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auf der Umfahrung ist zu wenig los. Noch jedenfalls.

Verein Verkehrsberuhigung für Weßling

Schleicher, Blitzer und hupende Autofahrer

Die Weßlinger Umfahrung ist bald ein Jahr alt.  Kein Grund für den Verein „Verkehrsberuhigung für Weßling“, die Hände in den Schoß zu legen. Im Gegenteil. 

Weßling – Die Umfahrung Weßlings ist seit ziemlich genau einem Jahr offen, aber die Entlastung der Ortsdurchfahrt hat dies nicht in dem erhofften Maß bewirkt, jedenfalls noch nicht. Natürlich war dies auch Thema bei der Versammlung des Vereins „Verkehrsberuhigung für Weßling“, an der am Mittwoch im Seehäusl etwa 20 Mitglieder teilnahmen.

Der Vorsitzende Roland von Rebay sieht es so: „In den Stoßzeiten hat der Verkehr kaum abgenommen, da alle Straßen sehr belastet sind. Daraus ergibt sich die Tatsache, dass in den restlichen 22 Stunden der Verkehr überproportional weniger geworden ist.“ Außerdem seien die verkehrsberuhigenden Maßnahmen noch nicht abgeschlossen. Aber immerhin nutzten 6300 Fahrzeuge die Umfahrung – auch trotz Baustelle auf der A 96. „Ich sehe das als Erfolg, denn damit haben wir gar nicht so schnell gerechnet“, sagte von Rebay. Gleichzeitig hätten sich die Unfälle binnen eines Jahres von 41 auf 23 verringert. Weitere Zahlen: Durch Weßling fuhren vom 19. Juli bis 23. Oktober werktags 12 656 und am Wochenende 9470 Fahrzeuge (wir berichteten).

An den Hindernissen auf der Ortsdurchfahrt scheiden sich nach wie vor die Geister. Ein Zuhörer schlug stattdessen mehr Markierungen für Fußgängerwege vor. Verkehrsrechtlich schwierig, erwiderte von Rebay. So schwierig wie Tempo 30, das jetzt ausschließlich rund um das altengerechte Wohnen genehmigt worden ist . Auf der Hauptstraße machen so alle ihre Erfahrungen: Zwei Zuhörerinnen beispielsweise fahren dort konsequent 30 – und ernten damit nach eigenen Worten Hupkonzerte und Beschimpfungen. In dieser Hinsicht könnte die von „Unser Dorf“ ins Leben gerufene Aktion mit dem Autoaufkleber „Freiwillig Tempo 30 in Weßling“ helfen. Einige Ortskundige weichen den Hindernissen ganz aus und nutzen Schleichwege – besonders in einer 30er-Zone in Hochstadt sei damit merklich mehr Verkehr entstanden, wusste von Rebay. Auch Anwohner anderer Ortsteile beschwerten sich über zunehmenden Verkehr. „Wir arbeiten an einem städtebaulichen Konzept, das den Verkehr im gesamten Gemeindegebiet neu plant“, versprach von Rebay. Und Blitzer sollen die Temposünder bestrafen.

Angedacht ist auch in so genannter „verkehrsberuhigter Geschäftsbereich“ von der Kirche an der Schulstraße in Richtung Grundschule sowie auf der Grünsinker Straße vom Abzweig Hauptstraße bis zum Supermarkt Edeka. Dort wäre dann eine Höchstgeschwindigkeit von weniger als 30 km/h möglich. Verkehrsberuhigte Passage in Bereichen, in denen viele Fußgänger unterwegs sind – auch dies könnte laut von Rebay eines Tages Realität werden in Weßling. Und statt der bloßen Querungshilfe an der Hauptstraße beim altengerechten Wohnen kann sich von Rebay nach wie vor einen Zebrastreifen vorstellen. Alle Punkte müssten freilich noch verkehrsrechtlich geprüft und mit den Behörden ausdiskutiert werden.

Gewählt wurde auch an diesem Abend: Stefan Ostermayer ist neuer Schriftführer. 

mk

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