Friedhof

Kosten für  Bestattung  steigen

Die Gemeinde Gilching hat die Bestattungsdienstleistung vergeben. Der Unternehmer begründet, warum es teurer wird. 

Gilching – Wer heute eine würdevolle Beerdigung erwartet, muss rechtzeitig den Sparstrumpf füllen. In Gilching jedenfalls werden die Gebühren ab 1. Januar um das Vier- bis Fünffache erhöht. Das legte das Gremium in seiner Sitzung am Dienstagabend fest. Auf der Tagesordnung standen zum einen die Vergabe der Bestattungsdienstleistungen. Zum anderen sollten die neu berechneten Gebühren als Satzung verabschiedet werden.

Die Diskussion verlief emotional. Rosmarie Brosig (BfG) beklagte, dass Menschen, die „ein Leben lang dazu beitragen, dass es der Kommune gut geht“, wegen der hohen Kosten nicht einmal dem Anlass entsprechend beerdigt werden könnten. Unverständlich war dem Gremium außerdem, wieso bei der Ausschreibung nur ein Angebot der Firma Abschied eingegangen war, gleichwohl fünf Bestattungsunternehmen angeschrieben worden seien.

„Wie zu ersehen ist, liegt das Angebot bei allen Positionen weit über den Preisen des bisherigen Vertrages mit der Firma Abschied. Aufgrund der Marktsituation handelt es sich nach Rücksprache mit einem Fachanwalt um ein wirtschaftliches Angebot. Dies bedeutet, dass der Zuschlag erteilt werden muss“, erklärte Bürgermeister Manfred Walter. Andernfalls könnte der Bewerber eine Klage anstreben – und würde Recht erhalten. Im Klartext bedeutet dies, dass ab 1. Januar 2019 die Preise für eine Beerdigung um ein Vielfaches angehoben werden. Als unverantwortlich bezeichnete dies Paul Vogl (CSU). Er kündigte an, dem nicht zuzustimmen. Was wiederum Thomas Reich (FW) dazu veranlasste, die Kritiker zur Sachlichkeit aufzufordern. „Hier muss die Kirche im Dorf bleiben. Richtig ist, dass die bisherigen Preise weit unter dem Üblichen lagen und oft nicht kostendeckend waren. Davon haben wir jahrelang profitiert. Jetzt wurden die Preise auf ein übliches Niveau angehoben.“

Auf Anfrage räumte Peter Kramer, Geschäftsführer von „Abschied“, ein, dass es eine entsprechende Preissteigerung gebe. „Als ich vor ein paar Jahren angefangen hatte, musste ich weit unter den üblichen Preisen anbieten, um ins Geschäft zu kommen. Ich habe viele Jahre lang bei den Serviceleistungen draufgezahlt. Deshalb musste ich die Gebühren angleichen.“ Kramer erklärte auch, wieso er einziger Anbieter war. „Wenn ein anderer Bestatter den Zuschlag für die Bestattungsdienstleistungen bekommen hätte, wäre er lediglich berechtigt gewesen, das Grab für die Beerdigung vorzubereiten. Dabei ist nichts verdient. Für die Beerdigung selbst können sich die Hinterbliebenen jedes andere Beerdigungsinstitut aussuchen. Deshalb nimmt man üblicherweise an keiner Ausschreibung teil, wenn dort bereits ein heimischer Bestatter zuhause ist.“

Gegen fünf Stimmen beschlossen die Räte, der Firma Abschied für die nächsten vier Jahre einen Bestattungsvertrag zu geben. Die Gebührensatzung wird in der nächsten Ratssitzung diskutiert.

Uli Singer

Rubriklistenbild: © dpa / Jens Büttner

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