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Sie machen gemeinsam Front gegen die Pläne der Gemeinde Gauting (v.l.): Ulrich Ellwanger (ÖDP), Dieter Jung (Fluglärm), Werner Deiglmayr (Grüne), Christian Winklmeier (SPD) und Bernhard Feilzer (Die Linke).

Wirtschaft

Neues Bündnis gegen die drei Inseln

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„Pro Bannwald“ will Gautinger Gewerbegebiet verhindern und droht mit einer Klage. 

Gilching – Der Widerstand gegen die Gewerbegebietspläne der Gemeinde Gauting wächst. Acht Organisationen, Vereine und Parteien haben sich zu einem Aktionsbündnis „Pro Bannwald“ zusammengeschlossen. Gemeinsam wollen sie die Versiegelung der Flächen und den Eingriff in die Natur im Landschaftschutzgebiet verhindern. Klage nicht ausgeschlossen.

„Die Größenordnung ist, milde gesagt, beeindruckend“, sagte Christian Winklmeier gestern bei einem Pressegespräch in Gilching, und spricht dann doch von Größenwahn. Das Aktionsbündnis – Mitglieder sind das Öko&Fair-Umweltzentrum in Gauting, die Bürger für Gilching, die Kirchengemeinde St. Johannes, die ÖDP, die Linke, die Grünen, die SPD und der Verein Fluglärm – verspricht sich durch den Zusammenschluss mehr Schlagkraft gegen das Vorhaben der Gemeinde Gauting. Diese plant, wie berichtet, auf einer Fläche von knapp 70 Hektar südlich des Gewerbegebietes Gilching Süd und östlich des Sonderflughafens Oberpfaffenhofen etwa 21,3 Hektar Gewerbeflächen, aufgeteilt auf drei Inseln. 48 Hektar sind als Grün- und Ausgleichsflächen vorgesehen.

Die Gegner des Projekts argumentieren auf breiter Front. „Die hohe Bedeutung für Landschaft und Erholung in dem Bereich sind sicherzustellen“, sagte Rudolf Ulrich vom Verein Fluglärm. Dem wolle man entgegentreten, „bevor Investitionen getätigt sind“. Ein Schlüsselwort sei die Planungshoheit der Kommune. Dies sei im Schriftverkehr beispielsweise mit dem Regionalen Planungsverband, dem bayerischen Umweltministerium und dem Landratsamt Starnberg trotz aller Bedenken immer wieder das schlagende Argument gewesen. „Wir erkennen, dass die Gemeinde Gauting Gewerbe braucht, aber nicht dort“, so Ulrich. Er sehe nicht, dass sich die Gemeinde um Alternativvorschläge bemüht habe. Dabei biete gerade der Verkauf des Sonderflughafens Oberpfaffenhofen eine Chance, weil 36 Hektar der dortigen Gewerbefläche auf Gautinger Flur liege. Dass dort nur flugaffines Gewerbe erlaubt sei, „kann man ändern“.

Betroffen sind auch Teile des Bannwalds „Unterbrunner Holz“. Dies ist laut Werner Deiglmayr (Grüne) zum einen problematisch, weil das geplante Gewerbegebiet in der dortigen engeren Wasserschutzzone befinde. Deiglmayr bezeichnete es als „Sündenfall ersten Grades“, wenn dieses Schutzgebiet beschnitten werden würde, da der Wasserbedarf der Region steigen werde. Er geht davon aus, dass für das Gewerbegebiet etwa 50 Hektar Bannwald gerodet werden müssen und fragt sich, wo die Ausgleichsflächen dafür geschaffen werden sollen.

Nicht zuletzt beklagen die Mitglieder des Aktionsbündnisse die weitere Versiegelung der Flächen sowie die Auswirkungen auf die Infrastruktur. „Ein Gewerbegebiet bedeutet Zuzug, und ich habe noch nicht gehört, wo die Menschen wohnen sollen, die dort dann arbeiten“, sagte Winklmeier. Klar, auch die Gemeinde Gilching schaffe Gewerbegebiete: „Aber nicht in der Größenordnung. Und wir haben konkrete Pläne für die Schaffung von Wohnraum auf der Gilchinger Glatze.“

Letztlich behält sich das Aktionsbündnis „Pro Bannwald“ auch den Klageweg vor. Denn seit der Anerkennung des Vereins Fluglärm als Umweltvereinigung darf dieser klagen. „Das werden wir auch tun“, kündigte Ulrich an.

In den nächsten Wochen will das Aktionsbündnis 6000 Flyer in Gilchinger Briefkästen werfen und Plakate aufhängen, mit denen die Verantwortlichen für eine Informationsveranstaltung aller Bündnismitglieder am Mittwoch, 29. November, 19.30 Uhr, in der Gaststätte Geisenbrunn wirbt. Wer sich dem Bündnis anschließen will, ist willkommen.

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