Einen Abstrich nehmen die Mitarbeiter eines Drive-in-Centers, um die Probanden in den Autos auf das Coronavirus zu testen. Foto: sven hoppe/DPA
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Einen Abstrich nehmen die Mitarbeiter eines Drive-in-Centers, um die Probanden in den Autos auf das Coronavirus zu testen. Foto: sven hoppe/DPA

Corona-Testcenter in Gilching

1 Monat, 2277 Tests, 11 positive Fälle

  • Simon Nutzinger
    vonSimon Nutzinger
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Seit einem Monat ist die Corona-Drive-in-Teststation auf dem alten Festplatz in Gilching in Betrieb. Eine Zwischenbilanz.

Gilching – Ein Urlaub im Risikogebiet. Ein Hinweis der Corona-Warn-App. Ein bestätigter Fall im direkten Umfeld. Halsschmerzen, Fieber. Oder einfach nur das reine Interesse, ob man nun mit dem Coronavirus infiziert ist oder nicht. Gründe, sich auf Sars-CoV-2 untersuchen zu lassen, gibt es reichlich. Im Landkreis Starnberg ist dies seit 1. September im Drive-in-Testcenter auf dem alten Festplatz in Gilching möglich. Kostenfrei und unkompliziert aus dem Auto heraus. Die Bilanz nach einem Monat: 2277 getestete Personen. Davon corona-positiv: elf.

„Zum Glück ist die Zahl so gering“, betont Barbara Beck. Zum einen natürlich, da somit der absolute Großteil der Getesteten gesund war. Zum anderen, da so der Landkreis von weiteren Restriktionen der Staatsregierung bisher verschont geblieben ist. So weit, so beruhigend. Doch kommt Landratsamtssprecherin Beck nicht drumherum, gewisse Probleme rund um die Abläufe am Testcenter in Gilching einzuräumen. Sie sagt: „Wir hatten unsere Startschwierigkeiten.“

Probleme mit Übermittlung der Testergebnisse

Allen voran bezüglich der Rückmeldungen der Testergebnisse. Der Plan sah vor, dass jeder Proband innerhalb von maximal 48 Stunden mittels der Corona-Warn-App auf seinem Handy erfährt, ob er gesund oder krank ist. Klappte zunächst jedoch kaum. Viele Getestete erfuhren erst nach vier bis fünf Tagen von ihrem Befund. Andere überhaupt nicht. „Das war natürlich nicht unser Anspruch“, unterstreicht Beck. Vor allem für Personen, die sich in gesetzlich verordneter häuslicher Quarantäne befanden, ein schwer zu ertragender Zustand der Ungewissheit. Doch fehlten in dem zuständigen Labor in Augsburg zunächst Reagenzien, also Stoffe, die für die Coronatests erforderlich sind. Zudem habe es Kapazitätsprobleme gegeben, insbesondere zum Ende der Sommerferien, als massenweise Lehrer im Freistaat getestet wurden.

Beck: „Manches musste sich erst einspielen, aber jetzt läuft‘s“

Als Reaktion darauf griffen Beck und ihre Mitarbeiter im Landratsamt persönlich zum Hörer, um möglichst viele Personen möglichst schnell über deren Testergebnis zu informieren – was allerdings trotz aller Mühen nicht immer innerhalb der vereinbarten 48 Stunden nach Abgabe des Abstriches möglich war. „Viele Menschen waren verständlicherweise nicht gerade begeistert, dass sie so lange nicht wussten, was Sache ist“, sagt Beck. Doch hat sich die Lage mittlerweile deutlich entspannt. Fehlende Reagenzien oder nicht ausreichende Kapazitäten im Augsburger Corona-Labor gehören der Vergangenheit an. Seit rund zwei Wochen erhält jeder, der sich in Gilching auf das Virus hat testen lassen, innerhalb von zwei Tagen sein Ergebnis. Beck: „Manches musste sich erst einspielen, aber jetzt läuft’s.“

Momentan ist geplant, das Testzentrum in Gilching bis zum Ende des Jahres zu betreiben. Allerdings hält Beck eine Verlängerung „durchaus für realistisch“. Eine Entscheidung dazu wird ihr zufolge im Laufe der kommenden Monate getroffen und richtet sich nach dem Ausbruchsgeschehen und den Vorgaben der Bayerischen Staatsregierung.

Anmeldung zum Test

Wer sich an der Drive-in-Station in Gilching auf das Coronavirus testen lassen möchte, kann sich im Internet unter der Adresse www.coronatest-sta.de anmelden.

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