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An die 150 Zuhörer informierten sich im Freizeitheim über die Planungen der Gemeinde Gauting. 

Initiative Pro Bannwald

Gewerbegebiet Gauting: Buhrufe, Zahlen und ein Angebot

Die neu gegründete Initiative Pro Bannwald hat zu einem Infoabend über das geplante Gautinger Gewerbegebiet im Unterbrunner Holz nach Geisenbrunn geladen.

Gilching – Die Gegner formieren sich: Unter dem Beifall von gut 150 Zuhörern präsentierte das neue Aktionsbündnis „Pro Bannwald“ im Geisenbrunner Freizeitheim am Mittwochabend seine Sicht zu den Planungen der Gemeinde Gauting, im Unterbrunner Forst Gewerbeflächen auszuweisen. Für Sprecher Christian Winklmeier gab es viel Beifall. Gautings Vize-Bürgermeister Dr. Jürgen Sklarek hatte es da schwerer.

Nach Winklmeiers Berechnung stehen der Gemeinde Gauting derzeit bereits 36 plus fünf Hektar planfestgestellte Flächen auf dem Sonderflughafen Oberpfaffenhofen zur Verfügung, die laut Rudolf Ulrich vom Verein Fluglärm sofort bebaut werden könnten. Dazu hatte Gautings Projektplaner Bernd Schulte-Middelich, der am Mittwochabend auch vor Ort war, bereits am Vormittag während eines Pressegespräches in Gauting festgestellt, dass auf den 36 Hektar ausschließlich luftfahrtaffines Gewerbe zugelassen seien. „Würde der Versuch gemacht werden, dies zu ändern, müsste der komplette Feststellungsbeschluss aus dem Jahr 2004 neu überarbeitet werden, was Jahre dauern kann. Außerdem besteht die Gefahr, dass dem Flughafen die Betriebsgenehmigung für den Flugverkehr entzogen wird“, sagte er.

Neu dazu kommen laut Aktionsbündnis 65 Hektar beschlossene Gewerbeflächen im Unterbrunner Holz. Insgesamt entstünden Arbeitsplätze für etwa 12 190 Mitarbeiter, errechnete Winklmeier. Für die Region und die Gemeinde Gilching bedeute dies Wohnungsnot, einen Anstieg der Grundstückspreise, überfüllte Kindergärten und Schulen sowie einen nicht zu bändigenden Andrang auf die Sport- und Freizeitangebote.

Winklmeiers SPD-Parteikollege, Gautings Vize-Bürgermeister Sklarek, versuchte zwar, die Zahlen zu entkräften, doch er hatte in der aufgeheizten Stimmung einen schweren Stand. Mehrmals durch Buhrufe unterbrochen bot Sklarek eine engere Zusammenarbeit zwischen den benachbarten Kommunen an – was Winklmeier letztlich nicht ausschloss.

Laut Projektplaner Schulte-Middelich geht es bei dem Gautinger Gewerbegebiet um 20 Hektar Nettobaufläche. Ein Teil davon sei für eine Geothermie-Anlage reserviert Davon will, wie berichtet, auch die Gemeinde Gilching profitieren. Künftig soll Erdwärme aus Gauting für das neue Gewerbegebiet Argelsried sowie für die Bebauung der Gilchinger Glatze bezogen werden. Generell ist alles aber noch eine Vision. Und Dieter Jung vom Verein Fluglärm befand schließlich: „Das von Gauting geplante Gewerbegebiet ist rechtlich nicht zulässig. Die Gemeinde sollte sich überlegen, die Planungen sofort aufzugeben.“  ph

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