gaststätte Geisenbrunn hatte am Dienstagnachmittag einen Aufruf veröffentlicht, in dem er um Hilfe für das von einem Erdbeben schwer getroffene Kroatien bat, seine Heimat. Bis Mittwochnachmittag brachten mehr als 300 Menschen Hilfsgüter vorbei.

Gilching – Die Nachricht von dem Erdbeben in seiner Heimat traf Stjepan Madunic schwer. Doch untätig herumzusitzen ist nicht seine Art. Madunic setzte sich sofort mit dem Roten Kreuz und der Kirchengemeinde in Petrinja in Verbindung, und rief via Facebook zu einer Spendenaktion auf. „Die kroatische Stadt Petrinja hat heute ein starkes Erdbeben getroffen. Es gibt viele Tote und Verletzte“, schrieb er auf seiner Facebookseite. Und weiter: „Der Plan: Wir sammeln Pakete mit den nötigen Materialien und fahren sie dann persönlich nach Kroatien in das betroffene Gebiet.“

Seither stapeln sich in der coronabedingt geschlossenen Gaststätte Geisenbrunn Kartons und Tüten mit Decken, Kleidung, Lebensmitteln und mehr. Madunic schätzt die Zahl der Menschen, die spontan ihre Sachen vorbei brachten auf mindestens 300. „Sie kommen von überall her, aus Gilching, Germering, München und Starnberg“, sagte Madunic dem Starnberger Merkur. Seit Mittwochvormittag waren Madunic, seine Frau Magdalena und zahlreiche Helfer damit beschäftigt, die Sachen zu sortieren. Der erste Lkw ist noch gestern Abend in das Krisengebiet gestartet. Ein weiterer soll an diesem Donnerstag folgen. „Eigentlich sollten die Sachen in einen Transporter, aber der ist zu klein“, so Madunic. Mitglieder des Gilchinger Stopslervereins jedoch seien ihm zu Hilfe gekommen, „die besorgen die Lkw“.

Unter den Spendern war am Mittwoch auch der Herrschinger Hans-Peter Geisler. Geisler war früher in der Textilproduktion tätig und hatte noch Winterjacken im Lager. „Die haben einen kleinen Produktionsfehler, da wurde ein Etikett falsch aufgenäht“, sagt er. Eine Freundin habe ihn auf den Spendenaufruf des Wirts aufmerksam gemacht. Geisler sammelte die Jacken zusammen und fuhr nach Geisenbrunn. „Ich finde so eine Aktion gerade in diesen Zeiten, wo jeder nur mit sich selbst beschäftigt ist, super.“ Beeindruckt war Geisler auch von der Organisation. Denn trotz des unerwarteten Andrangs sei diese auch mit Blick auf Corona, Mindestabstand und Hygieneregeln in und rund um die Gaststätte „absolut tadellos“ gewesen.

Madunic will in den nächsten Tagen weiter Spenden sammeln. Im Moment seien Hygieneartikel aller Art inklusive Masken wichtig, dazu möglichst haltbare Nahrung (Konserven), Decken, Schuhe und Kleidung für Groß und Klein. Die Spenden können auch an diesem Donnerstag noch bei der Gaststätte Geisenbrunn (Tonwerkstraße 3) abgegeben werden.

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