Ehrungen für langjährige Mitglieder (v.l.): Kommandant Robert Strobl, Matthias Söhnel, Roland Wagner, Jens Würden, Michael Jakob-Widmann, Stefan Hartmann und Vereinsvorsitzender Johann Müller.
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Ehrungen für langjährige Mitglieder (v.l.): Kommandant Robert Strobl, Matthias Söhnel, Roland Wagner, Jens Würden, Michael Jakob-Widmann, Stefan Hartmann und Vereinsvorsitzender Johann Müller.

Freiwillige Feuerwehr Gilching

Kleine Bilanzen und große Emotionen

  • Peter Schiebel
    VonPeter Schiebel
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Mit reichlich coronabedingter Verspätung hat sich die Feuerwehr Gilching am Freitag zu ihrer Haupt- und Dienstversammlung getroffen. Zwischen Bilanzen und Berichten ragte ein emotionaler Moment heraus.

Gilching – Vereinsvorsitzender Johann Müller war mit seinem Jahresbericht fertig, Kommandant Robert Strobl ebenso. Da folgte in der Haupt- und Dienstversammlung der Gilchinger Feuerwehr am Freitagabend beim „Oberen Wirt“ ein großer emotionaler Moment. „Eine Ära geht zu Ende“, sagte Albert Weindl. „Ich höre als Jugendwart nach über 15 Jahren auf.“ Es sind persönliche Gründe, die ihn zum Rücktritt zwingen. „Ich bin stolz, was wir erreicht haben und stolz auf eine lebendige Jugendfeuerwehr“, sagte er. Diese zählte zum Jahresende 2020 genau 23 Mitglieder. Zu seinem Nachfolger ernannte Strobl kurz darauf Matthias Müller – „der richtige Mann zur richtigen Zeit, um eine neue goldene Zeit für die Jugendfeuerwehr einzuläuten“, sagte Weindl, ehe ihm die 70 anwesenden Mitglieder lange stehend applaudierten.

Zuvor hatten Müller und Strobl auf das Jahr 2020 zurückgeblickt, das aufgrund der Pandemie so ganz anders verlaufen war als alle anderen. Neben der Hauptversammlung habe es eine einzige Vereinsveranstaltung gegeben, sagte Müller. Es war die Weihe der neuen Drehleiter. Vor dem Hintergrund der abgesagten Übungen sprach Müller von einem „traurigen, weil unerträglichen Zustand für uns alle, die wir im Einsatz- und Übungsdienst stets miteinander arbeiten und aufeinander angewiesen sind“.

So gut die Online-Schulungen auch gewesen seien, ein Ersatz für Präsenz-Übungen hätten sie nicht sein können. „Es fehlte, und davon sollte sich niemand ausnehmen, einfach ein Stück Routine, viele technische Tätigkeiten und Aufgaben fielen gefühlt schwerer oder gingen nicht wie gewohnt von der Hand“, sagte Müller und appellierte an Einsatzkräfte und Jugendliche, an den Übungen teilzunehmen, zu den Arbeitsdiensten zu kommen, sich das technische Know-how zurückzuholen und Freude an den gemeinschaftlichen Aktivitäten zu haben. Der Vorstand selbst wolle alles versuchen, um das Vereinsleben der 238 Mitglieder wieder anzukurbeln, zum Beispiel durch Grillabende nach Übungen und Arbeitsdiensten. Quasi zum Auftakt spendierte der Vorstand nach Ende der Sitzung schon mal ein Fass Freibier.

Kommandant Strobl zollte in seinem Bericht der ganzen Mannschaft „ein ganz großes Lob für ihren Einsatz und ihren Teamgeist trotz der schwierigen Verhältnisse“. Er lobte die „unglaublich tollen Online-Übungen“ und den Zusammenhalt, auch wenn es nicht einfach gewesen sei, alle bei der Stange zu halten. „Ich denke, wir sind fast gestärkt aus der Situation herausgegangen“, sagte er. 78 Aktive ab 16 Jahren zählte die Wehr zum Jahresende – zwei weniger als am Jahresanfang. „Aber 2021 entwickelt sich wieder, Gott sei Dank, in die richtige Richtung.“ Strobls Traum von 100 Einsatzkräften rückt also näher in Reichweite. Die Feuerwehr wurde zu 188 Einsätzen gerufen, darunter waren 128 technische Hilfeleistungen, 51 Brände und eine Bombenentschärfung. Dieser Einsatz im November am Sonderflughafen Oberpfaffenhofen sei sicher „einer der interessantesten“ gewesen, sagte Strobl.

Dass zwei Drittel der Einsätze zwischen 6 und 18 Uhr stattgefunden hätten, zeige, wie wichtig für die Gilchinger eine gute Tagesalarmstärke sei. Während die Einsatzzahl insgesamt gesunken sei, habe die Alarmierungen durch private Rauchmelder zugenommen. Strobl gab zu, dass er in dem einen oder anderen dieser Fälle sogar erst mal mit dem Privatauto zum mutmaßlichen Einsatzort gefahren sei, ohne gleich einen ganzen Zug zu alarmieren. „Langsam reichen die Einsatzpläne nicht mehr aus.“

Keine Feuerwehrversammlung ohne Ehrungen: Die Gilchinger Wehr zeichnete Wolfgang Kasper (60 Jahre Mitgliedschaft), Hans-Jürgen Goldhorn, Helmuth Schlammerl, Georg Zankl (je 50 Jahre), Hans Huber jun. (40 Jahre), Karl-Georg Bätz, Daniel Baumann, Jürgen Bluhm, Andre Fuchs, Stefan Hartmann, Michael Jakob-Widmann, Franz Knödl, Josef Rammer, Mathias Schlager, Matthias Söhnel, Roland Wagner, Georg Waiblinger und Jens Würden (je 25 Jahre) aus.

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