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Und hoch die Bälle: Irmi Bergmann (l.) und Rosemarie Seul lassen sich von Sascha Lang zeigen, wie sich Jonglage schnell lernen lässt. 

Jonglierende Senioren

Fit bleiben mit fliegenden Bällen

Wer kommt schon auf die Idee, mit über 70 noch das Jonglieren zu lernen? „Das Interesse nimmt stetig zu“, freut sich Personal-Trainer Sascha Lang. Der 43-jährige Wahl-Gilchinger bietet seit wenigen Monaten explizit Kurse für die ältere Generation an.

Gilching – Hauptberuflich ist der gebürtige Pfälzer Sascha Lang als Team-Trainer in renommierten Unternehmen tätig. Dabei habe er festgestellt, dass sich insbesondere über das Jonglieren gute Erfolge in der Teamarbeit erzielen lassen. Das war der Auslöser, das flinke Spiel mit den Bällen Menschen jeder Altersgruppe anzubieten. Insbesondere hofft Lang, mehr noch als bisher die ältere Generation zu begeistern. Denn mittlerweile stehe fest, dass Jonglieren sowohl der Demenz wie auch der unheilbaren Krankheit Alzheimer vorbeugt.

In Deutschland leiden derzeit über 1,2 Millionen Menschen an einer Demenz. Tendenz steigend. Glaubt man den Prognosen der Experten, so sind im Jahr 2030 in Deutschland etwa 2,5 Millionen Menschen von einer Demenzerkrankung betroffen, weiß Lang. „Das muss nicht notgedrungen so sein, wenn man rechtzeitig dagegen steuert.“ Ausreichend körperliche Aktivität sei ein wichtiger Faktor zur Prävention von Demenz. „Das alleine aber reicht nicht. Es müssen auch die geistigen Fähigkeiten immer wieder trainiert werden. Eine optimale Kombination von Bewegung und geistiger Aktivität bietet das Jonglieren“, sagt Lang. Streng genommen ist Jonglieren für alles gut: Es steigert die Konzentrationsfähigkeit, die Reaktionsschnelligkeit, das räumliche Vorstellungsvermögen sowie Zeit-, Rhythmus- und Gleichgewichtsgefühl. Und es ist sogar gut für die Ausdauer – es kann einem richtig warm werden dabei.

Aber es ist gar nicht so einfach zu erlernen. Lang hat gemeinsam mit Ehefrau Gabriele das so genannte „Rehoruli-Jonglier-Lernsystem“ entwickelt. „Diese Art des Lernens ermöglicht absoluten Anfängern das Werfen und Fangen mit drei Bällen innerhalb kürzester Zeit“, verspricht Lang.

Rosemarie Seul ist begeistert. Die 75-Jährige hatte sich für einen der ersten Kurse für Senioren bei Lang im Gilchinger Aktivpark angemeldet. „Zwar nicht mit drei, aber mit zwei Bällen klappt es schon ganz gut“, sagt sie stolz. „Ich hatte danach zwar einen Muskelkater, weil es ungewohnte Übungen sind. Aber es hat auch unheimlich Spaß gemacht und ich werde weiter trainieren.“

Irmi Bergmann wiederum hat den zweitägigen Kurs von der Tochter geschenkt bekommen. „Ich kann noch nicht mit drei Bällen jonglieren. Aber ich darf so lange wiederkommen, bis ich es schaffe“, freut sich die 67-Jährige Großmutter.

Das Angebot für Senioren soll nun weiter ausgebaut werden. Dazu will Lang bei den Gilchinger Pflege- und Seniorenzentren beziehungsweise beim Seniorenbeirat anklopfen und seine Idee vorstellen. „Ich denke da an regelmäßige Treffen, bei denen Kaffee getrunken, geratscht, aber auch jongliert wird. Wenn man mal mitbekommt, dass dabei das Glückshormon Dopamin ausgeschüttet wird, wird man bestimmt süchtig werden“, sagt Lang und lacht.

Wer Lust hat, sich das Jonglieren genauer anzusehen, Näheres dazu gibt es unter www.sascha-lang-trainig.de.

Uli Singer

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