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Kämpferinnen im Käfig: Für Besucher von MMA-Veranstaltungen liegt der besondere Reiz in der Atmosphäre. Die Kämpfe werden stets von einem Schiedsrichter beobachtet. Tiziana Olmo (r.) soll im Starnberger Undosa antreten.

Mixed Martial Arts (MMA)

Käfig-Kämpfe im Undosa

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Der Gilchinger Andreas Ramsauer (36) organisiert seit Jahren Kämpfe im Käfig - so genannte Cage Fights. Am 7. Oktober kommen Stars der Mixed Martial Arts (MMA) nach Starnberg.

Gilching – Fünf Schläge teilt Tiziana Olmo gegen den Kopf ihrer Widersacherin aus, ehe sie mit dem Fuß ausholt. Mit einem gezielten Kopftritt will sie den Kampf entscheiden. Ihre Gegnerin, in der Defensive, steht längst angelehnt ans Käfig-Geländer. Tiziana Olmo ist zu stark.

Der Gilchinger Andreas Ramsauer (36) hat dafür gesorgt, dass die deutsche Kämpferin der Mixed Martial Arts (MMA) nach Starnberg kommt. Dort soll sie am 7. Oktober im Club Undosa in einem Käfig gegen Houda Boutebtja aus Italien antreten, der Hauptkampf des Abends. Es gibt noch drei weitere, darunter zwei Kickbox-Kämpfe (siehe Kasten). Zum 20. Mal richtet Aggrelin eine solche Veranstaltung aus. Ramsauer ist seit den Anfängen des Münchner Eventunternehmens dabei. „Es geht uns darum, dass sich Kämpfer auf einem Level begegnen. Beim Boxen steht derzeit der Gegner oft im Vorfeld fest. Bei uns soll es fair und ehrlich sein“, sagt der frühere Kickboxer. Er schwärmt: „Unser Ringsprecher ist super, es ist eine enge Atmosphäre, wir haben Ring-Girls und gute Kämpfe.“ Die bayerische Hymne soll für Lokalkolorit sorgen.

Andreas Ramsauer

Doch nicht alle bewundern das, was sich auf der mit Scheinwerfern ausgeleuchteten Fläche innerhalb des Käfigs abspielt. Weitaus mehr negative Rückmeldung als in anderen Städten habe er in Starnberg bekommen, sagt Ramsauer. „Es sind die üblichen Vorurteile, da sei abartig und barbarisch. Da fehlt es an Aufklärung. Das ist keine dumme Straßenschlägerei – da steckt extrem viel Arbeit dahinter.“ Ramsauer hat BWL studiert, ist im Finanzbereich tätig. Das aber nur noch in Teilzeit, es gibt viel zu tun. „Wir müssen die Halle voll bekommen, Sportler und Schiedsrichter organisieren“, zählt der Gilchinger auf. Kritikern zu antworten, zählt Ramsauer nicht mehr dazu. „Das haben wir seit Jahren hinter uns. Ich kann es aber nachvollziehen – Cage Fight ist nicht für jedermann.“

Schon seit 2009 kämpft er für das Image. „Wir waren die ersten in Bayern, die Cage Fights organisiert haben.“ Doch es habe von Behörden und Politik immer wieder Einschränkungen gegeben. „Nach 19 Veranstaltungen haben wir nun eine ziemliche Anerkennung.“ Bis zu 15 Organisatoren stehen dahinter, darunter auch ein Anwalt. Der soll absichern, dass das Regelwerk nicht zu brutal ist. Platzwunden gehören dazu, auch Knieverletzungen gibt es. „Wie im Fußball oder Handball auch“, sagt Ramsauer. „Es ist aber keine Sportart, die man als Hobby betreiben kann.“ Topkämpfer bekämen eine Summe im „ganz niedrigen vierstelligen Bereich“. Vor Events müssen sie zehnmal pro Woche trainieren. „Sonst gehst du unter.“

400 Besucher sollen im Undosa für diese „enge Atmosphäre“ sorgen. Karten kosten zwischen 40 Euro (Stehplatz) und 150 Euro (VIP). Ramsauer will noch kräftig werben. „Man kann sich oft erst am Eventtag richtig freuen.“ Wenn er sieht, ob auch das Undosa genügend Fans des Kampfs im Käfig anzieht.

Was ist „Cage Fight“?

Als „Cage Fight“ werden Kämpfe in Käfigen bezeichnet. Bei der Veranstaltung im Starnberger Undosa bekommen die Besucher zwei Stile zu sehen: MMA und Kickboxen. Veranstalter Andreas Ramsauer erklärt die Vorzüge der beiden Sportarten: „Bei MMA ist viel Taktik drin. Ein Bodenkämpfer bringt seine Würfe an, ein Standkämpfer versucht, das zu verteidigen.“ Kraft und Kondition seien wichtig. Der Kampf werde durch K.O. oder nach Punkten entschieden – oder durch Aufgabe. „Erlaubt sind Arm-, Beinhebel und Würgegriffe.“ Gekämpft wird drei Runden á fünf Minuten. Beim Kickboxen werden es drei Runden á drei Minuten sein. „Da liegt der Reiz im Schlagabtausch. Wenn die Kämpfer nach vorne marschieren, geht es fast schon brutaler zu als bei MMA.“ Es komme vor allem auf eine gute Koordination von Auge und Hand an.

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