Kinderbetreuung in Gilching

Kita-Kosten: Eltern müssen weiter zahlen

Die Kinderbetreuung in Gilching wird nicht kostenfrei. Das hat der Gemeinderat beschlossen.

Gilching – Kein Glück hatte Gilchings SPD-Gemeinderat Dr. Michael Rappenglück in der Ratssitzung am Dienstagabend. Er hatte einen Antrag auf gebührenfreien Kindergartenbesuch gestellt – „um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf weiter zu verbessern“, wie er sagte. Eltern sollten bei Chancengleichheit finanziell entlastet werden. Seine Ratskollegen unterstellten Rappenglück angesichts des beginnenden Kommunalwahlkampfs jedoch ein „Wahlgeschenk“, das sich die Kommune nicht leisten könne. Zudem habe der Freistaat bereits einen Zuschuss von rund 100 Euro pro Kind in Aussicht gestellt.

„Geht dies durch, bleibt den Eltern nur noch ein geringer Beitrag“, sagte Vizebürgermeister Martin Fink (CSU), der befürchtete: „Kostet der Platz nichts, buchen die Eltern auf Verdacht weit mehr Betreuungsstunden, als sie es jetzt tun.“ Mit der Folge, dass die Gemeinde weiteres Personal benötige. Auf die Gemeinde kämen zudem erhebliche Mehrkosten zu, da sie auch verpflichtet sei, das Defizit der freien Einrichtungen zu übernehmen, so Fink.

Kämmerin Christina Kaelcke-Gröger rechnete eine halbe Million Euro vor, die im Verwaltungshaushaus fehlen würden. „Ich hege große Bedenken und befürchte, dass die Rechtsaufsicht hier nicht mitspielt“, sagte sie. „Brauchen wir die nächsten Jahre einen Kredit, wird uns vorgeworfen werden, dass wir freiwillig auf Einnahmen verzichtet haben.“

Die SPD gehe mit „hehren Zielen“ hausieren, sagte Thomas Reich (FW). Nach einem kostenlosen Nahverkehr solle jetzt auch die Kinderbetreuung nichts mehr kosten: „Der wunde Punkt dabei: Man muss es sich leisten können.“ Harald Schwab (CSU) machte zudem darauf aufmerksam, dass die Gebührenfreiheit Sache des Freistaates sei und nicht einer Kommune. Mehrheitlich wurde der Antrag abgelehnt.  (ph)

Rubriklistenbild: © dpa / Monika Skolimowska

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