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Keimzelle des Erfolges: Hier wurde Heine Optotechnik im Jahr 1946 gegründet.

Heine Optotechnik verlässt Herrsching

Millionen-Umzug nach Gilching perfekt

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Heine Optotechnik verlässt nach 71 Jahren Herrsching. Während Bürgermeister Christian Schiller das bedauerlich findet, ist sein Gilchinger Amtskollege Manfred Walter glücklich. Knapp 400 Mitarbeiter ziehen um.

Herrsching/Gilching – Weiterer Gewerbe-Zuwachs für Gilching, herber Verlust für Herrsching: Die Firma Heine Optotechnik zieht innerhalb des Landkreises um. Was bereits seit mehreren Jahren im Gespräch war, machte das Hightech-Unternehmen gestern amtlich: „Wir errichten einen Neubau in höherer zweistelliger Millionenhöhe im Gewerbepark Gilching-Süd“, sagte Sprecherin Britta-Andrea Jurecka. „Alle Verträge sind soweit unterzeichnet.“

Damit endet in Herrsching eine Tradition, die vor 71 Jahren im Kiental ihren Ausgang genommen hatte. Seinerzeit von Helmut A. Heine gegründet, ist das Unternehmen heute nach eigenen Angaben Weltmarktführer bei der Herstellung von medizinischen Primärdiagnostik-Instrumenten zur Früherkennung und Beobachtung von Krankheiten.

Die Belegschaft ist mit der Zeit auf knapp 400 Mitarbeiter gewachsen. Und genau dieser Erfolg brachte auch Schwierigkeiten mit sich. Denn in Herrsching sind Entwicklung, Vertrieb, Marketing und Verwaltung mittlerweile auf fünf Standorte aufgeteilt, darunter auch in Breitbrunn. Jurecka: „Wir kämpfen mit großen logistischen Herausforderungen.“

Schon vor 13 Jahren hatte Heine Optotechnik deswegen eine Expansion in Erwägung gezogen – damals noch auf einer Erweiterungsfläche am Mitterweg in Herrsching. 2011 wurden erstmals Pläne laut, nach Gilching umzuziehen. Das 21 000 Quadratmeter große Grundstück im Gewerbegebiet Gilching-Süd ist bereits seit längerem im Heine-Besitz.

Auf der Fläche will Heine ein Gebäude mit insgesamt 14 000 Quadratmetern Fläche errichten lassen, das Platz bietet für alle Mitarbeiter – und darüber hinaus. Firmenchef Oliver Heine, der das Unternehmen in dritter Generation führt: „Wir planen entsprechend des Trends der letzten Jahre ein strategisches, globales und nachhaltiges Wachstum. Der Neubau trägt dieser Entwicklung Rechnung.“ In unmittelbarer Nachbarschaft entsteht derzeit übrigens das Versorgungszentrum des Klinikums der Universität München. Baubeginn soll noch diesen Herbst sein, die Fertigstellung ist für Mitte 2019 geplant.

Gilchings Bürgermeister Manfred Walter hält diesen Zeitplan für realistisch. Heine halte sich an den Bebauungsplan – „da sehe ich keine großen Probleme“. Er ist „sehr glücklich“ über den prominenten Zuzug und natürlich auch die damit verbundenen Gewerbesteuereinnahmen – und beeilt sich zu sagen: „Wir haben die Firma nicht aktiv angeworben.“ Heine ist bekanntlich nicht das erste Unternehmen, das aus anderen Landkreisgemeinden nach Gilching zieht. Walter: „Sind wir froh, dass wir sie im Landkreis halten können.“

Für Herrsching bedeutet der Wegzug dagegen einen herben Verlust. Heine ist nicht nur größter Arbeitgeber, sondern auch einer der größten Gewerbesteuerzahler der Gemeinde. Bürgermeister Christian Schiller: „Es ist bedauerlich, aber eine firmenpolitische Entscheidung“, sagte er und zeigt Verständnis. Jetzt hofft er, dass Heine die freie Fläche hinter dem Werk im Gewerbegebiet freigibt, das die Firma seinerzeit für Expansionszwecke erworben hatte. Firmensprecherin Jurecka versicherte, „dass es immer Konzepte gab und noch gibt, diese zu veräußern“. Über die Zukunft der unternehmenseigenen Gebäude sei noch nicht entschieden worden.

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