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Gemeinsam gegen das geplante Gautinger Gewerbegebiet: Linken-Landtagskandidat Bernhard Feilzer tauscht sich mit Rosmarie Brosig (Bürger für Gilching) bei einer Demonstration gegen das Projekt der Nachbargemeinde aus.

Serie zur Landtagswahl: 30 Minuten mit...

Ein Allrounder für die Linken

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Wir begleiten die Landtagskandidaten unseres Stimmkreises bei ihrem Wahlkampf – eine halbe Stunde, die Aktion schlägt der Politiker vor. Heute: Bernhard Feilzer (Linke) beim Unterschriftensammeln.

Gilching – Die Wellküren gehen zielsicher auf die Bühne zu, auf der Wiese am Gilchinger Ortsrand wollen sie gegen das geplante Gautinger Gewerbegebiet ansingen. Bernhard Feilzer muss die drei Volksmusikerinnen aber kurz sprechen. Ob er in ihrem Programm zwischendurch ein Gstanzl anbringen dürfe? „Hernach“, sagt die eine, dann geht es zum Soundcheck. Dabei sind die Gstanzl des Linken-Landtagskandidaten hörenswert. Er schreibt gerne welche: Gegen den G7-Gipfel auf Schloss Elmau 2015 („Die einen sind gern gesehen, die anderen sieht man gern gehen“) oder gegen ein Aldi-Logistikzentrum in Gilching („Neben dem Hochsitz vom Jager, da plant Aldi sein Auslieferungslager“).

Feilzer fragt: „Wer von euch kann singen?“

Nun möchte sich Feilzer aber um sein derzeit größtes politisches Projekt kümmern: Den Asto-Eco-Park im Unterbrunner Holz. Dafür soll Bannwald gerodet werden, Feilzer protestiert mit anderen Parteien und Naturschützern an diesem Tag dagegen, mit Gstanzln, Bühne und allem drum und dran. „Ich lehne nicht das generelle Gewerbegebiet ab“, sagt Feilzer. „Aber wirtschaftlich, ökologisch und sozial ist es dort die schlechteste Lösung.“ Auch auf anderen Demos war er zuletzt, als Ordner oder Teilnehmer gegen das Polizeiaufgabengesetz oder bei „Ausgehetzt“. Klingt nach ganz schön viel dagegen? „Wir zeigen oft, für was wir sind“, betont Feilzer. Mit dem Gilchinger Seniorenbeirat setze er sich für einen Ortsbus ein. Feilzer ist zuversichtlich, dass es mit dem Projekt klappt.

Der Einzug in den Landtag wird für seine Partei knapp, wie er sagt: „Aber wir kämpfen.“ Und für ihn selbst? Auf der Liste stehe er leider nur auf Platz 36. „Aber ich rühre die Werbetrommel für unsere Projekte“, sagt er und verteilt weiter Blätter. Darauf steht der Text des Abschlussliedes. Mit der Melodie von „Freude, schöner Götterfunken“ soll gegen das Gautinger Gewerbegebiet angesungen werden. „Wer von euch kann singen“, fragt Feilzer und lacht. Hertha von Haefen nimmt ein Blatt und sagt: „Ich habe mich geärgert, dass schon wieder ein Plakat der Linken überklebt wurde.“ Sie kennt Feilzer aus dem Asylhelferkreis und hat ihn bei einer Wanderung des Seniorenbeirats kennengelernt. „Wenn die Linken alle so wären wie er, würde ich sie wählen“, sagt sie.

Feilzer: Links und Bayerisch, das sind keine Gegensätze

Feilzer hat viele ehrenamtlichen Ämter. „Manchmal muss ich meiner Frau versprechen, dass mal Pause ist“, sagt er und lacht. Wohnen, Naturschutz, Alpenschutz, Seniorenbeirat. „Ich bin Allrounder.“ Für den westlichen Landkreis hat er die Plakate der Linken aufgestellt, dafür zwei bis drei Stunden pro Ortsteil aufgewendet. Früher sei es ihm darum gegangen, den Landkreis für die Linken zu öffnen, sagt der Gilchinger. „Dann haben wir Milchviehhalter aus Starnberg für das Bündnis gegen TTIP gewonnen.“ Links und Bayerisch, das seien keine Gegensätze. „Wir sind manchmal im ökologischen Bereich deutlich konsequenter als die Grünen.“

Dann spricht ihn ein älterer Herr an, er habe für ein Volksbegehren online abgestimmt. „Ich weiß nicht, ob das gültig war. Am Rechner ist das immer so schwierig.“ In der Regel klappt das, sagt Feilzer. Er solle es besser nicht noch mal abschicken, sonst könne die Stimme ungültig sein. Dann nimmt sich Feilzer ein Schild und stellt sich vor die Bühne. Erste Reihe. „STOP. Hände weg vom Bannwald.“

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