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Alles im Blick haben (v.l.) Stephan Danne, Daouda Drame Bathic, Phillip Bauer und Dawda Dia vom provisorischen Büro auf der Empore der Turnhalle aus.
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Das Handy ist für die Flüchtlinge die einzige Verbindung nach Hause.
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Das Handy ist für die Flüchtlinge die einzige Verbindung nach Hause.
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Das Frühstück wird in Tüten von einer Cateringfirma angeliefert.
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Schilder verdeutlichen die Regeln in den Sanitäranlagen.
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Mohammed (15) kommt aus Afghanistan und ist bereits seit zwei Monaten in Gilching.
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Die Flüchtlinge können sich frei bewegen, der Besucherverkehr ist aus Sicherheitsgründen stark beschränkt. 
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Die Informationen erfolgen mehrsprachig.

Asyl im Landkreis Starnberg

Ein Tag in der Asyl-Notunterkunft in Gilching

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Gilching - Mitte November wurde die Turnhalle direkt am Rathaus in Gilching zur Notunterkunft und Erstaufnahme für die neuen Asylbewerber im Kreis umgenutzt. Doch wie läuft der Betrieb? Ein Besuch zwischen drangvoller Enge und dem kleinen Glück in der großen Turnhalle.

Das soll Security sein? Die Männer in den blauen Shirts lächeln freundlich, scherzen mit den Flüchtlingen. Die Tür behalten sie dennoch genau im Blick. Die Flüchtlinge dürfen ein und aus gehen, wie sie wollen, alle anderen brauchen eine Genehmigung. Wir haben eine, wollen uns mit Phillip Bauer, Geschäftsführer von Jonas Better Place, treffen.

Seine Firma sei mehr als bloße Security, sagt er: „Wir verfahren nach dem Grundsatz ,Betreuen statt bewachen‘.“ Acht Mitarbeiter betreuen die zurzeit 152 Flüchtlinge aus Afghanistan, Mali, Eritrea und Somalia in der Halle. Platz wäre für maximal 278 Menschen. Doch ein Blick in die Halle zeigt: Dann wäre es nahezu unerträglich eng. Den besten Blick auf die Halle hat Objektleiter Stephan Danne.

Sein „Büro“ hat er sich auf der Empore eingerichtet. Direkt neben der Cafeteria und der Spielecke, in luftiger Höhe über den Schlafräumen der Asylbewerber. Ein bisschen wackelig sieht die Konstruktion schon aus, für Danne überwiegen aber deutlich die Vorteile: „Wir haben den Überblick, zudem stören wir nachts die Menschen nicht, wenn wir hier eine kleine Lampe brennen lassen.“ 

Rücksichtnahme und ein Gespür für die richtigen Worte ist für Bauer und Danne der Schlüssel für die Betreuung der Asylsuchenden, die im Schnitt vier Wochen in der Halle bleiben. Doch wie genau muss man sich einen Tag in der Asylunterkunft vorstellen? Alles ist geregelt, es gibt feste Zeiten. Unabdingbar in so einer Einrichtung. 7.30 Uhr Das Licht in der Halle geht an, die Bewohner strömen in die Sanitärbereiche. Männlein und Weiblein streng getrennt, große Schilder erklären genau die Regeln.

8 Uhr Frühstück. In der Erstaufnahmeeinrichtung werden die Flüchtlinge von einer Cateringfirma versorgt. Das Frühstück – Brötchen, Wurst (natürlich ohne Schwein), Brotaufstrich – wird in großen Papiertüten verteilt. Dazu Kaffee und Tee – mit ganz viel Zucker. Derweil wird ordentlich durchgelüftet.

9 Uhr Die Deutschkurse – größtenteils betreut durch den sehr aktiven Helferkreis aus Gilching – beginnen. Mitglieder des Helferkreises holen die Flüchtlinge dafür ab. 

12.30 Uhr Mittagessen. „Der Caterer ist sehr kreativ, lässt sich immer wieder etwas einfallen“, berichtet Stephan Danne. Auch hier gilt: Schwein ist tabu. Und Gummibärchen gibt es auch keine.

13 Uhr Den Rest des Tages haben die Flüchtlinge zur freien Verfügung. Begleitet und motiviert von den Mitarbeitern von „Jonas Better Place“ gehen sie nach draußen, auf den Sportplatz der Schule nebenan, den sie am Nachmittag nutzen dürfen. 

18 Uhr Es gibt Abendessen. Langsam trudeln alle wieder ein. 

20 Uhr Das Licht in der Halle wird gedimmt, die ersten Kinder wandern ins Bett.

22 Uhr Licht aus in der Halle. Richtig ruhig wird es erst später. Viele unterhalten sich noch leise, bevor auch der letzte eingeschlafen ist.

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