+
Seit wenigen Tagen läuft es auf der A 96, zumindest bis Germering: Erst Mitte März geht es mit dem sechsspurigen Ausbau bei Oberpfaffenhofen weiter, nächstes Jahr folgt der Ausbau zwischen Gilching und Germering.

Lindauer Autobahn

Kurze Verschnaufpause auf der A 96

  • schließen

Einmal durchschnaufen: Auf der Lindauer Autobahn geht es gerade etwas zügiger. Mitte März aber wird es wieder ernst. 

Oberpfaffenhofen – Gefühlt läuft es gerade etwas besser auf der Großbaustelle A 96: Die Fahrspuren der Lindauer Autobahn wurden zwischen den Anschlussstellen Oberpfaffenhofen und Gilching jeweils auf die gewohnten Seiten verlegt. Tatsächlich gibt es jetzt so eine Art Verschnaufpause beim sechsspurigen Ausbau. Erst Mitte März wird es wieder unbequemer für die Autofahrer.

„Wir fahren auf Weiß“, sagt Josef Seebacher, Pressesprecher der Autobahndirektion Südbayern. Das ist Fachjargon und heißt soviel wie: Der Verkehr rollt auf normaler Markierung und Fahrbahnbreite. Seit wenigen Tagen ist dies der Status für die Fahrbahn ab Anschlussstelle Oberpfaffenhofen. Der Ausbau der südlichen Fahrbahn, also Richtung München, ist abgeschlossen. Entsprechend konnten die Spuren sozusagen in ihr altes Bett verlegt werden. Alles planmäßig, wie Seebacher berichtet, auch wenn der ungewohnt frühe Wintereinbruch die Arbeiten ein bisschen erschwert hat. „Die vergangenen fünf, zehn Jahre fand der Winter später statt. Aber wir kriegen es trotzdem hin“, sagt Seebacher.

Durchgearbeitet wird in diesen Wochen, bis auf eine kurze Weihnachtspause, beim Bau der Galerie in Germering. Da diese mit ihren 965 Metern um 445 Meter länger ist als die in Gilching (520 Meter), ist sie schon seit Frühjahr in Bau. Der Verkehr wird den Winter durch auf vier verengten Spuren an dem großen Bauwerk vorbeigeleitet. Kommenden Frühling ist dann Baubeginn der Galerie bei Gilching, und auch der Ausbau der nördlichen Fahrbahn in Richtung Lindau. Der Ausbau der südlichen Fahrbahn zwischen Gilching und Germering ist 2019 an der Reihe, zeitgleich werden die Galerien bei Germering und Gilching ausgestattet. Die Verantwortlichen rechnen mit Fertigstellung und Inbetriebnahme der Galerien 2020. Erst ganz zuletzt werden die lärmmindernden Asphaltdeckschichten in Ortsnähe bei Gilching und Germering aufgetragen.

Mitte März wird also auch bei Oberpfaffenhofen wieder die Fahrbahn verlagert, diesmal auf die südliche Fahrbahn. Dann wird es wieder eng. Die Beschwerden der Autofahrer halten sich dennoch in Grenzen. „Sie sehen ja, dass gebaut wird“, berichtet Seebacher. „Wir machen das ja nicht zum Spaß.“ Empfindlich würden die Verkehrsteilnehmer allerdings reagieren, wenn auf den Baustellen nicht gearbeitet werde. „Wir haben dann schon mal ein Schild aufgestellt, auf dem steht: Hier arbeitet der Beton. Denn der muss manchmal einfach trocknen. Und das sieht man nicht“, sagt Seebacher. Im Großen und Ganzen aber seien die Autofahrer sehr verständnisvoll. Er macht sich keine Illusionen darüber, dass sie auch nach dem Ausbau der A 96 im Stau stehen werden. „Staufrei werden wir die Strecke nicht halten können, dazu ist der Siedlungsdruck zu groß.“ Vor allem in den Stoßzeiten, also morgens von etwa 6.30 bis 8.30 Uhr und auch von 15.30 bis 19.30 Uhr sei die Strecke dem Ansturm nicht gewachsen. „Das können wir nicht mehr lösen.“ Die gewünschte Leitung des Verkehrs an München vorbei werde durch die stellenweise Überlastung der A 99 erschwert. Deren Ausbau an Engstellen wie bei Allach allerdings ist kompliziert, „aber wir überlegen schon“.

