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Werben für die Bauern: Georg Zankl (r.) und Kollegen bei ihrer Aktion in Gilching. 

Aktionstag

Landwirte gegen sinkende Preise

Landkreis - Landwirte leiden darunter, dass für ihre Produkte so wenig gezahlt wird - manche stehen vor dem Aus.

Die Landwirte am Gilchinger Markt brauchten am Mittwochmittag vor allem eines: Aufmerksamkeit. Sie wollten am bundesweiten Aktionstag auf den Preisverfall von landwirtschaftlichen Produkten hinweisen. Fernsehteams waren vor Ort – das Thema ist von überregionalem Interesse.

Unter dem Preisdruck leiden die Landwirte vor Ort, die für ihre Produkte nur einen Bruchteil des Ladenpreises erhalten. „Es kommt beim Landwirt zu wenig an, als dass er davon leben kann“, kritisiert Georg Zankl, Kreisobmann vom Bayerischen Bauernverband in Starnberg. 

Könnte schon helfen: Sieben Cent mehr für ein Brot

Wie prekär die Lage mittlerweile ist, verdeutlicht Florian Haas, Kreisvorstand aus Starnberg: „Ich kenne einige Landwirte, die nicht mehr schlafen können. Wenn es noch zwei Jahre so weiter geht, wird es existenzbedrohend.“ Schon jetzt würden manche Landwirte das Handtuch schmeißen. Viele hätten für ihren Betrieb einen Kredit aufnehmen müssen – weil durch die niedrigen Preise nun kein Gewinn gemacht wird oder gar ein Minus, werden die Sorgen größer. 

Was kann man dagegen tun? „Die Lebensmittelpreise müssten nicht massiv steigen“, erklärt Zankl und rechnet beispielhaft vor, was es bräuchte: „Sieben Cent mehr für ein Kilo Brot.“ Schon der kleine Aufpreis „wäre mehr als in Ordnung für die Landwirte“.

"Will man Massentierhaltung oder nicht?"

Doch so einfach ist es nicht, wie Haas erläutert: „Weil der Einzelhandel möglichst viel Gewinn herausschlagen will und das anbietet, was die Verbraucher wollen.“ Nämlich Schnäppchen. Deshalb müssten diese die „die Geiz-ist-geil-Mentalität ablehnen und regionale Produkte kaufen.“ Das Problem: „Lebensmittel haben bei uns einen niedrigen Stellenwert. Man sollte daran denken, dass es sich dabei um ein Tier oder eine Pflanze handelt und ein Landwirt dahinter steht.“ 

Auch, „ob man Massentierhaltung haben will oder nicht“. Ruth Lebek schaut sich die Produkte am Stand der Landwirte an und schüttelt den Kopf: „Das geht ja gar nicht. Die Leute müssen aufgeklärt werden, dass so wenig bei den Landwirten ankommt.“ Mit diesem Wissen, hoffen die Landwirte, sollen die Verbraucher auf regionale Produkte setzen. „Das Umdenken findet nicht von heute auf morgen statt“, glaubt Haas. Solange werben die Landwirte um Aufmerksamkeit für ihr Problem.  

Von Sebastian Raviol

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