+
Eine Plattform für Baufirmen: Building Radar sammelt Daten über Bauprojekte, bevor der erste Stein gesetzt ist.

Wirtschaft

Flotte Suchmaschine für Baufirmen

Gilching - Das Unternehmen Building Radar macht sich Daten über Bauprojekte im Internet zunutze. Dafür gab es auch schon einen Preis.

Informationen über Bauprojekte, bevor der erste Stein gesetzt ist? Für das Internet kein Problem. Das blutjunge Unternehmen Building Radar in Gilching macht sich und vor allem seinen Kunden alle dort zu findenden Daten zunutze – und hat dafür schon mehrere Preise gewonnen, zuletzt den Gründerpreis „invention“. Den Grundstein zu ihrer Geschäftsidee legten die insgesamt fünf Firmengründer vor etwa zwei Jahren. Paul Indinger, Serge Konrad, Raoul Friedrich, Artem Ostankow und Leopold Neuerburg sind zwischen 24 und 27 Jahre alt, kommen aus München, Hamburg, der Ukraine und Österreich und studierten Informatik und Wirtschaft, die meisten von ihnen in München. Während des Studiums ging es auch um die aufwändige Recherche auf Architektenseiten. Vielen Firmen sind Informationen über Bauprojekte und die entsprechenden Nachfolgeaufträge eine Menge Geld wert – vom Feuerlöscher bis zum Heizungsbau will schließlich alles an den Bauherrn gebracht werden. Die Recherche allerdings ist mühsam. Die fünf jungen Männer entwickelten eine satellitengestützte Suchmaschine, die quasi schon zwei bis drei Jahre vorher weiß, wo was gebaut werden wird, und zwar strenggenommen weltweit. Dafür werden sämtliche Informationen über andere Internetseiten und die Ausschreibungen ausgewertet. „Die Unternehmen brauchen eine Plattform, auf der sie diese Informationen bekommen – ohne lange Suche“, erklärt Raoul Friedrich das Konzept. Building Radar bietet sozusagen einen Rundum-Informationsservice. Der erste Schritt erfolgt über das Internet. „Dann wird geschaut, wo sich das Projekt befindet. Wir verifizieren es satellitengestützt“, erklärt Friedrich. Selbst Verzögerungen seien so erkennbar. In diesen Tagen soll über die Website eine erste Testversion anlaufen. Einige Kunden haben die fünf Gründer aber schon, darunter renommierte Unternehmen wie Viessmann. Und es gibt auch Interessenten, die das Unternehmen nicht auf dem Radar hatte: „Versicherungen und Immobilienmakler haben angefragt, und zuletzt auch die österreichische Regierung“, berichtet Friedrich. Und es gibt auch eine Kooperation mit der ESA und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt – daher ist Sitz der Firma in Gilching. Für das Projekt gab es schon viel Lob, unter anderem von der Jury des Gründerpreises deutscher Familienunternehmen. „Das Team von Building Radar hat eine einzigartige Online-Suchmaschine auf die Beine gestellt, die schon Monate vor dem Wettbewerber zuverlässige Informationen und Daten zu geplanten Bauprojekten auf der ganzen Welt liefert und per Satellit in Echtzeit über den Fortschritt dieser Bauvorhaben informiert“, urteilte die Jury. Im Internet ist die Firma unter www.buildingradar.com zu finden.

hvp

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Vollsperrung verzögert sich um einige Tage
Die Sperrung des Münchener Bergs in Gauting kommt etwas später als bisher geplant.
Vollsperrung verzögert sich um einige Tage
16-Jähriger will über Kasernengelände abkürzen
Ganz dumme Idee: Ein 16-Jähriger wollte am Mittwoch über das Bundeswehrgelände in Feldafing abkürzen, stieg über den Zaun und lief prompt den Wachen in die Arme.
16-Jähriger will über Kasernengelände abkürzen
Der Regionalmarke auf der Spur
Der Markenprozess im Landkreis Starnberg kommt in die entscheidende Phase. Ein Name für die Region ist gefunden – und am Wochenende ließ sich der Kreistag in Südtirol …
Der Regionalmarke auf der Spur
Sterben in Starnberg wird teurer
Die Bestattungsleistungen in Starnberg müssen neu vergeben werden. Bei einzelnen Punkten drohen nun horrende Preissteigerungen.
Sterben in Starnberg wird teurer

Kommentare