Moni Rother,besser bekannt als die„Kultur-Moni“.   Foto: privat

„Kultur-Moni“ aus Gilching

Kulturveranstalterin über Gäste:  „Interessant, wie sich in solchen Zeiten Spreu von Weizen trennt“

  • Hanna von Prittwitz
    vonHanna von Prittwitz
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Seit Februar 1997 ist sie im Geschäft, aber so etwas hat Moni Rother natürlich auch noch nicht erlebt: ein vorzeitiges Saisonende wegen eines Virus. Aber die Kulturveranstalterin trägt die ganze Situation mit Fassung.

Gilching – Den einst für März geplanten und völlig ausgebuchten Abend mit dem österreichischen Kabarettisten Gery Seidl im Oberen Wirt in Gilching hat Kulturveranstalterin Moni Rother flugs verschoben. Und zwar auf den 9. Juli. „Der kommt ja ohnehin nur zweimal nach Deutschland, das ist schon was Besonderes“, schwärmt Rother, die seit fünf Jahren im Oberen Wirt Veranstaltungen organisiert. Vorher bespielte sie viele Jahre in Steinebach den Kirchenwirt, bis dieser von einen Tag auf den anderen wegen Brandschutzmängeln geschlossen werden musste. Moni Rother, bei allen unter „Kultur-Moni“ bekannt, zog flugs in den „Alten Wirt“ in Etterschlag. Vier Jahre später eröffnete sie „Monis Brettl“ in Gilching.

„Die Chemie hat da gleich gestimmt mit der Familie Widmann, da passt alles“, schwärmt Rother. Ihr Alter will die erfahrene Veranstalterin nicht verraten. Nur so viel: Moni Rother hat sozusagen in ihrem ersten Leben bei einer Versicherung gearbeitet. Seit 1997 organisiert die gebürtige Rosenheimerin Veranstaltungen, an ihrer Seite hatte sie damals den Tiger Willi, dessen Managerin sie lange war, und Hans Well von den Biermösl Blosn, der sie dazu ermunterte, sich eine Bühne zu suchen. Seither steht „Monis Brettl“ für hochkarätige Kleinkunst im Landkreis Starnberg.

Rund 190 Auftritte in fünf Jahren im „Oberen Wirt“

Rother hat einen großen Kreis an Fans und Stammkunden, immer macht sie ihre Ansagen selbst, auf unbeschwerte und selbstironische Weise. Allein rund 190 Auftritte organisierte sie in den fünf Jahren im „Oberen Wirt“. So manche Künstler, die bei ihr erste Schritte wagten, zählen heute zu den Stars der Szene, wie beispielsweise Luise Kinseher.

Und nun? „Das müssen wir jetzt annehmen, wie es kommt“, sagt Rother, die vor Kurzem mit ihrem Lebensgefährten von Herrsching nach Peißenberg gezogen ist. „Es ist aber schon interessant, wie sich in solchen Zeiten Spreu von Weizen trennt“, fügt sie hinzu. Bei der Absage des Gary-Seidl-Abends hätten einige sofort und vehement ihr Geld zurückgefordert. „Die wollten keine Gutschrift, nichts.“ Dafür hat die Kultur-Moni wenig Verständnis. Es sei doch für alle schwierig jetzt. Die meisten aber hätten positiv reagiert. „Ich hoffe sehr, dass es bald weitergeht.“

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