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384 ist eine Augenweide.
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Züchter Friedrich Reiter mit seinem Favoriten.
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Züchter Friedrich Reiter mit seinem Favoriten.
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Das Modell im Kreise seiner Freunde.

Osterhasen-Casting

Gilchings schönster Rammler

Gilching - An Ostern sind sie wieder unterwegs, hoppeln durch die Gärten und verstecken Eier und Süßkram – Hasen im Dauerstress. Doch was macht eigentlich den perfekten Rammler aus? Wir haben kurzerhand den Experten Friedrich Reiter aus Gilching befragt.

384 ist in jedweder Hinsicht perfekt: Propere 3,2 Kilo schwer, ranke 40 Zentimeter groß und mit 14 Monaten im besten Rammleralter. Ohne Zweifel ein Musterexemplar unter den Kleinsilber Kaninchen. „Einfach einwandfrei“, schwärmt Kaninchenzüchter Friedrich Reiter von seinem heimlichen Star. In Aachen erblickte 384 als kleines, blindes, schwarzes Fellknäuel das Licht der Welt. Und entwickelte sich von da an absolut wunschgemäß. Sein schwarzes Fell versilberte sich planmäßig, keine Spur von weißen oder schwarzen Stellen.

Er überstand alle Sortierungen, bei denen er und seine Geschwister auf Schwächen geprüft wurden. X- oder O-Beine, schiefe Zähne oder verschiedenfarbige Krallen sind für einen Züchter nicht akzeptabel und sorgen in der Regel für die letzte Reise in den Kochtopf, berichtet Friedrich Reiter. Für Kleinsilbrige Kaninchen wie 384 ist es unbedingt notwendig, silber-weißes Deckhaar zu haben. Zusammen mit dem dunkelblauen Unterfell ergibt sich dadurch eine helle, bläuliche Silberung, erklärt der Fachmann. Nachdem 384 siebeneinhalb Monate später so richtig durchgesilbert war, entsprach er diesen Standarts, trug sein glänzendes „Hochzeitskleid“ und ist seitdem ein waschechter Kleinsilber-Kaninchen-Rammler. 

In einer Ortsausstellung zückten die Juroren die ganz hohen Wertungstafeln: 96,5 von 100 möglichen Punkten. „Das ist Oberklasse“, freut sich Friedrich Reiter. Der erfahrene Züchter aus Gilching hatte den richtigen Riecher. Kaum hatte er 384 auf einer Internetseite entdeckt, schon zuckte der Mausfinger und für 50 Euro ging der Rammler auf Reisen. An einem kühlen Mittwoch im Dezember trat 384, verpackt in einer luxuriösen Transsportbox, ins Leben von Friedrich Reiter. Seitdem ist Stall Nummer 36, beste Lage mit 0,5 Quadratmeter Wohnfläche, sein neues Zuhause. „Die Bestellung hat sich gelohnt“, sagt der Hasen-Patriarch, der neben 384 noch zwei andere Zuchtrammler besitzt.

Unmotivierter Schönling aus gutem Hause

422 zum Beispiel. Er stammt aus erstklassigem Hause, doch seine Motivation lässt zu wünschen übrig. Wird 422 auf den Tisch gehoben, auf dem die Hasen sitzen, wenn der Stall gereinigt wird, dann bekommt er keine guten Haltungsnoten: „Der ist ´ne flache Flunder“, urteilt Annemie Reiter, die Ehefrau des Züchters. Zum Glück soll 422 nur seine guten Gene vererben und nicht ausgestellt werden.

 384 ist da von ganz anderem Schlag. Professionell, motiviert und engagiert, ein geübter Poser. Fashion-Kritiker würden seinen Style als „sophisticated“ bezeichnen – geschmackvoll, aber unangestrengt. Er sitzt betont lässig auf dem kleinen Tisch, den das Wappen des Freistaates ziert: Ohren gestreckt, Kopf hoch und Rücken gerade. So muss das sein. Friedrich Reiter klopft seinem Rammler kameradschaftlich auf den Rücken. Doch das Leben als Star-Hasenmodell verlangt Entbehrungen. 

Diät für den Super-Rammler

Auch von 384: Damit er seine Form hält, ist der Rammler derzeit auf Diät gesetzt. Im Gegensatz zu seinen Stallgenonssen, die mitunter wählerisch sind und den Mais in der Futterschüssel lassen, ist 384 ein guter Fresser. „Er bekommt nur drei Viertel von dem, was die anderen im Napf haben“, sagt Reiter. Die Menüs wechseln: Johannisbrot, Kaninchenfutter an einer speziellen Pferdefutter-Kräutermischung, Hafer und Heu. Wenn im Frühjahr und Herbst Zeit für den Fellwechsel ist, stehen bei 384 und seinen Nachbarn Leinsamen oder Sonnenblumenkerne auf dem Speiseplan – damit das neue Fellkleid auch genauso prachtvoll wird wie das alte.

Keine Zeit für Romantik

Mit sportlichem Ehrgeiz ist 384 in diesem Jahr auch seiner Hauptaufgabe, der Produktion von blitzhübschem Kaninchennachwuchs, nachgegangen. Für Romantik bleibt da kaum Zeit. Nur einpaar Stunden hatten er und die zauberhafte 922 am 2. Februar Zeit, sich zu beschnuppern und die Frühlingsgefühle zu wecken. Neuer Tag, neues Glück: Am 21. März besuchte ihn die schöne 151. Das Ergebnis der Schäferstündchen: sieben kleine Kaninchenkinder. Rammler Nummer 422, sonst bekanntlich eher leger unterwegs, bringt es mittlerweile sogar auf zehn Kaninchenkinder. Wenn sie sortiert wurden, wird Friedrich Reiter mit einer neuen Kollektion im Oktober zur Silberclubvergleichsschau nach Frankenthal fahren. Und hoffentlich wieder ein paar Preise abräumen. Wer weiß, ob da nicht schon der nächste Stern am Rammlerhimmel seinen ersten großen Auftritt hat?

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