Heute beginnt das Kindertagesstättenjahr.
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Heute beginnt das Kindertagesstättenjahr.

Neue Regelungen betreffen vor allem Eltern von Krippenkindern – Personal meist geimpft

Mit 3G ins Kindertagesstättenjahr

  • Hanna von Prittwitz
    VonHanna von Prittwitz
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1100 Kinder besuchen in Gilching die Kindertagesstätten. Für die Kinder ändert sich eher wenig, aber für die Eltern gilt auch in der kinderreichste Gemeinde des Landkreises 3G.

Gilching – Die Pressekonferenz des Ministerpräsidenten Markus Söder gestern Mittag haben auch Gilchings Bürgermeister Manfred Walter und Steffi Weller, pädagogische Leitung der Kinder- und Jugendarbeit in Gilching, am Bildschirm im Rathaus aufmerksam verfolgt. Doch während die neuen Lockerungen von vielen bejubelt wurden, waren Walter und Weller eher enttäuscht: „Es gab kein Wort darüber, wie es in den Kindertagesstätten weitergehen soll“, sagte Walter dem Starnberger Merkur. „Das hatten die jetzt gar nicht auf dem Schirm.“ Dabei beginnt heute das Kindertagesstättenjahr, das heißt, die Kitas öffnen. Und Gilching gilt als kinderreichste Gemeinde des Landkreises.

Für Söder ist das Herzstück die 3G-Regelung. Geimpfte, Genesene oder Getestete haben Zugang zu öffentlichen und privaten Einrichtungen. Ausnahmen von der 3G-Regel gelten für den Handel, Privaträume und den öffentlichen Nahverkehr. „Wenn wir das anwenden, ändert sich bei uns eigentlich erst mal wenig“, sagt Walter mit Blick auf die Kindertagesstätten in Gilching. Für Kinder bis sechs Jahre gilt ohnehin keine Testpflicht, wohl aber für die Eltern. „Diese sind aber ohnehin angehalten, ihre Kinder an der Tür abzugeben.“ Wer sein Kindergartenkind testen lassen wolle, erhalte von den jeweiligen Einrichtungen eine Bescheinigung für die Apotheke. „Das ist aber rein freiwillig.“

Anders sei die Situation bei den Krippenkindern. Dort dauert die Eingewöhnung rund vier Wochen, und in dieser Zeit sind auch die Eltern dabei. „Wenn sie nicht geimpft oder genesen sind, müssen sie entweder einen Schnell- oder einen PCR-Test vorlegen“, sagt Walter. Auch in diesen Fällen dürfe der Schnelltest nicht älter als 24 Stunden, der PCR-Test nicht älter als 48 Stunden sein.

Insgesamt gibt es in Gilching sechs Krippen, davon sind zwei in gemeindlicher Hand. Dazu kommen 13 Kindergärten, von denen die Gemeinde sechs selbst betreibt. Von den fünf Horten ist einer gemeindlich. 1100 Kinder besuchen die gemeindlichen und privaten Betreuungseinrichtungen, davon werden 200 in den Krippen, 630 in den Kindergärten und 250 in den Horten betreut. Allein die Gemeinde beschäftigt in ihren Einrichtungen 130 Mitarbeiter. „Nur etwa vier, fünf Prozent sind nicht geimpft“, schätzt Walter. Für diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gelte ebenfalls: „Sie müssen regelmäßig negative Tests vorlegen.“ Offen sei allerdings noch, ob sich die Betroffenen während der Arbeitszeit oder außerhalb testen lassen müssten. „Da warten wir noch auf eine Entscheidung der kommunalen Arbeitgeber“, sagt Walter. „Ich meine aber, dies muss außerhalb der Arbeitszeit geschehen.“ Er hofft auf entsprechende Vorgaben und darauf, dass es sich die betroffenen Mitarbeiter dann noch mal überlegen und sich impfen lassen.

Mit den Eltern der Kindergarten, Krippen- und Hortkinder hat es in der Vergangenheit keine Probleme gegeben. „Da herrscht ein hohes Maß an Verständnis“, sagt Weller. Möglicherweise werde sich die Sache nun mit den Krippenkindern verkomplizieren, zumal die Tests ab 11. Oktober kostenpflichtig sind. „Aber da gehe ich jetzt mal nicht von aus“, so Walter. Er ist froh, dass das Kindergartenjahr nun überhaupt einigermaßen normal beginnen kann. „Das ist das Wichtigste für uns, die Kinder und die Eltern nach diesem vielen Hin und Her der vergangenen Monate.“

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