UNHCR
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Das Übergangswohnheim ist für Menschen aus Kriegs- und Krisengebieten, die zum Teil über das Flüchtlingskommissariats der Vereinten Nationen nach Gilching gekommen sind.

Platz für 61 Bewohner

Für „Menschen in besonderen Notlagen“: neues Übergangswohnheim in Betrieb genommen

  • Peter Schiebel
    vonPeter Schiebel
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Die Regierung von Oberbayern hat in Gilching ein neues Übergangswohnheim in Betrieb genommen. Es bietet Platz für maximal 61 Menschen. Die ersten sechs Bewohner sind bereits eingezogen. Alle verfügen schon über einen Aufenthaltsstatus.

Gilching – Sie stammen aus Kriegs- und Krisengebieten. Sie haben oft Schlimmes durchgemacht. Und sie sind über verschiedene Aufnahmeprogramme, etwa des Flüchtlingskommissariats der Vereinten Nationen (UNHCR), auf legalem Weg nach Deutschland gekommen. Von „Personen mit besonders hohem Schutzbedarf“ spricht die Regierung von Oberbayern in einer Pressemitteilung. Für sie hat die Behörde nun ein Übergangswohnheim in Gilching in Betrieb genommen.

Dabei handelt es sich um ein Gebäude in der Nähe des S-Bahnhofs Neugilching, das bislang als Wohn- und Geschäftshaus genutzt wurde. Es verfügt über 22 Zimmer mit jeweils eigenem Bad mit Dusche und WC, dazu gibt es einen gemeinsamen Küchenbereich. Einige Zimmer haben zudem Anschlüsse für eigene Küchen. Das Gebäude bietet Platz für maximal 61 Menschen, aufgrund der aktuellen Infektionsschutzmaßnahmen ist die Grenze bei 30 Personen. Der Mietvertrag läuft bis Ende 2027, wie Wolfgang Rupp, der Pressesprecher der Regierung von Oberbayern, auf Anfrage des Starnberger Merkur sagt.

Das Wohnheim ist keine Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge wie an der Landsberger Straße. „Beide Unterkünfte haben verschiedene Zielgruppen, die sich auch nicht überschneiden“, erklärt Rupp. „Aufgrund der unterschiedlichen Ausrichtung ist der Betrieb organisatorisch getrennt.“ Bei den Bewohnern handelt es sich um sogenannte Kontingentflüchtlinge, um Spätaussiedler und jüdische Emigranten. Weil sie über ein Programm legal eingereist sind, müssen sie kein gesondertes Asylverfahren mehr durchlaufen, sondern verfügen bereits über einen Aufenthaltsstatus. Dieser erlaubt es ihnen, eine Arbeitsstelle anzunehmen und selbst eine Wohnung anzumieten.

„Im Übergangswohnheim bieten wir ihnen eine erste Bleibe und Unterstützung bei der Gewinnung neuer Perspektiven“, erklärt Regierungspräsidentin Maria Els. „Menschen in besonderen Notlagen können und wollen wir auf Verwaltungsebene unkompliziert und pragmatisch helfen“, sagt Landrat Stefan Frey. „Deshalb haben wir der Errichtung des Übergangswohnheims zugestimmt, unabhängig von der Aufnahmequote des staatlichen Verteilungsschlüssels, den wir ohnehin übererfüllen.“

Die ersten sechs Bewohner sind bereits eingezogen. Sie stammen aus der Ukraine, befinden sich nun in Einreisequarantäne und werden täglich von Ärzten kontrolliert. Eine weitere Familie werde „zeitnah“ folgen, teilt die Regierung mit. Um die Betreuung kümmern sich aktuell stundenweise eine Verwaltungsmitarbeiterin, ein Hausmeister und ein Gewaltschutzbeauftragter. Geplant sind Angebote der Flüchtlings- und Integrationsberatung der Inneren Mission geben.

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