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Gute Laune bei der Übergabe: eine Delegation der Feuerwehr Gilching mit der neuen Drehleiter beim Hersteller in Ulm.

Auch neue Einsatzzentrale geplant

Innovation bei der Feuerwehr Gilching: Auf engem Raum schneller retten

Die Feuerwehr Gilching ist für die Zukunft gerüstet: Seit Dienstag kann sie im Einsatz auf eine neue Drehleiter setzen. Dass das Fahrzeug zuverlässig funktioniert, ist wegen der Struktur des Ortes unabdingbar. Außerdem schreitet die Planung der neuen Einsatzzentrale voran.

Gilching – Jede Menge hohe Gebäude, High-Tech-Firmen mit vielen Mitarbeitern: Die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen aus oberen Stockwerken gerettet werden müssen, ist in Gilching höher als in manch anderen Orten. Zwingend notwendig dafür –und sogar gesetzlich vorgeschrieben – ist eine Drehleiter. Seit Dienstag können die Gilchinger Einsatzkräfte auf ein neues Fahrzeug mit einem auf 30 Meter ausfahrbaren Korb zählen. Die alte Drehleiter hatte 29 Jahre auf dem Buckel, durch den Nachfolger spart die Feuerwehr im Einsatz wertvolle Zeit und Nerven.

Triumphale Musik, Empfangskomittee, Ankunft mit Blaulicht: Wie ein historisches Ereignis präsentiert die Feuerwehr im Video auf ihrer Facebookseite den Moment, als das neue Gefährt dieser Tage erstmals in Gilching einfuhr. Eine Delegation hatte die Drehleiter, das Modell M32L-AT, beim Hersteller Magirus in Ulm abgeholt. Die Kosten: 750 000 Euro, getragen von der Gemeinde mithilfe staatlicher Zuschüsse.

Kommandant Robert Strobl ist erleichtert, dass die Drehleiter nun, etwa zwei Jahre nach der Beantragung, zur Verfügung steht. „Bei der alten mussten wir immer öfter Teile tauschen. Und irgendwann hätte es keine Ersatzteile mehr gegeben“, sagt er. Nun könne die Feuerwehr absolut zuverlässig und auch schneller arbeiten. „Wir können den Korb zum Einsteigen zum Beispiel direkt neben dem Führerhaus ablegen“, erklärt der Kommandant und zählt noch weitere Vorteile auf: Die Leiter habe im oberen Bereich einen „Knick“ und könne so auf engem Raum besser eingesetzt werden. Der Vier-Personen-Korb ist komfortabler ausgestattet – mit einer schonenderen Halterung für die Krankentrage und einer „Schlauchhaspel“, einer Art Winde für den Löschangriff.

So könnte die neue Einsatzzentrale aussehen: Der Turm dient Übungszwecken, außerdem können dort Schläuche getrocknet werden.

Strobl weiter: „Die Beleuchtung ist besser. Die komplette Steuerung ist feinfühliger und einfacher.“ Trotzdem sei in den vergangenen zwei Wochen fast täglich mit der neuen Ausrüstung trainiert worden. Denn: „Die Bedienung muss einfach sitzen – auch in der Früh um drei Uhr.“

Die Feuerwehr Gilching ist gerüstet für die Zukunft – auch weil der Gemeinderat nun dem Planentwurf für die neue Einsatzzentrale auf dem Festplatz zwischen Gewerbegebiet, Carl-Benz-Straße und Starnberger Weg zustimmte. Nun beginnt das Bebauungsplan-Verfahren mit öffentlicher Auslegung, der Flächennutzungsplan wird angepasst. Die Kosten für das Projekt liegen laut Verwaltung bei rund 16,5 Millionen Euro. Baubeginn soll Ende 2020 sein.

22 Meter hoher Schlauchturm geplant

Im Juli hatte Architekt Roland Leins den ersten Entwurf des Feuerwehrhauses präsentiert. „Bis auf Kleinigkeiten habe ich nicht viel am Vorentwurf geändert“, erklärte Leins in der jüngsten Ratssitzung. Beim Immissionsschutz wurde nachgebessert, um die Nachbarschaft möglichst vom Lärm abzuschotten. Mit der Erstellung des Bebauungsplans wurde Andreas Marx vom Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München beauftragt. Durch bauliche Vorrichtungen an den Gebäuden sowie einen Wall und heimische Sträucher werde sichergestellt, dass Arbeitsgeräusche weitgehend innerhalb des Areals bleiben, sagte er. 5400 Quadratmeter stehen für das neue Gerätehaus plus Schulungsräume und einem 22 Meter hohen Schlauchturm zur Verfügung. 80 Prozent der Fläche sollen versiegelt werden.

Das alte Gebäude am Starnberger Weg entspricht längst nicht mehr den Sicherheitsbestimmungen. Bereits im Mai 2013 hatte die Feuerwehr Gilching ein neues, besser ausgestattetes Zuhause bei der Gemeinde beantragt.

Tobias Gmach und Uli Singer

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