Vermissen ihren Kater Charly: Tanja, Jonas und Henning Teuthorn (v.l.) mit einem Foto ihres verschwundenen Lieblings. Auf dem Schoß: dessen Bruder Balu.
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Vermissen ihren Kater Charly: Tanja, Jonas und Henning Teuthorn (v.l.) mit einem Foto ihres verschwundenen Lieblings. Auf dem Schoß: dessen Bruder Balu.

Vermisste Katze

Hundestaffel sucht Charly

Stirbt ein Haustier, ist die Trauer groß. Verschwindet aber ein geliebtes Tier, trägt die Ungewissheit über lange Zeit zu schlaflosen Nächten bei. So auch bei Tanja, Henning und Jonas Teuthorn aus Gilching, die seit Wochen auf der Suche nach Kater Charly sind. Dafür setzten sie auch eine Hundestaffel ein.

Gilching – „Wir haben alles versucht, sind nächtelang auf Spurensuche gegangen und haben die Region mit Plakaten bestückt. Nichts“, sagt Tanja Teuthorn. „Unser heiß geliebter Kater Charly bleibt verschwunden.“ Seit September 2019 lebten Charly und sein Bruder Balu, zwei Kater der Züchtung „Neva Masquarade,“ bei Familie Teuthorn in der Gilchinger Waldsiedlung.

Sie waren drei Monate alt, als sie im Reihenhaus am Stäudleweg Einzug hielten. „Zuerst blieben sie im Wohnzimmer, dann wagten sie vorsichtige Ausflüge in den Garten, und zuletzt waren sie auf Abenteuer in der Nachbarschaft aus. Sie sind aber sehr anhänglich und kamen immer wieder zurück. Spätestens zum Frühstück waren sie da“, erzählt Tanja Teuthorn. Bis zum Morgen des 27. August. Da war nur Balu von den nächtlichen Streifzügen zurückgekommen.

„Zuerst hofften wir ja, dass auch Charly wieder auftaucht. Doch er ist seither wie vom Erdboden verschluckt.“ Wochenlang habe man mit Hilfe vieler Nachbarn, Freunde und dem Tasso-Suchdienst alles versucht, Charly zu finden. „Wir haben auch die Tierärzte, die Polizei, Kliniken, Tierheime und sogar die Bauhöfe und Straßenmeistereien durchgerufen, ob er möglicherweise tot aufgefunden wurde. Aber nichts. Das schürt natürlich die Hoffnung, dass er noch lebt.“

Experten hätten empfohlen, Charly durch eine so genannte Heimwegschleppe auf den richtigen Weg zu bringen. Eine Methode, bei der Gerüche vertrauter Personen eine große Rolle spielen. „Wir haben den Schlafanzug von unserem Sohn Jonas genommen, sind mit dem Rad eine bestimmte Strecke weg von zu Hause gefahren und haben von dort aus den Schlafanzug an einen Strick gebunden am Boden entlang bis nach Hause gezogen. So wurde durch mehrmaliges Wiederholen eine Geruchsspur in Sternform gelegt.“

Weil auch diese Aktion nicht von Erfolg gekrönt war, wendete sich die Familie schließlich an die Hundestaffel K 4, die anbietet, mit speziell geschulten Hunden die Spur des Katers aufzuspüren. „Zwei Hundeführerinnen sind mit zwei Mischlingen und einem Husky hier angekommen, der die Hauptaufgabe übernommen hat. Für die Spurensuche wurde ein Utensil gebraucht, das nur von Charly benutzt wurde, sodass der Husky nicht durch andere Gerüche, etwa die von Bruder Balu, abgelenkt wurde. Wir hatten Gott sei Dank eine Decke, auf der es sich nur Charly bequem gemacht hatte“, erzählt Henning Teuthorn.

Mit der Geruchsprobe in der Nase sei der Husky dann gezielt losgerannt und habe erst wieder an den Kleidercontainern an der Ecke Kosthofstraße/Apostelweg Halt gemacht. Dort habe er deutlich zu verstehen gegeben, dass Charly von dort aus weder zu Fuß verschleppt noch in die Container geworfen wurde, betont Teuthorn. „Da Charly sehr neugierig war, könnten wir uns gut vorstellen, dass er in den geöffneten Kofferraumdeckel eines Autos gesprungen ist und die Autobesitzer beim Wegfahren nicht merkten, dass sie einen blinden Passagier mit dabeihaben. Bestenfalls ist er bei freundlichen Menschen untergekommen, die gar nicht ahnen, dass er hier schmerzlich vermisst wird.“

Wer über den hübschen Kater Auskunft geben kann oder gesehen hat, dass er in ein Auto gehüpft ist, möge sich mit Familie Teuthorn unter  01 63 / 162 64 18 in Verbindung setzen.

Uli Singer

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