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So verläuft die Westumfahrung: Gilchings Bürgermeister Manfred Walter (l.) im Gespräch mit Merkur-Redakteur Peter Schiebel. Spatenstich soll im April vermutlich in Nähe der Sportanlage sein.

Gilching: So wird 2018

„Gilching ist gleich Bauen“

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Auch in diesem Jahr setzt die Gemeinde Gilching auf Wachstum.  Im Jahresinterview des Starnberger Merkur nennt Bürgermeister Manfred Walter die größten Projekte.

Gilching – Gilchings Bürgermeister Manfred Walter weiß, dass sein Weg in den anderen Gemeinden des Landkreises wohl nicht so einfach möglich wäre: Bevölkerungswachstum, neue Gewerbegebiete, Baustellen allenthalben – Gilching gilt vielen als dynamischste Kommune im Landkreis. Die positiven Folgen sind im Rathaus spürbar: Die Steuereinnahmen sprudeln, die Rücklagen sind auf zehn Millionen Euro angewachsen. Neid komme bei seinen Bürgermeisterkollegen dennoch nicht auf. „Für einige sind und bleiben wir das hässliche Entlein“, sagt Walter im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. „Aber alle finden es gut, dass es so eine Gemeinde gibt, die viel für die Gewerbesteuer und damit auch für die Kreisumlage tut.“ Und die Platz hat für Unternehmen, denen andernorts Expansionsmöglichkeiten fehlen, die dank Gilching dem Landkreis aber erhalten bleiben. Dynamik – die wird auch 2018 die Gemeinde fest im Griff haben, wie die Vorausschau zeigt. „Gilching ist gleich Bauen“, sagt Walter.

Westumfahrung

Die 4,8-Kilometer-Trasse ist – nach dem Rathausneubau – das zweite von drei Langzeit-Projekten, das in die Realisierung geht. Im April ist symbolischer und tatsächlicher Baubeginn, zuvor sind die Kampfmittelräumer und Archäologen unterwegs. Funde erwartet Walter vor allem entlang der Römerstraße und je näher es Richtung Flughafen Oberpfaffenhofen geht.

Gebaut wird in zwei großen Abschnitten: heuer der westliche Teil vom Röchner-Knoten bis zur Weßlinger Straße mit vier Geh- und Radwegunterführungen – 2019 der nordöstliche Abschnitt von der Weßlinger bis zur Brucker Straße mit drei weiteren Unterführungen und einer Sichtschutzwand am Reiterhof. „Schön, dass es endlich losgeht“, sagt Walter (51), für den es „gedanklich keine Zeit vor der Westumfahrung“ gegeben hat. Die Bäume sind bereits gerodet, die Trasse auch mit dem geplanten Kreisel in Nähe der Sportanlage ist bereits abgesteckt. Die Freigabe ist für Ende 2019 vorgesehen – fehlt von den Langzeit-Projekten nur noch die Gilchinger Glatze, das perspektivisch größte Neubaugebiet des Landkreises mit Platz für 1700 Menschen.

Gilchinger Glatze

Bis auf dem zwölf Hektar großen Areal zwischen Karolingerstraße und Bahnlinie gebaut wird, dürfte es noch drei bis fünf Jahre dauern, schätzt Walter. Dennoch könnte 2018 auch für dieses Vorhaben wegweisend sein. Die Gemeinde plant das erste Auslegungsverfahren – und der Bürgermeister rechnet mit „sehr vielen Anregungen und Bedenken“ von Anliegern und Trägern öffentlicher Belange.

Gewerbegebiet Nord

500 Meter weiter südöstlich haben die Bagger in der vergangenen Woche dagegen schon losgelegt. Rund um das Porsche-Zentrum am Ortseingang aus Richtung Autobahn entsteht das Gewerbegebiet A 96-Nord. „Derzeit wird der Oberboden abgeschoben“, erklärt Walter. Die Erschließung auf beiden Seiten der Staatsstraße soll heuer noch erfolgen, der Baubeginn für die einzelnen Unternehmen ist für 2019 geplant. Wer und wie viele Betriebe sich dort ansiedeln, will der Bürgermeister noch nicht verraten. „Noch im ersten Quartal werden wir die Kaufverträge abschließen“, sagt er. „Die Zahlen gibt es erst danach.“ Fest steht aber bereits seit längerem, dass es sich beim Großteil um Gilchinger Firmen handelt, die Expansionswünsche hegen. Walter: „Es wird auch Neuzugänge aus der Region geben, aber keiner ist aktuell weiter weg als 20 Kilometer.“ Einen neuen Kreisverkehr wird es übrigens auch dort geben: direkt am Porsche-Zentrum.

Ortsmitte

Gleich mehrere Projekte sind in der Ortsmitte geplant. Zum einen wird das seit anderthalb Jahren leer stehende alte Rathaus oberhalb der Mittelschule plattgemacht. An dessen Stelle errichtet der Verband Wohnen 18 Wohnungen in zwei Gebäuden. Investitionsvolumen: mehr als sechs Millionen Euro. Walter: „Das wird richtig schön. Die Menschen können sich darauf freuen.“

Einen Katzensprung weiter südlich an der Römerstraße entstehen zwei weitere Projekte, die für das künftige Erscheinungsbild der Ortsmitte (mit)prägend sein dürften: auf der einen Seite das bereits im Bau befindliche Wohn- und Geschäftshaus samt Rossmann-Erweiterung, auf der anderen Seite ein Neubau anstelle des im vorigen Jahr abgerissenen Post-Hochhauses. Walter geht davon aus, dass die Raiffeisenbank als Eigentümer in den nächsten Wochen einen Bauantrag einreichen wird. Der Neubau soll unter anderem eine zweigeschossige Tiefgarage, Gilchings größten Supermarkt mit 1600 Quadratmetern Fläche und die Radiologie beheimaten, die bislang noch Am Römerstein zu finden ist.

Gerade dieses Gebäude könnte im Zusammenspiel mit dem Marktplatz dominierend für die Ortsmitte werden – wenn die Westumfahrung fertig ist. Mit deren Inbetriebnahme wird die Römerstraße nämlich zur Gemeindestraße. „Am Marktplatz müssen wir die Geschwindigkeit dann so reduzieren, dass diese Strecke unattraktiv für den Autoverkehr wird“, sagt Walter. Fußgänger und Radfahrer sollen dort Vorrang genießen. Die Planungen will der Bürgermeister bereits dieses Jahr angehen – Geld dafür steht im Haushalt zur Verfügung.

Bahnhof und Hotel

Während andernorts noch geplant oder gebaggert wird, gehen zwei weitere Vorhaben bereits ihrer Vollendung entgegen – und beide im April. Dann sollen sowohl der Umbau des Bahnhofsgebäudes Argelsried zu einem Café als auch der Neubau des Vier-Sterne-Hotels mit 174 Zimmern im Asto-Park abgeschlossen sein

Kein Wunder also, dass sich Walter auf 2018 freut. „Das Jahr bringt zwar viel Arbeit für die Gemeindeverwaltung“, sagt er. „Aber wir können auch ein bisschen die Ernte der Arbeit der vergangenen Jahre einfahren.“ Wir – damit ist ausdrücklich auch der Gemeinderat gemeint. Walter: „Das ist die Bestätigung, wie gut wir im Gremium zusammenarbeiten. Wir treffen Entscheidungen und setzen sie dann auch um.“

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