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Lauter als ein startender Düsenjet war der italienische Sportwagen von Matthias S., als die Polizei ihn in Gilching stoppte. Das Auto wurde sichergestellt und vom TÜV untersucht. Dabei sollen zahlreiche Dellen und Schrammen an den Nobelflitzer gekommen sein, klagt der Besitzer.

Aus dem Gerichtssaal

Lamborghini-Besitzer: „TÜV ruinierte mein Auto“

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Gilching – Jahrelang hatte er gespart und sogar zwei Autos und Motorräder verkauft. Dann endlich hatte Matthias S. (27) das Geld zusammen, um sich seinen großen Traum zu erfüllen: einen Lamborghini Gallardo 140 – mit satten 600 PS und 340 km/h Spitzengeschwindigkeit.

„Es ist ein Prototyp“, sagt der stolze Besitzer. „Ihn gibt es so nur einmal auf der Welt.“

Einzigartig ist aber auch die Lautstärke seines Turbomotors: Mit satten 139 Dezibel soll der Lamborghini-Motor geröhrt haben. So hat es die Verkehrspolizei bei einer Kontrolle am 5. Oktober 2014 in Gilching gemessen – und den Superflitzer sofort sichergestellt. Denn erlaubt sind im Freistaat nur 75 Dezibel, damit es auf der Straße nicht zugeht wie auf der Rennstrecke.

Zur Verwahrstelle in Trudering durfte Matthias S. seinen Lamborghini noch selbst fahren. Danach sahen sich TÜV-Prüfer das Geschoss genauer an – insgesamt zehn Tage lang. Als der Besitzer seinen Lamborghini wieder abholen durfte, traute er aber seinen Augen kaum. „Es waren lauter Kratzer am Fahrzeug“, behauptet Matthias S. „Außerdem wurden Einzelteile der Verkleidung abmontiert. Die Mitarbeiter übergaben sie mir in einer Einkaufstüte.“ Für den Lamborghini-Liebhaber ein Schock. Er trug angeblich einen Schaden von 15 000 Euro davon und verklagte deshalb den TÜV. Am Landgericht wurden gestern die Mängel genau aufgelistet: Steinschlag an der Scheibe, Front- und Heckspoiler verkratzt, Lüftungsgitter gebrochen und Heckschürze beschädigt, dazu etliche Lackabplatzer.

„Das passiert nicht mal eben so“, sagt Matthias S. Sein Verdacht: Die TÜV-Prüfer haben seinen Schlitten bewegt und dabei stark beschädigt – bei der geringen Bodenfreiheit des Lamborghinis wäre das auch kein Wunder. „Es ist klar zu sehen, dass die Verkleidung zweimal den Boden berührt hat“, sagt Matthias S. Der TÜV hingegen behauptet, S. habe einen Großteil der Schäden selbst verursacht, als er seinen Lamborghini mit einem Anhänger abgeholt hat.

Dabei soll er aufgesessen sein. Den Gerichtszoff will Anwalt Matthias Schwarzer nun mit einem Vergleich beilegen: Demnach soll der TÜV 10 000 Euro an Matthias S. zahlen und der Besitzer den Rest des Schadens. Bis Mitte Januar kann sich der TÜV dazu äußern und den Gerichtsstreit verhindern.  

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