Dabei müsse der Wirtschaftsverkehr unbedingt am Laufen gehalten werden, „Pendler haben auf der Autobahn eigentlich nichts verloren“, findet Seebacher. Wer immer morgens um neun in München sein müsse, „sollte sich etwas anderes überlegen, beispielsweise S-Bahn. Daher beteiligen wir uns ja auch am Ausbau des S-Bahn-Netzes“, erklärt Seebacher.

Der Ausbau der Autobahnen sei immer eine Folge der Siedlungsentwicklung, „und da macht jedes kleine Bau- und Gewerbegebiet etwas aus“. Eine Spur auf der Autobahn fasse stündlich 1800 Fahrzeuge, „mehr geht nicht“. Jedes Baugebiet bringe aber mehr Verkehr, und gerade mit dem Ausbau des Gewerbes beim Sonderflughafen Oberpfaffenhofen stehe ein größerer Sprung bevor. Aus diesem Grund befasst sich die Autobahndirektion auch schon mit einem möglichen Ausbau der A 96 in Richtung Wörthsee. „Da sind wir aber ganz am Anfang der Planung“.

Insgesamt ist die Ausbaustrecke 8,9 Kilometer lang. Die Gesamtkosten belaufen sich auf etwa 100 Millionen Euro, „und derzeit sind wir im Kostenrahmen“, sagt Seebacher. Während der Ausbau zwischen den Anschlussstellen Gilching und Germering Süd symmetrisch erfolgt, wird zwischen den Anschlussstellen Oberpfaffenhofen und Gilching von der Trasse in südliche Richtung abgerückt. Der nördliche Fahrbahnrand verschiebt sich dabei um bis zu drei Meter.

Die Galerien in Germering und Gilching unterscheiden sich nur durch die Länge und werden auch von der gleichen Firma gebaut. Auf ihnen wird eine ein Meter hohe Lärmschutzwand zur zusätzlichen Abschirmung des Verkehrslärms installiert. Ausgebaut und mit WC-Anlagen versehen werden auch die beiden westlich von Germering gelegenen Parkplätze. Zukünftig stehen den Verkehrsteilnehmern dort dann insgesamt 37 Lkw, sechs Bus- und 60 Pkw-Stellplätze zur Verfügung. hvp

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Hilferuf erhört
Kosten für Räumlichkeiten im Katholischen Pfarrzentrum wachsen Herrschinger Traditionsverein über den Kopf.
Hilferuf erhört
Diskussion um neue Sendemasten entlang der Bahnlinie
Das Internet wird immer schneller – aber mit dem Bau von Sendeanlagen kommen die Betreiber kaum nach. Deutlich wird das zurzeit entlang der Bahnstrecke bei Tutzing und …
Diskussion um neue Sendemasten entlang der Bahnlinie
Aktionsplan umsetzen: Was zuerst und wie?
Um Inklusion und Barrierefreiheit geht es an diesem Freitag, 27. April, im Landratsamt. Dabei soll festgelegt werden, in welcher Reihenfolge der Aktionsplan „Gemeinsam …
Aktionsplan umsetzen: Was zuerst und wie?
400 000 Euro Spenden für das Krankenhaus Seefeld
Der Freundeskreis hilft dem Krankenhaus Seefeld seit 20 Jahren. Es sind fast 400 000 Euro an Spenden geflossen. Am Donnerstag endet eine Tradition – vorerst.
400 000 Euro Spenden für das Krankenhaus Seefeld

Kommentare